DTM

Rene Rast gewinnt 500. DTM-Rennen - Audi holt 1. Meisterschaft

Rene Rast revanchiert sich für seinen Ausfall am Samstag und siegt im Sonntags-Rennen auf dem Lausitzring. Audi-Dominanz führt zu vorzeitigem Titelgewinn.
von Robert Seiwert
DTM Lausitzring: Video-Zusammenfassung zu Rennen 2 am Sonntag: (03:05 Min.)

Ein historischer Sieg: Rene Rast hat am Sonntag auf dem Lausitzring das 500. Rennen in der Geschichte der DTM seit 1984 gewonnen. Der Audi-Pilot machte seinen Ausfall vom Samstagslauf mit dem fünften Saisonsieg wett. In der Meisterschaft verschafft er sich wieder etwas Luft auf Audi-Markenkollege und Vortagessieger Nico Müller. Der Schweizer überquerte die Ziellinie bei den Audi-Festspielen in der Lausitz als Zweiter.

Rast, der die Gesamtwertung mit 20 Punkten anführt: "Ich bin nicht jemand, der raushaut, dass er Meister werden will. Natürlich würde ich gerne Meister werden. Ich sage nicht, dass ich Meister werde, aber es wäre ganz wichtig, wenn man diesen Titel einfahren könnte."

Passendes Bild zur aktuellen Hierarchie in der DTM-Saison 2019: Mit Mike Rockenfeller komplettierte ein dritter Audi-Fahrer das Podium. Schon am Vortag hatte der Autobauer aus Ingolstadt einen Dreifachsieg erzielt.

DTM-Fahrermeisterschaft nach 14/18 Rennen

Position Fahrer Hersteller Punkte
1 Rene Rast Audi 234
2 Nico Müller Audi 214
3 Marco Wittmann BMW 167
4 Philipp Eng BMW 140
5 Mike Rockenfeller Audi 138

Audi schon jetzt DTM-Markenmeister

Die Dominanz sorgt zudem für den ersten Titelgewinn: In der Markenmeisterschaft ist Audi bei noch zwei ausstehenden Rennwochenenden am Nürburgring und in Hockenheim rechnerisch nicht mehr einholbar. Nach 2004, 2014, 2016 und 2017 holen die Ingolstädter zum insgesamt fünften Mal den Herstellertitel in der DTM.

Audi feierte in der Lausitz sogar einen Fünffach-Triumph. Hinter Rast, Müller und Rockenfeller liefen die Markenkollegen Jamie Green (Pole-Setter) und Robin Frijns auf den Plätzen vier und fünf ein.

BMW chancenlos in der Lausitz

BMW auf Deutschlands östlichster Rennstrecke unter ferner liefen: Marco Wittmann tat sein Möglichstes gegen die Audi-Übermacht und sammelte mit Platz sechs zumindest ein paar Punkte. Der nächstbeste BMW-Fahrer war Philipp Eng auf der zehnten Position.

Einen bitteren Tag erwischte DTM-Neueinsteiger Aston Martin. Paul Di Resta, Ferdinand Habsburg und Jake Dennis fielen vorzeitig aus. Der Vierte im Bunde, Daniel Juncadella, konnte immerhin einige BMW in Schach halten, die es mit einem zweiten Boxenstopp versuchten.

Rast ungefährdet - Müller zittert

Rasts Sieg nach dem Ausfall-Samstag war nie gefährdet. Vom vierten Startplatz machte der Champion von 2017 bis zur ersten Kurve zwei Positionen gut. Wenig später leistete Pole-Setter Green keine Gegenwehr, sodass Rast die Pace an der Spitze nach Belieben vorgeben konnte. "Ich helfe Rene, die Meisterschaft zu gewinnen. Er ist mein Teamkollege, das ist meine Aufgabe", sagte der Brite.

Aufwendiger hatte es unterdessen Müller, der von P3 nach einem schwachen Start bis auf die elfte Position zurückgefallen war. Auch ihm machten die Markenkollegen in der Phase der Pflicht-Reifenwechsel das Leben nicht schwer und ließen ihn passieren. Der Rückstand zu Rast war allerdings zu jeder Zeit zu groß, um einen möglichen Angriff wagen zu können.

"Wir hatten das ganze Wochenende ein kleines Problem mit der Kupplung", sagte Müller zu Sat.1. "Ich dachte, dass wir überleben, weil es länger gedauert hätte, das komplett zu beheben. Ich dachte, dass ich es hinbekomme, aber ich habe es verbockt. Schade, das wäre heute wichtig gewesen. Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen, aber so etwas darf nicht mehr passieren."

DTM Lausitzring: So lief das Rennen am Sonntag

Die Startaufstellung: Jamie Green erzielte seine erste Pole Position seit 2017. Der Brite führte eine Audi-Armada auf den vorderen Startplätzen an: Rookie Jonathan Aberdein vom Neueinsteiger WRT startete bereits zum dritten Mal von der zweiten Position, dahinter fanden sich die beiden Titelanwärter Nico Müller und Rene Rast in der zweiten Reihe ein. Mit Robin Frijns platzierte sich auch noch ein fünfter Audi-Pilot vor Marco Wittmann, dem abermals bestplatzierten BMW-Fahrer.

Der Start: Horror-Start von Nico Müller! Von der dritten Position kam der Schweizer kaum vom Fleck und fiel bis zur ersten Kurve auf den elften Platz zurück. Die erste Runde beendete der Samstags-Sieger auf P10. Ganz anders lief es bei Rene Rast, der von Platz vier auf der Außenbahn nach vorne preschte und direkt die zweite Position übernahm. An der Spitze führte Pole-Setter Jamie Green. Auch Marco Wittmann erwischte keinen optimalen Start und büßte von P6 zwei Plätze ein. Die Top-10 nach der ersten Runde: Green, Rast, Frijns, Aberdein, Fittipaldi, Rockenfeller, Duval (alle Audi), Wittmann, Eriksson, Müller.

Die Boxenstopps: Bruno Spengler eröffnete in Runde 7 den Boxenstopp-Reigen. Nachdem Nico Müller eine Weile hinter Marco Wittmann hing, holte ihn Audi im 8. Umlauf zum Pflicht-Reifenwechsel an die Box. Mike Rockenfeller und Philipp Eng bogen im selben Umlauf ab und holten sich frische Hankook-Reifen ab.

Rene Rast legte in Führung liegend in der 12. Runde seinen Pflicht-Boxenstopp ein. Mit ihm zusammen kam Audi-Markenkollege Robin Frijns an die Box. Rast ordnete sich nach seiner Outlap auf der achten Position wieder im Feld ein - mit vier Sekunden Vorsprung auf den direkt dahinter fahrenden Müller.

Green bog in Runde 17 als Führender in die Boxengasse ab. Nach einem etwas langsameren Reifenwechsel kehrte der Pole-Setter nur auf der sechsten Position zurück auf die Strecke. Wittmann wechselte nach einem langen Stint ebenfalls erst im 17. Umlauf die Reifen - Platz neun im Pulk nach der Ausfahrt hinter allen acht Audis.

Die Ausfälle: R-Motorsport hatte den ersten Ausfall des Rennens schon in der vierten Runde zu erleiden. Jake Dennis musste seinen Aston Martin Vantage mit einem technischen Problem in der Box abstellen. Wenig später musste auch Markenkollege Ferdinand Habsburg vorzeitig aufgeben. Und es kam noch bitterer für den DTM-Newcomer: Paul Di Resta gab nach einem robusten Zweikampf mit Bruno Spengler in der 22. Runde auf - der dritte Aston Martin, der die Ziellinie nicht sah.


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