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DTM

DTM nach R-Motorsport-Aus: Fünf Marken zum Auftakt 2020 möglich

Viel los nach dem DTM-Aus von R-Motorsport: Japaner könnten schneller kommen als erwartet. Kubica und Aberdein zu BMW? HWA-Angebot an Gerhard Berger.
von Robert Seiwert & Arno Wester

Motorsport-Magazin.com - Drei Monate vor dem Start in die Saison 2020 hat sich R-Motorsport nach nur einem Jahr aus der DTM verabschiedet. Ein Rückschlag für die Tourenwagenserie und auch DTM-Chef Gerhard Berger, der bereits zum zweiten Mal in seiner kurzen Amtszeit den überraschenden Ausstieg eines Teilnehmers hinnehmen muss.

Durch den Wegfall von R-Motorsport fehlen vier Rennautos im Starterfeld, das aktuell auf nur 14 Boliden von Audi und BMW zusammengeschrumpft ist. Wie es aber so oft der Fall war in der 35-jährigen Geschichte der DTM, rücken die Beteiligten in Krisenzeiten enger zusammen. Es herrscht wieder einmal Aufbruchstimmung!

Hinter den Kulissen laufen die Arbeiten auf Hochtouren, um den Fans in der Saison 2020 doch noch ein einigermaßen attraktives Starterfeld präsentieren zu können. Und so könnte es nach Informationen von Motorsport-Magazin.com bis zum Auftakt in Zolder (24.-26. April) noch den einen oder anderen Kracher geben.

Gespräche mit Toyota und Honda

Möglich, dass beim ersten Rennen des Jahres sogar bis zu fünf unterschiedliche Marken am Start stehen. Neben Audis und BMWs könnten japanische Rennwagen den Ausstieg von R-Motorsport kompensieren. Honda und Toyota mit der brandneuen Supra gelten als potenzielle Kandidaten, nur Nissan kommt nach Informationen von Motorsport-Magazin.com nicht in Frage.

Ein Austausch mit den Japanern ist seit längerer Zeit im Gespräch, zuletzt trafen sich die Vertreter beim sogenannten 'Dream Race'-Showrennen in Fuji im November 2019. Was zunächst frühestens ab 2021 angedacht war, könnte nun ganz schnell in die Tat umgesetzt werden: Japanische Class-1-Autos im permanenten Starterfeld der DTM-Saison 2020.

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Fünf Aston Martin in Affalterbach - HWA-Angebot an Berger

Eine weitere Lösung könnte die Rückkehr der Aston Martin Vantage in die DTM sein. Die vier von R-Motorsport eingesetzten Boliden sowie ein weiterer Testträger stehen laut dem HWA-Gründer und früheren DTM-Chef Hans Werner Aufrecht in Affalterbach. Ein Einsatz der DTM-Autos in diesem Jahr ist nach Informationen von Motorsport-Magazin.com zumindest nicht ganz ausgeschlossen.

Dazu sagt Aufrecht: "Wir haben Gerhard Berger bezüglich des Einsatzes eines oder mehrerer Aston Martin in der Saison 2020 ein Angebot gemacht." Allerdings glaubt Aufrecht nicht an eine mögliche Finanzierung.

Wir haben Gerhard Berger bezüglich des Einsatzes eines oder mehrerer Aston Martin in der Saison 2020 ein Angebot gemacht.
Hans Werner Aufrecht

Einen völlig neuen Hersteller für die DTM-Saison 2020 zu gewinnen, ist 88 Tage vor dem Auftakt sicherlich Utopie. Audi und BMW haben jedoch ihre Unterstützung zugesagt und arbeiten an kurzfristigen Lösungen.

Audi hat bereits 2019 den Anfang gemacht und zusammen mit dem neuen Kundenteam WRT acht Audi RS 5 an den Start gebracht. Der Erfolgsrennstall aus Belgien hat mit dem Schweizer Fabio Scherer und IndyCar-Rückkehrer Ed Jones sein Fahreraufgebot für dieses Jahr bestätigt.

Gerüchte um Kubica

Jetzt ist BMW gefragt, nachzuziehen - und die Chancen dafür scheinen gut zu stehen. Zuletzt gab es vermehrt Gerüchte, dass Robert Kubica mit einem Kundenteam einsteigen könnte. Das Budget - pro Auto gelten in der Szene mindestens drei Millionen Euro als Richtwert - könnte unter anderem von Kubicas langjährigem Sponsors PKN Orlen, einem börsennotierten polnischen Mineralölveredeler und Tankstellenbetreiber, kommen.

Die Möglichkeit, dass Kubica nach seinem Test zum Ende des vergangenen Jahres nicht beim BMW-Werksteam anheuert, sondern mit einem zusätzlichen Auto antritt, wird durch eine weitere Neuigkeit befeuert.

Robert Kubica beim BMW-Test in Jerez Ende 2019 - Foto: BMW Motorsport

Aberdein von Audi zu BMW

Nach Informationen von Motorsport-Magazin.com soll sich der ehemalige Audi-WRT-Fahrer Jonathan Aberdein für einen Wechsel zu BMW entschieden haben. Die positive Überraschung der DTM-Saison 2019 stand zuletzt ohne Cockpit da, nachdem Audi voraussichtlich keine Änderungen an seinem Werksaufgebot vornehmen wird.

BMW soll Aberdein ein besseres Gesamtpaket geboten haben als Audi - inklusive eines Werksvertrages für das DTM-Programm? "Wir kommentieren grundsätzlich keine Gerüchte und Spekulationen", teilt ein BMW-Sprecher auf Nachfrage mit.

Seit dem Ausstieg von R-Motorsport geht es heiß her in der Gerüchteküche der DTM. Selbst der Name 'Jenson Button' fiel zuletzt. Der frühere Formel-1-Weltmeister beendete Ende 2019 sein Engagement in der japanischen Super GT-Serie. Einen Wechsel in die DTM hatte er beim letzten Gastauftritt in Hockenheim nicht kategorisch ausgeschlossen...


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