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DTM, Interview: T3-Chef Feucht kündigt weitere Gaststarts an

In Assen überzeugte Mirko Bortolotti bei seiner DTM-Premiere für T3 Motorsport. Im MSM-Interview kündigt Teamchef Jens Feucht den nächsten Gaststarter an.
von Arno Wester

Motorsport-Magazin.com - Jens Feucht, Chef des im November 2018 gegründeten von T3 Motorsport hat das Privatteam aus Dresden in weniger als drei Jahren zu einer festen Größe im deutschen Motorsport etabliert.

Mit dem Ziel, junge, talentierte und hoffnungsträchtige Piloten zu fördern, hat Feucht schon das ein und andere Mal positiv überrascht - wie die aktuelle DTM-Saison beweist. Zudem hat er in der Traditionsrennserie für Aufmerksamkeit gesorgt, indem er Gaststartern eine Chance gibt, sich in der DTM zu beweisen. Bestes Beispiel dafür ist Lamborghini-Werksfahrer Mirko Bortolotti, der in den beiden Rennen am vergangenen Wochenende in Assen eine beeindruckende DTM-Premiere feierte.

Motorsport-Magazin.com hat mit Jens Feucht über das Debüt von Lamborghini-Werksfahrer Mirko Bortolotti, den möglichen nächsten Coup, weitere Überraschungen und die sportliche Zukunft seines Teams gesprochen. Die T3-Fans und die Rennszene dürfen sich auf weitere interessante Neuigkeiten freuen.

Motorsport-Magazin.com: Ist GT3-Star Mirko Bortolotti die in Motorsport-Magazin.com in Aussicht gestellte Überraschung?
Jens Feucht: Ja, das ist in der Tat die Überraschung, die wir ins Auge gefasst haben und die ich euch gegenüber angekündigt habe.

Wie kam der Coup mit Mirko Bortolotti zustande?
Feucht: Es gab unsererseits eine Anfrage bei Lamborghini. Sie haben Mirko für einen DTM-Einsatz im Team T3 Motorsport zur Verfügung gestellt. Auch Mirko hat bei seinem Arbeitgeber den Wunsch geäußert, einen Gaststart in der DTM bestreiten zu dürfen. Hintergrund ist, dass er auch 2022 gerne in der DTM an den Start gehen würde, aber nicht als Gast-, sondern als Stammfahrer in der gesamten Saison.

Bortolotti fuhr erstes T3-Podium in der DTM ein

Welches deiner Autos ist Bortolotti in Assen gefahren?
Feucht: Den Huracán GT3 Evo, den ansonsten Lamborghini-Junior Maximilian Paul im ADAC GT Masters fährt.

Wie zufrieden warst du mit seiner Leistung?
Feucht: Keine Frage, sehr. Mirko hat auf Anhieb für unser erstes DTM-Podium gesorgt. Ohne den Boxenstopp-Nachteil hätte er das erste Rennen gewinnen und im zweiten einige Plätze gutmachen können (Bortolotti hatte in den beiden Rennen die beachtlichen Plätze zwei und sieben belegt, d. Red.).

Wer hat die Kosten für den Einsatz übernommen?
Feucht: Bitte hab Verständnis, wenn ich mich dazu nicht äußern möchte." Anmerkung der Redaktion: Die Meyle AG und die BKP Berolina GmbH fördern das Dresdner Privatteam schon seit 2019.

Wird es in dieser Saison noch weitere Überraschungen von euch geben?
Feucht: Geplant ist nichts, weil sich das DTM-Event in Hockenheim mit dem ADAC GT Masters und der Internationalen Deutschen GT-Meisterschaft auf dem Sachsenring überschneidet. Und am Norisring könnten wir laut Reglement nur starten, wenn wir auch in Hockenheim fahren würden.

T3 Motorsport will 2022 mit drei Fahrzeugen in der DTM starten

Wie ist der Stand der Dinge bezüglich möglicher Aktivitäten von T3 Motorsport in der kommenden Saison?
Feucht: Unser Wunsch ist, in der DTM mit drei und in der DTM-Trophy mit zwei Fahrzeugen an den Start zu gehen.

Was wären unter anderen deine Wunschfahrer für die GT3-DTM 2022?
Feucht: Mirco Bortolotti, Maximilian Paul und Nicki Thiim.

Thiim, wie kommst du denn auf den Dänen?
Feucht: Ich bin doch immer für eine Überraschung gut, oder? Im Ernst: Nicki gehört ebenso wie Mirko zu den weltbesten GT3-Profis und wird meines Wissens von Aston Martin wegen eines aktuell fehlenden Vollzeit-Programms für Einsätze in anderen Rennserien freigestellt. Anmerkung der Redaktion: Thiim nahm in diesem Jahr für Phoenix Racing unter anderem an Rennen der Asian Le Mans Series in einem LMP2-Sportwagen von Oreca sowie am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring in einem Audi R8 LMS GT3 teil. Mit einer starken Leistung sicherte er sich beim Qualifyingrennen für den Eifelklassiker die zweite Startposition.

Moto-2-Ass Stefan Bradl testet Lamborghini von T3 Motorsport

Können wir auch wieder mit (überraschenden) Gaststartern rechnen?
Feucht: Wir haben tatsächlich noch weitere auf dem Radar. Dazu möchte ich aber erst etwas kommunizieren, wenn alle Details in trockenen Tüchern sind. Fix ist, dass wir wieder Maximilian Paul einen Gaststart ermöglichen und dass an diesem Donnerstag auch Stefan Bradl (Motorrad-Weltmeister in der Moto-2-Klasse 2011, d. Red.) in Hockenheim einen unserer Lamborghinis testet.

Könnte daraus möglicherweise mehr entstehen?
Feucht: Das kann ich mir nicht vorstellen, weil Stefan vor wenigen Tagen von seinem Arbeitgeber Honda für zwei weitere Jahre als Testfahrer bestätigt wurde. Zudem hat er eine Vereinbarung mit ServusTV als Experte bei Rennen der MotoGP. Aber: Wenn Stefan Bradl bei dem Test sein Können auch auf vier Rädern zeigt, wäre ein Gaststart 2022 durchaus möglich.

Bradl steht ebenso wie Bortolotti im Rampenlicht des Rennsports. Wer hat den Kontakt zu dem Motorrad-Star hergestellt?
Feucht: Das war Sat.1-Kommentator Eddie Mielke, der Stefan aufgrund seines Jobs gut kennt. Ihm hat er zu verdanken, dass es diesen Test überhaupt gibt.

Wird es neben Bradl auch noch weitere Piloten geben, die im Hinblick auf das DTM-Event in Hockenheim am übernächsten Wochenende (1. bis 3. Oktober) an dem Test teilnehmen?
Feucht: Ja, auch Esmee Hawkey wird testen. Als Referenzfahrer für beide fungiert Maximilian Paul (Junior von Lamborghini Squadra Corse sowie T3-Coach- und Stammfahrer im ADAC GT Masters, d. Red.).


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