Noch mehr als Jamie Greens Sieg im Jahreswagen vor drei Wochen hatte einst Gary Paffett mit dem ersten Triumph eines Vorjahresfahrzeugs in der DTM für Aufsehen gesorgt. Damals war das Podest komplett frei von Neuwagenpiloten - doch nicht einmal an jenem denkwürdigen Wochenende hatten sich die Piloten der aktuellen Fahrzeuge die Pole Position abjagen lassen. "Jarvis hat die Pole verdient. Wir wussten, dass es gegen die Audi-Jahreswagen schwer wird, denn die haben einen Gewichtsvorteil von 20 Kilogramm", sagte Tom Kristensen im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com.
Gewichtiger Vorteil
Auch Katherine Legge führt die heutigen Audi-Ergebnisse insbesondere auf die Differenz zwischen dem 1.025 Kilogramm leichten Jahreswagen und dem 20 Kilogramm schwereren Neuwagen zurück. "Dass die Jahreswagen nun so gut mithalten können, liegt am geringeren Gewicht. Aber es ist gut, dass es in diesem Jahr enger zugeht, denn so sind wir viel motivierter", stellte die Britin fest. Die Zusatzmotivation machte sich auch bei Mike Rockenfeller bemerkbar, der ebenso wie Oliver Jarvis den Einzug in die vierte Qualifying-Session schaffte: "Ich kann mir die Stärke der Jahreswagen nicht erklären. Aber endlich habe ich Q4 einmal selbst erlebt."

Rockenfeller hätte sich gar Chancen auf eine Doppel-Pole der Audi-Jahreswagen ausgerechnet - wäre denn mit den Reifensätzen besser gehaushaltet worden: "Es war noch mehr drin, wenn ich meine Reifen nicht schon in Q3 zwei Runden gefahren hätte. Ich hatte Probleme mit dem Reifensatz, aber in Q3 hatten wir noch nicht damit gerechnet, dass ich in Q4 gelange." Der fehlende Grip der Reifen begünstigte einen Fehler im letzten Streckensektor: "Nach der Schikane war ich eine Sekunde hinter meiner Referenzzeit - die letzten zwei Kurven hätte ich noch hinbekommen müssen. Dann jedoch geriet ich in den Kies und habe sechs Zehntelsekunden verloren."
Gefahr von hinten
Lobend äußerte sich auch Alexandre Prémat über seinen Dienstwagen. Dass er es anders als seine beiden Kollegen nicht in die letzte Session des Qualifyings schaffte, führt der sechstplatzierte Franzose auf einen Fahrfehler zurück: "Wir wussten, dass sowohl Jahres- als auch Neuwagen vordere Positionen belegen werden. Oliver, Mike und ich haben einen guten Job gemacht, das Auto hat sich sehr überzeugend angefühlt. Ich hätte mehr erreichen können, aber mich hat ein Fehler im entscheidenden Moment den Einzug in Q4 gekostet." Doch eines nahm man im Audi-Lager noch weit erstaunter zur Kenntnis als die geringen bis nicht vorhandenen Performance-Unterschiede zwischen 2009er- und 2008er-A4:
"Die eigentliche Überraschung ist die Performance von Mercedes. Das Podium ist mein Ziel. Es wird aber sehr schwer, denn ich erwarte auch Paul di Resta auf Platz fünf sehr schnell im Rennen", stellte Mike Rockenfeller fest. Prémat und Tomczyk stimmten ein. Der Phoenix-Pilot sieht auch mit Blick auf das Rennen Stuttgarter Gefahren lauern: "Auch morgen sollten die neuen Mercedes sehr stark sein - da müssen wir uns in Acht nehmen."

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