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DTM

DTM Spielberg Qualifying: Gaststarter-Crash bei Lawson-Pole

Liam Lawson fliegt im Red-Bull-Ferrari beim "Heimspiel" in Österreich zur Pole Position. Ein Gaststarter crasht am Ende. Van der Linde mit Strategie-Trick.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Das Qualifying der DTM für das Samstagsrennen auf dem Red Bull Ring begann mit einem Knall und endete mit einem Unfall: Während Ferrari-Youngster Liam Lawson mit einer überragenden Runde frühzeitig seine erste Pole Position in der DTM klarmachte, verlor der junge Gaststarter Maximilian Paul in der letzten Kurve die Kontrolle über seinen T3-Lamborghini und schlug in die Streckenbegrenzung ein.

Lawson fuhr zum Auftakt des fünften Rennwochenendes der DTM-Saison 2021 in einer eigenen Liga. Schon in der ersten Hälfte des 20-minütigen Qualifyings flog der AF-Corse-Pilot mit einer Rundenzeit von 1:27.851 Minuten auf die provisorische Pole Position. Lawson am nächsten kam im weiteren Verlauf Maximilian Götz (HRT-Mercedes), der mit einer persönlichen Bestzeit von 1:28.122 Minuten einen Rückstand von 0,271 Sekunden aufwies.

Für eine Überraschung sorgte unterdessen Rookie Arjun Maini. Der erste Inder in der Geschichte der DTM führte seinen von GetSpeed eingesetzten Mercedes-AMG GT3 auf den dritten Startplatz. Bestplatzierter BMW-Pilot - der BMW M6 GT3 zählte zu den theoretischen Favoriten auf dem Red Bull Ring - war Sheldon van der Linde. Dem jüngeren Bruder von DTM-Spitzenreiter Kelvin van der Linde fehlten 0,390 Sekunden zur Pole-Zeit.

Für eine Überraschung sorgte auch Bruder Kelvin, der mit einer ungewöhnlichen Strategie auf den achten Platz fuhr und damit der mit Abstand bestplatzierte Pilot eines Audi R8 LMS GT3 war. Der Abt-Pilot legte seine erste gezeitete Runde erst zurück, als der Rest des Feldes bereits die ersten Runs absolviert hatte.

Diese Taktik führte van der Linde zwischenzeitlich auf den dritten Platz, später wurde er auf P8 durchgereicht. Vorteil van der Linde: Er nutzte nur einen Satz Reifen. Später sagte der Südafrikaner: "Das war das Maximum heute - mehr wäre auch mit einem zweiten Satz nicht möglich gewesen."

Zwischen den beiden van der Lindes auf P4 und P7 qualifizierten sich Lausitz-Sieger Philip Ellis (Winward-Mercedes), Nürburgring-Sieger Alex Albon (AF Corse Ferrari) und der Meisterschaftsdritte Marco Wittmann (Walkenhorst-Mercedes). Die Plätze 15 bis 20 waren ausschließlich für Piloten mit Lamborghini Huracan oder Audi R8 reserviert: Esteban Muth, Gaststarter Paul und Esmee Hawkey (alle T3-Lamborghini) landeten vor dem Audi-Trio Mike Rockenfeller, Dev Gore und Sophia Flörsch.

Halbzeit: Lawson mit Bomben-Runde - van der Linde trickst

Lawson legte mit seiner dritten Runde vor und übernahm die Spitze des Klassements mit einer 1:26.648. Einen Umlauf später verringerte er seine Rundenzeit um weitere vier Zehntelsekunden. Und der Neuseeländer machte munter weiter: Mit dem fünften Run verbesserte er seine persönliche Bestzeit weiter auf eine 1:27.851, während Teamkollege Alex Albon als einem von mehreren Fahrern wegen Überschreiten der Track Limits eine Rundenzeit gestrichen wurde.

Der thailändische Nürburgring-Sieger belegte zur Halbzeit des Qualifyings dennoch zunächst den dritten Platz. Nur Maximilian Götz (1:28.229) gelang es, sich zwischen das Ferrari-Duo zu quetschen.

Als alle Fahrer zum Reifenwechsel in die Boxengasse abgebogen waren, nahm Kelvin van der Linde seine erste schnelle Runde in Angriff. Die antizyklische Strategie führte den Abt-Piloten nach vier gefahrenen Runden auf den dritten Platz (1:28.337). Hinter Albon auf P4 folgten Marco Wittmann, Lucas Auer, Arjun Maini und Timo Glock auf den weiteren Positionen.


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