Zwei Porsche vor zwei McLaren: So lautete die Reihenfolge im 2. Freien Training beim DTM-Saisonfinale in Hockenheim. Ayhancan Güven sicherte sich die Bestzeit vor seinem Manthey-Porsche-Teamkollegen Thomas Preining. Beide Fahrer mit ihren Neunelfern zählen zum Kreis der neun theoretischen Titelanwärter beim letzten Rennwochenende der Saison 2025. Ex-Champion Preining hatte sich zuvor im 1. Training die Bestzeit gesichert.

Ein starker Auftakt des einzigen Porsche-Teams im Starterfeld der DTM, aber auch Dörr Motorsport mit seinen beiden McLaren 720 S GT3 musste sich nicht verstecken: Timo Glock und Teamkollege Ben Dörr landeten auf den Plätzen drei und vier im 45-minütigen Training.

Manthey-Porsche wieder vorne - Mercedes-Trio hinten

Güven, der erste türkische DTM-Rennsieger der Geschichte, brauchte 1:37.015 Minuten für seinen besten Umlauf durchs Motodrom, und war damit rund vier Zehntelsekunden schneller als Preining zum Auftakt. Güven und den Österreicher trennten 0,196 Sekunden, während die beiden McLaren mit drei Zehnteln Abstand auf den weiteren Positionen folgten.

Der Meisterschafts-Führende Lucas Auer (Landgraf-Mercedes) kam nicht über den 16. Platz hinaus. Seine Mercedes-Markenkollegen Maro Engel und Jules Gounon, beide ebenfalls mit Titelchancen, landeten auf den Plätzen zehn und 23 - ein kniffliger Auftakt ins Wochenende für die Marke mit dem Stern.

Jordan Pepper nach Unfall zurück im Geschehen

Der Gesamt-Zweite Jordan Pepper (GRT-Lamborghini) konnte ebenfalls nur mäßig glänzen, wenngleich die Rundenzeiten in den Freien Trainings nicht überbewertet werden sollten: P15. Pepper konnte immerhin pünktlich zum Beginn des 2. Trainings wieder ins Geschehen eingreifen, nachdem der Südafrikaner in der Vormittags-Session verunfallt war und einiges an Streckenzeit verlor.

Ein steckengebliebenes Gaspedal hatte 'Passagier' Pepper unsanft in die Reifenstapel befördert. "Wir vermuten, dass ein Stein dafür verantwortlich war", sagte GRT-Teamchef Gottfried Grasser zu Motorsport-Magazin.com. Teile der Karossiere und Halterungen des Lamborghini wurden durch den Crash beschädigt und in der Mittagspause eilig repariert.

Rene Rast, der als Dritter in der Gesamtwertung auf seinen vierten DTM-Titelgewinn hoffen darf, landete auf Platz 17. Schubert-BMW-Markenkollege Marco Wittmann, ebenfalls Titelaspirant, belegte den 13. Rang in der Zeitenliste. Deutlich weiter vorne lagen hingegen Piloten, die mit dem Titelkampf nichts mehr zu tun haben: Gilles Magnus (Comtoyou-Aston-Martin) auf P5, dahinter Noch-Meister Mirko Bortolotti (Abt-Lamborghini), Morris Schuring (Manthey-Porsche) und Ben Green (Emil-Frey-Ferrari). P9 ging an dessen Teamkollegen Jack Aitken, dessen Titelhoffnungen zuletzt in Spielberg einen herben Rückschlag erlitten hatten.

Scherer sorgt für Full Course Yellow - zwei Fahrer im Kiesbett

Der Auftakt zum 2. Training verlief äußerst hektisch: Nach 6 Minuten blieb Fabio Scherer mit seinem Ford Mustang GT3 von HRT auf der Strecke stehen, nachdem den Schweizer schon am Vormittag technische Probleme geplagt hatten.

Fast zeitgleich flog Gilles Magnus mit seinem Comtoyou-Aston-Martin von der Strecke und blieb im Kiesbett der Sachskurve stecken. Der Vorfall, bei dem Magnus die Streckenbegrenzung touchierte, löste eine Full-Course-Yellow-Phase aus. Kurz nach Wiederaufnahme erwischte es Ricardo Feller (Land-Audi) an der gleichen Stelle, wenngleich der Spielberg-Sieger einen Einschlag vermeiden konnte.

Überraschend viele Zuschauer am Freitag in Hockenheim

Der kühle Hockenheimring erfreute sich schon am Freitag großer Beliebtheit bei den Zuschauern. Während des 2. Trainings präsentierte sich das Motodrom ordentlich gefüllt, auch von der Haupttribüne schauten zahlreiche Fans dem Treiben auf der Rennstrecke zu.

Der Feiertag dürfte dem Besucheraufkommen zuträglich gewesen sein, wenngleich der Karten-Vorverkauf um 20 Prozent besser sein soll als im Vorjahr. Am Freitag blieb es durchweg trocken, doch am Samstag sollten die Zuschauer Regenschirme einpacken: Rund um das Rennen (Samstag, 13:30 Uhr) soll es nass werden. Das Qualifying am Samstagmorgen beginnt um 09:35 Uhr (im Livestream auf Motorsport-Magazin.com).