Von 2000 bis 2004 zählte der neue Audi Werksfahrer zu den Hauptdarstellern der DTM, ehe im vergangenen Jahr ein Abstecher ins Sportwagen-Cockpit folgte. Zudem startete er in der Wintersaison für das deutsche Nationalteam in der A1 Grand Prix-Formel-Rennserie.

Der Sohn eines Fahrschullehrers, der selbst Langstrecken-Rennen fuhr, hätte vermutlich auch das nötige Talent für die Formel 1 gehabt. 1995 gewann er in seiner ersten Rennsaison gleich den Titel in einer Nachwuchs-Formelserie. 1997, in seinem Debütjahr in der Formel 3, musste er sich nur Nick Heidfeld geschlagen geben. Der Weg in die Formel 1 schien vorgezeichnet, aus den verschiedensten Gründen klappte es jedoch nicht mit der "Königsklasse".

Als Scheider vom Comeback der DTM erfuhr, war er sofort Feuer und Flamme und setzte alle Hebel in Bewegung, ein Cockpit zu bekommen. "Viele haben sich gewundert, dass ich von der Formel 3 in den Tourenwagen wechsele. Aber später hat sich gezeigt, dass der Fahrstil sehr ähnlich ist und mir viele weitere Formel 3-Piloten gefolgt sind." Scheider bezeichnet sich als "Trendsetter", der nicht auf andere blickt, sondern seine Erfahrungen selbst machen möchte. Deshalb hatte er auch nie Vorbilder. "Mich haben eher einzelne Charakterzüge beeindruckt. Zum Beispiel, dass ein Nigel Mansell nie aufgegeben und sein Auto einmal sogar ins Ziel geschoben hat."

Timo Scheider auf dem Hockenheimring, Foto: Audi
Timo Scheider auf dem Hockenheimring, Foto: Audi

Sich selbst hat Timo Scheider durch seinen Mental- und Fitnesstrainer Arno Gantner besser kennen gelernt, mit dem er fast täglich in die Berge geht und der ihn auch bei den Rennen betreut. "Durch Arno habe ich viel über meinen Körper und meinen Geist gelernt", beschreibt der Audi Pilot. "Ich bin grundsätzlich relativ unruhig und habe den Drang, immer etwas zu machen. Dank des Mentaltrainings in der Natur kann ich mich zurückfahren und mich an einem Rennwochenende besser konzentrieren."

Seit drei Jahren bewegt Timo Scheider in seiner Freizeit zudem leidenschaftlich gerne Supermoto-Motorräder. "Das ist gut für die Kondition, Konzentration und das Gleichgewicht", sagt der Audi Pilot, der in seiner Jugend BMX-Rennen fuhr, ehe er von den Eltern zu Weihnachten ein Kart geschenkt bekam und damit die Karriere auf vier Rädern ihren Lauf nahm.