Es ist das spannendste Finale in der über 40-jährigen Geschichte der DTM: Neun Fahrer von fünf Marken kämpfen um den begehrten Titelgewinn! Auf dem Hockenheimring fällt in den beiden Rennen an diesem Wochenende (03.-05. Oktober, im Livestream auf Motorsport-Magazin.com und im Free-TV auf ProSieben) die Entscheidung.

Mehrfache DTM-Champions, GT-Weltklasse-Fahrer und überraschende Namen mischen um die Meisterschaft mit - wer setzt sich beim Showdown im Motodrom durch? Die Redakteure von Motorsport-Magazin.com haben ihre persönlichen Meister-Tipps abgegeben. Und welcher Fahrer ist euer Favorit? Schreibt es uns in die Kommentare!

DTM-Tabelle: Die Titelanwärter 2025

Pos.FahrerTeamPunkte
1Lucas AuerLandgraf-Mercedes171
2Jordan PepperGRT-Lamborghini164
3Rene RastSchubert-BMW160
4Maro EngelWinward-Mercedes155
5Ayhancan GüvenManthey-Porsche154
6Jack AitkenEmil-Frey-Ferrari150
7Marco WittmannSchubert-BMW150
8Thomas PreiningManthey-Porsche146
9Jules GounonWinward-Mercedes142

Auer mit Konstanz und Biss zum Titel - Edda Holweg

Könnte ich mit Sicherheit sagen, wer am Sonntag den Siegerpokal in den Händen halten wird, würde ich ins nächste Wettbüro gehen. Der Kampf um den DTM-Titel 2025 ist ein ständiges Hin und Her. Wer am Samstag die Führung inne hatte, befand sich am Sonntag schon wieder außerhalb der Top-5. Deshalb ist eine Prognose, wer am Ende siegreich ist, reine Spekulation. Trotzdem sticht für mich ein Fahrer aus den neun Kandidaten heraus, der eine Meisterleistung über die gesamte Saison ablieferte: Lucas Auer.

Auer geht mit sieben Punkten Vorsprung als Tabellenführer nach Hockenheim. Die Position hat sich der Tiroler verdient, denn anders als alle anderen Titelkandidaten punktete er in ausnahmslos jedem Rennen. Über fast die ganze Saison hielt er sich an der Spitze der Gesamtwertung, nur viermal musste er seinen ersten Platz hergeben. Doch Auer kämpfte sich immer wieder zurück, nur aus einem der bisher sieben Rennwochenenden ging er nicht als Tabellenführer hervor. Für mich ist das die Konstanz und der Biss, die einen DTM-Meister ausmachen. Man muss nicht jedes Rennen gewinnen, sondern man muss im Kampf bleiben und trotz Rückschlägen nicht aufgeben. Das hat Lucas Auer getan und macht ihn für mich zum DTM-Champion 2025.

Pepper und GRT schaffen das Unmögliche - Florian Becker

Ein zweiter Lamborghini-Titel in Serie würde in der heutigen DTM einem Wunder gleichkommen. Doch wenn ein Team das Unmögliche möglich machen kann, dann wohl GRT. Die Mannschaft rund um Teamchef Gottfried Grasser hat in der Saison 2025 endlich auch in der DTM ihren 'Sweet Spot' gefunden. Nach Jahren der harten Arbeit und Entbehrungen, passt das Paket in der vierten DTM-Saison mit Jordan Pepper als Erfolgsgarant scheinbar in allen Lebenslagen. Dabei überzeugen GRT und der Lamborghini-Werksfahrer nicht nur mit starken Einzelleistungen, sondern vor allem mit der richtigen Tendenz.

Zweifelsohne haben die beim verhexten Zandvoort-Wochenende zu Saisonbeginn verlorenen Big Points geschmerzt. Doch GRT und Jordan Pepper wetzten die Scharte mit Konstanz wieder aus. Eine ruhige Hand und die richtigen Entscheidungen verschafften dem Duo im weiteren Saisonverlauf die notwendigen Resultate, um beim Finale im Titelrennen zu sein. Warum sollte sich diese Resilienz nicht auch beim Showdown auf dem Hockenheimring auszahlen? Jordan Pepper ist nicht nur wegen seines überschaubaren Rückstands von nur sieben Punkten auf Leader Lucas Auer gefährlich. Der Südafrikaner hat bewiesen, dass er aus seinen Fehlern lernt - und man hat den Eindruck, als hätte er für 2025 schon alle seine Fehler gemacht.

Aller guten Dinge sind... Lucas Auer - Arno Wester

Den Ausgang des mit Spannung erwarteten DTM-Finales am kommenden Wochenende in Hockenheim vorherzusagen, ist kein leichtes Unterfangen - vor allem wenn man als Vorhersager neun mögliche Champions berücksichtigen muss! Dabei sind vier Fahrer (Jordan Pepper, Ayhancan Güven, Jack Aitken und Jules Gounon) erstmals überhaupt in der Verlosung, bei der es bisher kein Fahrer in der seit 2021 existierenden GT3-DTM geschafft hat, in allen fünf Jahren zu den möglichen Titelkandidaten zu zählen. Dieses Kunststück haben bisher nur Rene Rast und Thomas Preining in den Jahren 2022 bis 2025 geschafft.

Nur zwei Fahrern (Sheldon van der Linde (2022) und Thomas Preining (2023)) ist es bisher gelungen, die (fast) perfekte Ausgangsposition, nämlich als Tabellenführer zum Finale anzureisen, auch zum Titelgewinn zu nutzen. Wenn tatsächlich aller guten Dinge auch drei sind, ist mein Favorit als neuer DTM-Champion der Österreicher Lucas Auer, der seit dem Saisonauftakt in Oschersleben die Tabelle anführt und nur auf dem Sachsenring um seinen Platz an der Sonne zittern musste, als Aitken seinen zwischenzeitlichen Rückstand von 23 Punkten nach Zandvoort (68:91) bis auf lediglich zwei Zähler (149:151) nach Spielberg reduzierte.

DTM-Meister wird zum vierten Mal Rene Rast - Tobias Mühlbauer

Ich weiß, dass ist jetzt wirklich kein spannender Tipp, aber der logische. Rene Rast hat schon drei Meisterschaften in der DTM auf dem Konto und damit nachhaltig bewiesen, dass er dem Druck eines Titelkampfes standhalten kann. Natürlich stammen diese Erfolge noch aus Audi-Zeiten, aber auch im BMW M4 zählt der mittlerweile 38-Jährige immer noch zu den Allerbesten, die in der Tourenwagenszene ihre Kreise ziehen. Dazu hat er mit Schubert Motorsport ein erstklassiges Team im Rücken.

Mein Hauptargument für seinen Titelgewinn ist aber ein anderes. Wie immer findet das Finale traditionell auf dem Hockenheimring statt und Rast ist nichts anderes als ein absoluter Spezialist für das Motodrom. Seit 2017 ist er dort in jedem Jahr mindestens einmal auf das Podium gefahren und hat gar fünfmal gewonnen. Mit dieser Bilanz kann keiner der acht anderen Titelkandidaten auch nur im Ansatz mithalten. Es muss Rast zugetraut werden, dass er in Hockenheim zweimal auf dem Treppchen stehen wird und dann sind die 11 Punkte Rückstand auf Lucas Auer definitiv aufzuholen.

Der Auer macht's - Robert Seiwert

Der Auer macht's - diesmal wirklich! Mehrfach ist der Österreicher in seinen zehn DTM-Jahren knapp am ersten Titelgewinn vorgebeschrammt, zuletzt 2022 als Vizemeister. Was Lucas Auer häufig fehlte, war die Konstanz über eine komplette Saison hinweg. Manchmal wollte er zu viel, wenn es um die Wurst ging. Aber der Lucas Auer von 2025 ist ein anderer Fahrer als früher, viel beherrschter und umsichtiger. Sollte man auch sein mit 31 Jahren, wenngleich Luggi in seiner Art der gleiche lockere Typ geblieben ist. Inzwischen hat er aber gelernt, dass es auch mal klüger ist, gute Punkte mitzunehmen statt immer das Podest anzupeilen.

Dass der Mercedes-AMG-Werksfahrer als einziger aller 24 Fahrer aus jedem Rennen etwas Zählbares mitgenommen hat, ist der beste Beweis für seine brutale Konstanz. Und das wird am Ende der Schlüssel sein in einer DTM-Saison, in der wegen teils dramatischer BoP-Änderungen viel Chaos während der Rennwochenenden herrscht. Dass der Mercedes-AMG GT3 kein Sieger-Auto ist - die beiden einzigen Siege gehen auf Auers Konto - könnte in Hockenheim zum Problem werden. Mit der überraschend nervenstarken Landgraf-Truppe hat er aber ein Team im Rücken, das sich keinen Fehler leisten und Auer knapp zum DTM-Titelgewinn tragen wird.