Marco Mapelli (Abt-Lamborghini) hat das irre Samstagsrennen der DTM auf dem Lausitzring gewonnen, muss aber um seinen ersten Sieg bangen. Der Italiener stand nach dem Zieleinlauf unter Beobachtung der Rennleitung, weil er möglicherweise während einer Full-Course-Yellow-Phase zu schnell war. Mapelli teilt das gleiche Schicksal mit dem Drittplatzierten Ricardo Feller (Land-Porsche).
Die Meldung, dass insgesamt sechs Fahrer unter Beobachtung der Rennleitung stehen, erreichte die Öffentlichkeit zwölf Minuten vor dem Rennende. Die Sportkommissare kündigten an, die Vorfälle erst nach dem Rennen zu untersuchen. Damit standen zwei von drei Podestplätzen zunächst auf der Kippe.
Erbt Ben Dörr den Sieg am Lausitzring?
Der Zweitplatzierte Ben Dörr (Dörr-McLaren) hatte sich im einstündigen Rennen (55 Minuten plus 3 Runden) hingegen nichts zu Schulden lassen kommen und kann auf seinen ersten DTM-Sieg hoffen. Im Falle von ausgesprochenen Strafen könnte Marco Wittmann (Schubert-BMW), eigentlich Fünfter, sogar aufs Podest nachrücken.
Dass Mapelli mit seinem Lamborghini Temerario GT3 den Zielstrich überhaupt als Erster überquerte, war einer ganzen Portion Glück geschuldet: Der DTM-Neueinsteiger legte auf Regenreifen seinen Pflicht-Boxenstopp in der 14. Runde ein, wenige Sekunden vor einer Full-Course-Yellow-Phase (Ausfall von Timo Glock). Auch Dörr und Feller waren gerade rechtzeitig zum Reifenwechsel abgebogen und sparten sich viel Zeit, während der Rest des Feldes durch die FCY-Phase auf der Strecke eingebremst wurde.
DTM Punktestand: DTM Gesamtwertung 2026 als Tabelle
Irrer Rennverlauf für Pole-Sette Nicki Thiim
So gewann Mapelli zumindest vorläufig nach einer gigantischen Aufholjagd vom 16. Startplatz, während Dörr 10 und Feller 15 Plätze gutmachen konnten. Das Rennen begann auf nasser Piste nach einem heftigen Regenschauer 20 Minuten vor dem Start. Pole-Setter Nicki Thiim (Comtoyou-Aston-Martin) setzte dennoch auf Slick-Reifen und wurde zunächst bis auf den 13. Platz durchgereicht. Bei schnell abtrocknender Strecke pflügte der Däne dann aber durchs Feld und kämpfte sich bis zu den Pflicht-Stopps zurück auf den ersten Platz.
Thiim legte seinen Reifenwechsel (von Slicks aufs Slicks) in Runde 13 ein und sah mit dem schnellen Aston Martin Vantage GT3 Evo zunächst wie der sichere Sieger aus. Es wäre übrigens der achte Sieg eines Pole-Setters auf dem Lausitzring in Folge gewesen. Stattdessen wurde der Aston-Martin-Werksfahrer eine Runde später durch die Full Course Yellow kalt erwischt und verlor mehr als 20 Sekunden auf das Führungs-Trio um Mapelli, Dörr und Feller.
Timo Glock und Co.: Fünf Ausfälle am Lausitzring
Hinter Thiim folgten auf den Plätzen fünf bis acht: der zweifache DTM-Champion Marco Wittmann (Schubert-BMW, von Startplatz 18), Maximilian Paul (GRT-Lamborghini, von Startplatz 17), Thierry Vermeulen (Emil-Frey-Ferrari, von Startplatz 13) und der neue Meisterschaftsführende Lucas Auer (Landgraf-Mercedes, von Startplatz drei).
Bastian Buus (Land-Porsche), Timo Glock (Dörr-McLaren), Finn Wiebelhaus (HRT-Ford), Mirko Bortolotti (GRT-Lamborghini) und Luca Engstler (Abt-Lamborghini) fielen vorzeitig aus, womit nur 16 der 21 Fahrer das Rennen beendeten.
DTM Lausitzring: So lief das Rennen am Samstag
Die Startaufstellung: Nicki Thiim erzielte seine erste Pole Position für Aston Martin und die zweite seiner DTM-Karriere. Der Däne stellte zudem einen neuen GT3-Qualifying-Rekord auf. Arjun Maini im Ford Mustang GT3 Evo von HRT komplettierte die erste Startreihe. Auf den Plätzen drei bis fünf folgten die Mercedes-AMG-Fahrer Lucas Auer, Jules Gounon und Maro Engel. Finn Wiebelhaus führte den zweiten HRT-Ford als Sechster in die Top-6, dahinter folgten Matteo Cairoli und Tom Kalender auf den Positionen sieben und acht.
Der Start: 20 Minuten vor dem Start begann es heftig zu regnen. Die Rennleitung entschied nach einer Überprüfung der Streckenverhältnisse, das Rennen mit einer leichten Verzögerung von 5 Minuten aufzunehmen (13:35 statt 13:30 Uhr). Die Fahrer rollten mit unterschiedlichen Reifenmischungen für zwei Formationsrunden los, bevor das Rennen freigegeben wurde.
Pole-Setter Nicki Thiim wurde mit seinen Slick-Reifen auf dem Weg zur ersten Kurve bis auf den 13. Platz zurückgereicht. Auch der von P2 gestartete Arjun Maini fiel zurück und reihte sich an vierter Stelle hinter dem Mercedes-Trio Lucas Auer, Jules Gounon und Maro Engel ein. Tom Kalender drehte sich nach einer Kollision. Im hinteren Feld flog Geburtstagskind Bastian Buus mit seinem Land-Porsche ins Kiesbett ab und löste dadurch eine Safety-Car-Phase aus.
Zu den Gewinnern der Startphase zählten Thomas Preining (von P12 auf P7), Mirko Bortolotti (von P14 auf P9), Kelvin van der Linde (von P19 auf P9) und Timo Glock (von P21 auf P12). Kalender kam während des Safety Car an die Box und wechselte von Regenreifen auf Slicks. Beim Re-Start lieferten sich Auer und Gounon ein sehenswertes Duell um die Spitze, wobei der Österreicher die Oberhand behielt. Matteo Cairoli kassierte Maini und Engel für den dritten Platz.
Die erste Rennhälfte: Die Strecke trocknete nach den ersten Runden zügig ab, während die Fahrer mit Regenreifen die nassen Stellen auf der Strecke suchten. Das führte im Mittelfeld zu zahlreichen Positionswechseln. Nach 15 Minuten begannen die Slick-Reifen die schnellere Wahl zu werden: Thiim machte innerhalb kurzer Zeit sechs Positionen gut und rückte auf die fünfte Stelle vor. Maini, Cairoli, Gounon und Auer waren als nächste dran, sodass Thiim zu Beginn der Pflicht-Boxenstopps wieder den ersten Platz belegte.
Als das Boxenstopp-Fenster nach 20 Minuten zur 11. Runde öffnete, kamen sofort Auer, Engel, Cairoli, Maini, Bortolotti, Preining, Engstler, van der Linde, Glock und Baert rein, um von Regenreifen auf Slicks zu wechseln. Gounon musste eine Runde länger draußen bleiben, bis er an der Winward-Mercedes-Box abgefertigt werden konnte.
In Runde 13 blieb Glock mit seinem McLaren auf der Strecke liegen, auch Finn Wiebelhaus stellte seinen Ford Mustang ab. Thiim, Vermeulen und Paul absolvierten ihre Pflicht-Reifenwechsel. Danach rief die Rennleitung eine Full Course Yellow wegen des gestrandeten McLaren aus. Mapelli, Dörr und Feller kamen in Runde 14 kurz vor oder während der FCY zum Reifenwechsel, was zunächst nicht ganz klar war. Später stellte sich heraus, dass das Trio rechtzeitig in die Boxengasse abgebogen war. Nur Wittmann (P1) hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht seine Reifen gewechselt.
Der weitere Rennverlauf: Maro Engel kam nach dem Ende der FCY-Phase von der Strecke ab und musste durchs Kiesbett. Wittmann und Kalender (früher Stopp außerhalb des Boxenstopp-Fenster) kamen in Runde 16 - 25 Minuten vor Schluss - zum Boxenstopp herein. Unterdessen stellte Bortolotti seinen GRT-Lamborghini in der Garage ab.
20 Minuten vor dem Ende der regulären Zeit führte Mapelli knapp vor Dörr und Feller, mit 24 Sekunden Abstand dahinter folgte Thiim an vierter Position. Engstler stellte seinen Abt-Lamborghini in Runde 23 wegen eines Problems mit der Lenkung vorzeitig ab.
12 Minuten vor Schluss gerieten sechs Fahrer unter Beobachtung der Rennleitung wegen möglicherweise zu hoher Geschwindigkeit unter Full Course Yellow: Paul, Feller, Kalender, Mapelli, Gounon und Engel! Die Sportkommissare kündigten eine Bearbeitung der Fälle nach dem Rennende an.
Preining und Engel lieferten sich ein hartes Duell um Platz 14, wobei sich der Mercedes-Pilot über einen mehrfachen Spurwechsel seines Kontrahenten aufregte. Engel erhielt eine Verwarnung wegen Abdrängens. Danach tat sich bis zum Zieleinlauf nicht mehr allzu viel auf der Strecke.
Du willst alle Breaking News und Hintergrund-Infos zur DTM, WEC, IndyCar, den 24-Stunden-Rennen und Co. bekommen? Dann abonniere jetzt unseren neuen und kostenlosen WhatsApp-Channel! Brandaktuelle News aus der Motorsport-Welt direkt auf dein Handy:



diese DTM Rennbericht