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Dennis Hirrle siegt erneut - rFactor Formula Grand Prix 2009

Mit dem Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring sind vier der acht Rennen des Formula Grand Prix 2009 absolviert.

Motorsport-Magazin.com - Nach dem anfänglichen Durcheinander im Feld haben sich die Fahrer allmählich auf ihren Positionen eingefunden. Das heißt aber noch lange nicht, dass jetzt jeder einen Stammplatz hat. Nein! Es sind immer noch einige Piloten dabei, die gerne mal für eine Überraschung gut sind. So auch in diesem Rennen, denn wer hätte vorher gewagt zu sagen, dass ein Benjamin Thiermann um Haaresbreite einen gewissen Sebastian Schmalenbach hätte schlagen könnte?

Die Qualifikation

Das aus 13 Fahrern bestehende Feld begab sich wieder auf die Hatz nach Bestzeiten. Doch auch diesmal hatte das Qualifikationsergebnis nur provisorischen Charakter, denn insgesamt fünf Fahrer wurden nach hinten versetzt, da ihre Zeit in Istanbul ungültig war. Davon unbeeindruckt fuhren jedoch sofort nachdem die Ampel auf Grün geschaltet wurde alle Wagen aus der Boxengasse. Die ersten Minuten waren wie immer dem Leerfahren des Tanks gewidmet, denn nur mit einem leichten Auto lassen sich die schnellsten Zeiten fahren. An der Spitze waren wie gewohnt die SB-Motorsports-Fahrer Dennis Hirrle, Roy Kolbe und Sebastian Schmalenbach zu finden. Mitten unter ihnen fand sich auch Wolfgang Weber wieder, der keine Mühe hatte, den Zeiten zu folgen. Aber auch Benjamin Thiermann und Stanislaw Nickel waren sehr schnell unterwegs und befanden sich immer wieder unter den ersten fünf. Am Ende waren die Rundenzeiten doch eine Nummer zu groß für die beiden, sodass sie sich auf den immer noch respektablen Plätzen fünf und sechs wiederfanden. Vorne sicherte sich Roy Kolbe die Pole Position. An seine Zeit von 1:28.474 kam kein anderer Fahrer mehr heran. Jedoch gehörte er zu denen, die zurückversetzt werden mussten, sodass die ersten Fahrer des Tableaus einen Platz nach vorne rückten und Dennis Hirrle den Platz an der Sonne erbte. Neben ihm aus der ersten Startreihe stand Wolfgang Weber, dahinter auf Platz drei startete Sebastian Schmalenbach.

Das Rennen

Insgesamt 60 Runden sollten gefahren werden. Doch bevor das Startsignal ertönte, wurden wie immer die beiden Einführungsrunden absolviert. Dabei vergaß Björn Niessen seinen Motor abzustellen, nachdem er seinen Wagen in der Startaufstellung geparkt hatte. Das Aggregat überhitzte, sodass er das Rennen von der Box aus aufnehmen musste. Doch auch dann hielt der Motor nicht mehr lange, sodass nach nur drei Runden das Rennen von Björn Niessen schon wieder zu Ende war. Ansonsten verlief die Startphase diesmal sehr glimpflich.

Wolfgang Weber erwischte einen sehr guten Start und konnte sich bereits vor der ersten Kurve neben Dennis Hirrle setzen und diesen dann auf der Innenbahn überholen. Auch Roy Kolbe hatte einen Raketenstart und überholte von Platz neun gestartet bis zu Kurve eins bereits vier Fahrzeuge. Wenige Kurven später schnappte er sich dann Benjamin Thiermann und lag damit auf Position vier hinter Sebastian Schmalenbach. Mit diesem befand er sich im Folgenden in einem harten Zweikampf. Roy Kolbe war deutlich schneller, aber Sebastian Schmalenbach wehrt sich einige Kurven lang recht erfolgreich. Doch noch in der ersten Runde ging Roy Kolbe an ihm vorbei und hatte damit Platz drei inne. Beim Versuch Sebastian Schmalenbachs auf der Außenbahn zu kontern, blieb er leicht an einem Curb hängen. Davon profitieren konnte Benjamin Thiermann, der auf die beiden Kämpfenden hatte aufschließen können und jetzt sogar Sebastian Schmalenbach, begünstigt durch dessen Missgeschick, überholte. Auch hier versuchte dieser wieder zu kontern, doch Benjamin Thiermann von Team 56k behauptete den vierten Rang.

Etwas dahinter gab es kurz nach dem Start eine kleine Berührung zwischen Denis Frischke und Dominik Thiermann. Beide wollten nebeneinander durch die erste Kurve, was jedoch in einem Quersteher von Denis Frischke endete. Allerdings blieb der Vorfall für beide folgenlos. In der zweiten Runde verlor in jener ersten Kurve Matthias Koch die Kontrolle über seinen Wagen und fiel dadurch bis ans Ende des Feldes zurück. Beim Versuch, die verlorenen Plätze wieder gut zu machen, fuhr er Dennis Kirchner ins Heck und drehte sich erneut. Derweil führte weiter Wolfgang Weber dicht gefolgt von Dennis Hirrle, dahinter Roy Kolbe und Benjamin Thiermann. In Runde fünf war jedoch die Zeit von Wolfgang Weber als Erstplatzierter zu Ende, denn er musste seine Durchfahrtsstrafe absitzen, die er sich durch den Startunfall beim Großen Preis der Türkei eingehandelt hatte, wodurch er auf den fünften Platz zurückfiel.

Direkt dahinter hatte sich eine kleine Gruppe gebildet, in der es um den sechsten Platz ging. Den hatte zunächst Stanislaw Nickel vom Team MSSN Racing für sich, doch Dominik Thiermann machte ordentlich Druck und auch Denis Frischke dahinter lauerte auf seine Chance. In Runde sechs war es dann soweit: Stanislaw Nickel hatte einen Quersteher in der NGK-Schikane und Dominik Thiermann schlüpfte durch. Nicht lange danach machte Stanislaw Nickel einen weiteren Fehler: Ein Ausrutscher hatte einen Ausflug ins Grüne zur Folge, was Denis Frischke ebenfalls einen Positionsgewinn ermöglichte. Doch damit noch nicht genug für den inzwischen arg gebeutelten Ferrari-Fahrer. Eine Runde später brach ihm erneut das Heck aus, und Timo Wurbs war der Glückliche, der seinen neunten Platz an Stanislaw Nickel abgab. In der neunten Runde gab es dann einen Führungswechsel zu sehen: Roy Kolbe löste den bis dahin führenden Dennis Hirrle durch ein Überholmanöver auf der Start-/Ziel-Gerade an der Spitze ab. Dahinter lagen nach wie vor brav hintereinander her fahrend Benjamin Thiermann, Sebastian Schmalenbach und Wolfgang Weber auf den Plätzen drei bis fünf. Weder Sebastian Schmalenbach noch Wolfgang Weber fanden einen Weg an ihren jeweiligen Vorderleuten vorbei. Aber dahinter tat sich etwas, und zwar verlor Dominik Thiermann seinen sechsten Rang an Denis Frischke, nachdem er sich in der Schikane am Ende der Strecke einmal um die eigene Achse gedreht hatte.

Ab der 14. Runde standen die Boxenstopps der Fahrer an, die sich für eine Drei-Stopp-Strategie entschieden hatten, darunter Roy Kolbe und Wolfgang Weber. Dadurch konnte Dennis Hirrle wieder für ein paar Runden die Führung übernehmen und Benjamin Thiermann kam in den Genuss an zweiter Position zu liegen. Indes verlor Marco Schupfner, der von der letzten Startposition ins Rennen gegangen war, seinen achten Platz, nachdem er einen kleinen Ausflug ins Kiesbett eingelegt hatte. Einen etwas größeren Abflug legte Denis Frischke hin. In der gefürchteten NGK-Schikane verpasste er seinen Bremspunkt völlig und krachte mit hoher Geschwindigkeit in die Reifenstapel. Zum Glück war die Boxeneinfahrt nicht mehr weit, sodass er seinen Wagen reparieren lassen konnte. Dabei blieb es jedoch nicht, denn auch Dominik Thiermann konnte seinen Wagen kurzzeitig nicht unter Kontrolle halten, er rutschte an die Wand und verlor dabei neben seinem Frontspoiler auch sehr viel Zeit.

Ab Runde 18 kamen dann die meisten Fahrer in die Box, denn ein Großteil des Feldes hatte sich dazu entschieden, nur zwei Mal zu stoppen. So auch Dennis Hirrle und Benjamin Thiermann. Letzterer jedoch hatte in der Boxengasse ein wenig zu eilig und musste deshalb in der darauf folgenden Runde seine Strafe absitzen. Das warf ihn hinter Sebastian Schmalenbach auf Platz vier zurück.

Auf Platz fünf liegend quittierte dann zum wiederholten Mal die Internetleitung von Wolfgang Weber ihren Dienst und er flog vom Server. Dadurch rückte Timo Wurbs auf diesen Platz vor.

Um Platz acht kämpften Dennis Kirchner und Denis Frischke, bis letzterer sich in Runde 25 wegdrehte. Profitieren konnte Matthias Koch, der sich dadurch von Platz 10 auf 9 verbesserte und wenige Runden danach auch Dennis Kirchner überholen konnte, der dann auch direkt noch Denis Frischke passieren lassen musste.

Exakt zur Rennmitte kam Roy Kolbe zu seinem zweiten Boxenstopp, was wiederum Dennis Hirrle zum ersten Platz verhalf. Ansonsten zog sich das Fahrerfeld mit der Zeit immer weiter auseinander, sodass keine direkten Kampfgruppen zustande kamen. Erst mit der für die meisten Fahrer zweiten und letzten Boxenstopp-Phase tat sich wieder etwas. Zwischen den Runden 38 und 40 kamen zehn Fahrer an die Box, darunter natürlich auch Dennis Hirrle, der zum dritten Mal die Führung an Roy Kolbe abgeben musste. Sonstige zwischenzeitliche Positionswechsel wurden durch die Boxenstopps wieder egalisiert, sodass das Feld in der gleichen Reihenfolge blieb, jedoch wurden nachdem alle Boxenstopps absolviert waren, die Abstände gleich an mehreren Stellen verschwindend gering. Zunächst fanden sich Timo Wurbs auf Platz fünf und Stanislaw Nickel auf dem Rang dahinter zusammen. Durch Überrundungen benachteiligt musste Timo Wurbs seinen Platz abgeben, doch er blieb an Stanislaw Nickel dran. In Runde 50 mischte sich dann auch noch Dominik Thiermann ein, obwohl er eigentlich eine Runde zurück war. Aus der Box kommend wollte er vor Stanislaw Nickel in die erste Kurve einbiegen. Das ging jedoch gewaltig daneben, sodass er sich in der erste Kurve drehte und sowohl Stanislaw Nickel als auch Timo Wurbs konnte nicht mehr ausweichen und kollidierten miteinander. Aber die beiden ließen sich nicht aus der Ruhe bringen und fuhren ihr Rennen weiter. Timo Wurbs versuchte immer wieder an Stanislaw Nickel ranzukommen, doch dieser blieb souverän vorne und hielt den fünften Platz bis zum Schluss.

Der Grund für Dominik Thiermanns späten Boxenstopp war ein Abflug in die Mauer in der Mercedes-Arena. Der Unfall und die langsame Fahrt zur Box kosteten ihn sehr viel Zeit, wodurch er auch Plätze verlor. Erst kurz vor Schluss konnte der den achtplatzierten Denis Frischke wieder überholen und somit Schadensbegrenzung betreiben. Dahinter fand das Duell um Platz 10 zwischen Dennis Kirchner und Marco Schupfner statt. Über Runden hinweg kam letzterer immer näher an Dennis Kirchner ran, bis auch hier ganz knapp vor Rennende noch ein Positionswechsel vollzogen wurde.

Doch das Spannendste der Schlussphase des Rennens fand an der Spitze statt: Dennis Hirrle blieb nach Roy Kolbes Boxenstopp noch vor ihm, doch dieser hatte die frischeren Reifen und konnte dadurch zu ihm aufschließen. Und was sich im Anschluss bot, war der helle Wahnsinn, ein Zweikampf vom allerfeinsten. Roy Kolbe versuchte immer wieder neben Dennis Hirrle zu kommen, doch der machte geschickt die innere Linie zu, sodass Roy Kolbe oft nur der weitere Weg blieb. Und wenn es Roy Kolbe doch mal gelang, seinen Wagen neben den von Dennis Hirrle zu bringen, schaffte es dieser es doch immer wieder vorne zu bleiben So fuhren die beiden in dichtestem Abstand hinter oder nebeneinander über den Kurs, dass einem immer wieder der Atem stockte. Doch auch die gewagtesten Aktionen gingen glatt und ohne Unfall über die Bühne. Allerdings fand Roy Kolbe keinen Weg mehr an Dennis Hirrle vorbei, sodass es bei der Reihenfolge blieb.

Somit gratulieren wir Dennis Hirrle zu seinem herausragenden Erfolg beim Großen Preis von Deutschland. Ebenfalls beglückwünschen möchten wir natürlich Roy Kolbe und Sebastian Schmalenbach zu den Plätzen zwei und drei, die damit wieder dafür sorgten, dass das Podium fest in der Hand von SB Motorsports ist. Das stand aber diesmal keineswegs von Anfang an fest, denn Benjamin Thiermann war drauf und dran sich gegen Sebastian Schmalenbach zu behaupten. Letztendlich verhinderte die Durchfahrtsstrafe eine bessere Platzierung, doch auch ihm möchten wir zu seiner Leistung gratulieren, denn mit den Fahrern von Team SB Motorsports mithalten können hier im Feld nicht viele.


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