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DTM

Kubica nach Test: DTM könnte definitiv Ziel für 2020 sein

Robert Kubica findet nach den Jerez-Tests lobende Worte für die DTM. Der Pole über seinen Einsatz für BMW, Unterschiede zur Formel 1 und die Zukunft.
von Robert Seiwert
Robert Kubica: DTM-Test in Jerez mit BMW - Fahraufnahmen: (11:36 Min.)

Robert Kubica kann sich nach seinem DTM-Test mit BMW in Jerez eine Zukunft in der Tourenwagenserie gut vorstellen. Daraus machte der Pole nach dem zweitägigen Einsatz im Rahmen des Young Driver Test kein Geheimnis. Offiziell wurde er noch nicht vom Autobauer aus München für die Saison 2020 bestätigt - doch an Kubica selbst dürfte es nicht scheitern.

"Die DTM ist ein mögliches Ziel", bekräftige der 35-Jährige in Jerez. "Wir haben Dezember, es ist also schon ziemlich spät. Ich wäre nicht hier, wenn ich kein Interesse daran hätte, in der DTM anzutreten."

Kubica weiter: "Das hat einfache Gründe: Nach meinem Unfall kam ich zurück zum Rundstreckensport und hatte die Gelegenheit, in der Formel 1 zu fahren. Und die DTM bietet die Möglichkeit, hochprofessionelles Racing mit Rad-an-Rad-Kämpfen zu kombinieren. Das habe ich vermisst. Deshalb könnte die DTM definitiv ein Ziel sein."

Kubica ist noch bis zum 31. Dezember vertraglich an Williams gebunden. Somit dürfte die Entscheidung über seine Zukunft offiziell erst im neuen Jahr fallen. Neben der DTM könnte Kubica auch in der Formel 1 weiter aktiv bleiben. Seit längerer Zeit steht ein Engagement als Simulatorfahrer bei Racing Point oder Haas im Raum. Hier hat auch Kubicas persönlicher Sponsor, PKN Orlen, ein Wörtchen mitzureden.

Wie schnell Kubica bei den DTM-Tests in Jerez war, ist offiziell nicht bekannt. Die Hersteller veröffentlichen traditionell keine Rundenzeiten vom Young Driver Test. Polnische Medien berichten, dass er bei seinem Debüt am Donnerstag rund drei Zehntelsekunden Rückstand auf BMW-Markenkollege Marco Wittmann hatte. Am Freitag habe er seine Rundenzeiten an der Seite von Philipp Eng verbessert. Aufgrund unterschiedlicher Programme sind diese Zeiten jedoch nur sehr bedingt aussagekräftig und mit Vorsicht zu genießen.

Gesichert ist unterdessen, dass Kubica ein großes Pensum abspulte. Am Donnerstag fuhr er 128 Runden, am folgenden Tag legte er weitere 117 Umläufe auf dem Circuito de Jerez zurück. So kam er auf insgesamt 245 Runden. Auch die BMW-Markenkollegen waren fleißig: Wittmann drehte am Donnerstag 130 Runden, freitags saß Eng sogar 158 Runden im BMW M4.

Kubica fühlte sich bei seiner ersten Ausfahrt mit dem neuen, rund 600 PS starken Turbo-Rennwagen auf Anhieb wohl: "Das Gefühl will man immer haben als Fahrer. Dadurch bekommst du Vertrauen. Es gibt einige Dinge, die mich positiv überrascht haben und die Fahrbarkeit war sehr positiv."

DTM-Jahresfilm 2019: Die Video-Highlights der Turbo-Saison: (10:12 Min.)

Dass der Umstieg vom Formel-1-Auto in den Tourenwagen nicht ausschließlich Wow-Momente auslöste, war dabei kein Geheimnis. "Das liegt eben am Gewicht des DTM-Autos", sagte Kubica. "Die DTM-Autos haben für ein Fahrzeug mit Dach viel Downforce, aber es fehlt einiges bis zum Downforce-Level eines F1-Autos. Trotzdem war das Auto schön zu fahren und aus technischer Sicht ist es sehr professionell."

Kubicas Fazit zu den Jerez-Testfahrten, die gleichzeitig eine Rückkehr zu BMW nach der gemeinsamen Formel-1-Zeit von 2006 bis 2009 bedeuteten, fiel positiv aus. "Ein produktiver Test", fand er. "Es gab viel zu lernen und herauszufinden. Es war ein bisschen anders als in den letzten zwei Jahren, die Formel 1 hat eine andere Charakteristik. Den Großteil des Programmes haben wir geschafft und das Feedback des Teams war gut."

Rockenfeller ersetzt Rast

Kubica zog in Jerez alle Blicke auf sich, doch auch Audi war fleißig. Nico Müller und Mike Rockenfeller legten an den drei Tagen 378 Runden mit einem Testträger des Audi RS 5 DTM zurück. Rockenfeller sprang für Champion Rene Rast an, der krankheitsbedingt kurzfristig absagen musste.

Audi-Kundenteam WRT trat mit dem Schweizer Fabio Scherer und IndyCar-Rückkehrer Ed Jones zu den Testfahrten an. Beide Fahrer geben 2020 ihr Renndebüt für den belgischen Rennstall. "Es war generell ein sehr guter Test für Audi", sagte Andreas Roos, DTM-Projektleiter bei Audi Sport. "Wir konnten alle wichtigen Punkte unseres Testprogramms abarbeiten. Jetzt geht es darum, in der Winterpause aus den gesammelten Informationen und Daten die richtigen Schlüsse zur Vorbereitung der neuen Saison zu ziehen."


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