Motorsport-Magazin.com Plus
DTM

DTM 2021 mit fliegendem Start: Das sagen Rast, Wittmann und Co.

Mit Ankunft der GT3-Ära wechselt die DTM auf fliegende Starts. Einige Fahrer freuen sich darauf, doch es gibt auch kritische Stimmen.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - 2021 startet die GT3-Ära in der DTM. Deutschlands Top-Rennserie verabschiedet sich zur neuen Saison von den aktuellen Class-1-Boliden, um kurz- bis mittelfristig auf die Top-Klasse im Kundenrennsport zu setzen. Mit dem Wechsel der Fahrzeug-Kategorie ändert sich auch in der Meisterschaft einiges.

Dazu gehört der Abschied vom traditionellen, stehenden Start. Für diesen sind die GT3-Autos nämlich gar nicht konzipiert. Und von der Entwicklung einer speziellen, für stehende Starts ausgelegten Kupplung, haben bereits einige Hersteller abgeraten. Immer wieder hieß es, dieses eine Bauteil sei für den exklusiven Einsatz in nur einer Rennserie zu teuer. Angesichts der Corona-Krise ein schlagendes Argument, das die DTM-Macher rund um Gerhard Berger überzeugte.

Damit startet die DTM ab der Saison 2021 fliegend. Fans der Serie kennen dieses Prozedere seit einigen Jahren in Form der sogenannten Indy-Restarts. Nach Safety-Car-Phasen nimmt das Feld fliegend und in engen Zweierreihen die Rennen wieder auf. Die Erfahrung mit den Indy-Restarts ist mit Sicherheit ein Grund, warum sich einige Fahrer auf die fliegenden Starts freuen.

Wittmann: Fliegender Start bringt Zusatz-Spannung

"Der aktuelle Indy-Restart in der DTM verbessert die Show im Rennen. Das bringt Zusatz-Spannung und ist ziemlich cool", meint etwa BMW-Pilot Marco Wittmann. Der zweifache DTM-Champion steht mit dieser Ansicht nicht alleine da. Markenkollege Philipp Eng pflichtet ihm bei, und auch Audi-Haudegen Benoit Tréluyer outet sich als Fan des fliegenden Starts: "Ich mag den fliegenden Start, weil er viel sicherer ist und man weniger Druck hat."

Neue GT3-Autos: Wie sieht die Zukunft der DTM aus?: (11:58 Min.)

Was vor allem für den fliegenden Start spricht, hat Tréluyer schon angerissen: Das Plus an Sicherheit. Klassische Auffahrunfälle, wie wir sie vor ein paar Jahren bei Jamie Green und Nico Müller zum Beispiel am Lausitzring erlebt haben, können so praktisch nicht mehr stattfinden. Da das Feld bereits in Bewegung ist, wenn das Rennen freigegeben wird, gibt es außerdem weniger Chancen für gefährliche Situationen, da die Speedunterschiede geringer sind.

Außerdem weist Tréluyer auf die Risiken bei einem stehenden Start hin: "Man kann eben viel verlieren und es kann auch gefährlich sein. Einen rollenden Start kann man zumindest nicht komplett vermasseln. Außerdem kann man beim stehenden Start Wheelspin haben." Doch nicht alle empfinden die Einführung des fliegenden Starts als Fortschritt.

DTM: Kleine Gruppe wird stehenden Start vermissen

Einige Fahrer trauern dem klassischen Start regelrecht nach oder sehen den Wechsel zum fliegenden Start zumindest als Rückschritt. WRT-Fahrer Fabio Scherer gehört zu dieser Fraktion: "Ich werde den stehenden Start vermissen", bezieht der Schweizer klar Stellung. René Rast bringt sogar noch einen nostalgischen Punkt ins Spiel: "Ich bin mit stehenden Starts aufgewachsen. Traditionelle Starts waren für mich immer stehend."

Fliegende Starts können auch in die Hose gehen - wie hier bei der IndyCar in Gateway - Foto: IndyCar

Generell weist der amtierende Gesamtführende der DTM auch auf die Kehrseite der fliegenden Starts hin. "Für die fliegenden Starts hier in der DTM haben wir strikte Regeln. Solange die jeder befolgt, ist das cooles Racing. In Meisterschaften, wo ein fliegender Start mit vielen Autos zu einem großen Chaos führen kann, weil du diese Regeln nicht hast, musst du das auf dem Schirm haben", mahnt Audi-Pilot Rast.

Eines der jüngsten Beispiele für einen chaotischen, fliegenden Start lieferte die IndyCar-Serie beim Double-Header auf dem Gateway-Oval, wo durch eine Kettenreaktion bereits drei Autos am Start ausschieden. Genau diese Kettenreaktionen gilt es zu vermeiden. Sie sind die wohl größte Gefahr bei einem fliegenden Start.

Doch egal, ob die DTM nun stehend oder fliegend startet: Wichtig ist letztendlich, dass der Fan gut unterhalten wird. Darauf baut Sheldon van Der Linde, der abschließend meint: "Die Fans können jedenfalls gutes Racing erwarten."


Motorsport-Magazin.com Plus