Er lächelt viel, ist immer freundlich und bedankt sich artig nach jedem Interview. CongFu Cheng ist der erste Chinese in der DTM und er macht dem Ruf des freundlichen Asiaten alle Ehre. Dabei wurde der ehemalige McLaren Mercedes Junior im Vorfeld seines DTM-Einstiegs eher belächelt. Viele Experten und Fans sahen ihn als Paydriver und Berechtigung für das Abschlussrennen in Shanghai.

Was dann passierte überraschte nicht wenige Beobachter: CongFu Cheng, genannt Franky, lieferte ein beachtliches DTM-Debüt ab und lief direkt hinter seinem Markenkollegen David Coulthard im Ziel ein. Bis dahin war Cheng sogar in den Trainings und dem Qualifying schneller unterwegs als der ehemalige Formel-1-Pilot und Rookie-Kollege aus Schottland.

Zufrieden mit Zielankunft

"Ich bin zufrieden, ins Ziel gekommen zu sein", sagte Cheng gegenüber Motorsport-Magazin.com. Das Rennen sei anstrengend, aber zufriedenstellend verlaufen. Bereits im Qualifying hatte er mit Startplatz 14 und dem Erreichen des Q2 geglänzt - so weit war Coulthard gar nicht gekommen. "Mein Ziel war es, das Q1 zu überstehen", sagte er uns am Samstag. "Das habe ich geschafft." Aber Cheng wollte eigentlich mehr. "Im Q2 hätte ich besser sein können." Noch fehle ihm die Erfahrung, um mit den Reifen richtig umzugehen.

Der Beweis: Seine schnellste Runde im 2. Training am Samstagvormittag war in 1:33.566 Minuten schneller als seine beste Zeit im Q2 in 1:33.738 Minuten. "Die DTM ist schwierig", sagte Cheng. "Es ist einfach, schnell zu fahren, aber schwierig, richtig schnell zu sein."

Herausforderung Start

Am allerschwierigsten war für die Neulinge wie Cheng und Coulthard der Start. "Ich hatte einen sehr schlechten Start", klagte der Chinese. "Ich brauche mehr Übung, um die Starts mit dem DTM-Auto besser hinzubekommen." Für ihn ist der gesamte Ablauf noch ungewohnt. "Es ist nicht einfach, alles zum richtigen Zeitpunkt richtig zu machen. Außerdem war ich beim richtigen Start nervöser als bei einer Simulation. Das machte es schwieriger."

Mit der Zielankunft erreichte er immerhin sein Minimalziel. "Ich habe auf der Distanz einiges gelernt. Natürlich bin ich etwas enttäuscht, aber ich bin hier, um zu lernen. Das ist für mich sehr wichtig." Wenn er mit dem Auto, den Reifen und der Strecke besser klarkommt, möchte er beim zweiten Rennen in Hockenheim am Saisonende besser abschneiden. Bis dahin wird er noch viel lernen und dabei freundlich lächeln.