Mit 31 Punkten teilen sich Bruno Spengler und Martin Tomczyk den fünften Rang in der Gesamtwertung - doch so ähnlich ihre derzeitige Position auch erscheinen mag: ihre Barcelona-Rennen hätten unterschiedlicher nicht ablaufen können. Tomczyk beschäftigte sich über 50 Runden lang mit Bernd Schneider, während für Spengler schon nach wenigen Runden Endstation war und die Reise nach Spanien nichts Zählbares mehr brachte.

"Ich lag hinter Prémat, der ist in der zweiten Kurve immer eine sehr weite Linie gefahren und hat so Kies aufgeschleudert", berichtete der Kanadier über die Entstehung seines Ausscheidens. Mindestens ein Stein trat dabei so ungünstig in sein Auto ein, dass es einen Kühler zerschlug und die Motortemperatur immer weiter anstieg. "An die Meisterschaft muss ich nun nicht mehr denken. Ich werde trotzdem weiter einen guten Job machen, vielleicht hole ich noch einen Sieg und dann schauen wir mal, wie es nach Hockenheim aussieht."

Spengler + Tomczyk = Scheider

Während der Mercedes-Mann schon an der Box schmollte, erlebte sein Kollege aus dem Lager der Ingolstädter ein spannendes Rennen, welches ihm vor allem Bernd Schneider versüßte. "Nach zehn Runden sind wir aber die selben Zeiten gefahren. Zuvor hatte ich in den schnellen Kurven Vorteile, bis meine Hinterreifen mehr abgebaut haben, als die der Mercedes-Fahrer", so Tomczyk im Gespräch mit dem adrivo Motorsport Magazin. Von dort an schwanden die Chancen des Audianers von Runde zu Runde: "Die letzten fünf Runden war Mercedes schneller. Sie hatten einfach mehr Traktion als wir, was sich besonders im dritten Sektor auswirkt. Dort haben wir viel Zeit liegen lassen."

Nach neun Rennen kommen Spengler und Tomczyk auf nun 31 Zähler - Tabellenführer Timo Scheider hat mittlerweile einen doppelt so hohen Punktestand. Während sich der Rosenheimer schon oft in den Dienst seiner Teamkollegen stellte, betritt Spengler Neuland. "Mein Ziel ist es zunächst, so weit wie möglich nach vorne zu fahren. Wenn dann die Situation kommt, jemandem zu helfen, werde ich das gerne machen", so der AMG-Pilot. "Die Meisterschaft hängt nicht von einem einzelnen Fahrer ab, sondern von der ganzen Mannschaft hinter ihm."