Mit zwölf Punkten Vorsprung gilt Timo Scheider momentan als heißester Titelkandidat in der DTM. Der Lahnsteiner könnte es als zweiter Fahrer schaffen, seinen Titel zu verteidigen - nach dem Sieg in Barcelona stehen die Chancen jedenfalls so gut wie noch nie zuvor. Schon ein zweiter Platz in Dijon würde genügen, um den Titel aus eigener Kraft unter Dach und Fach zu bringen. Selbst bei einem Ausfall würde Scheider noch als Führender in das Finale auf dem Hockenheimring gehen.

"Ich habe schon eine Nullrunde, brauche also wirklich keine mehr. Mattias Ekström ist der einzige Fahrer ohne einen Nuller. Er hat in Hockenheim trotz eines Reifenschadens noch zwei Punkte geholt und auch diese zwei Punkte können am Ende Gold wert sein", meinte Scheider noch vor wenigen Wochen im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com. Nun ist allerdings klar: kommt er in Dijon direkt hinter Gary Paffett und Mattias Ekström ins Ziel, ist er erneut Meister.

Hart, aber fair

Und was das bedeutet, durfte Scheider schon in dieser Saison erfahren. "Es kennen einen viel mehr Leute und im Fahrerlager man muss mehr Autogramme schreiben als zuvor", beschreibt Scheider die positiven Nebeneffekte seines Erfolgs. "Letztlich ist die Arbeit an den Wochenenden aber genau wie in den Jahren zuvor. Eines ist klar: in dieser Saison zählt nur noch das Hier und Jetzt, auch wenn das letzte Jahr sehr toll war."

Timo Scheider liebt seinen Dienstwagen, Foto: DTM
Timo Scheider liebt seinen Dienstwagen, Foto: DTM

Auch wenn er mit einem riesigen Vorsprung in die letzten beiden Rennen geht, ist Scheider noch nicht auf der sicheren Seite. Dass es in Dijon und Hockenheim deutlich härter zugehen wird als bisher, scheint realistisch. "Aber solange man die anderen Fahrer nicht von der Strecke schiebt und ins Verderben schickt, ist noch alles im grünen Bereich", sagt der Tabellenführer und erinnert sich an den Angriff von Jamie Green auf dem Norisring: "Das war eine harte Aktion, aber sie war okay, solange er mich nicht in die Mauer schickt."

Letztlich hat das Überholmanöver von Green dazu beigetragen, dass dich die DTM mit vier Siegen für jeden Hersteller so ausgeglichen zeigt wie noch nie zuvor. "Wenn man sich die Leistungsdichte ansieht, wurde alles zum richtigen Zeitpunkt eingefroren", so Scheider über das festgesetzte Reglement für 2010. "Die Hersteller und die ITR haben da ein gutes Händchen gehabt." Wie gut die Entscheidung wirklich war, wird sich im Oktober zeigen: dann nämlich hat Audi die Chance, als erster Hersteller den dritten DTM-Titel in Folge zu holen...