DTM

DTM: Reaktionen zum Rast/Müller-Crash: Das war scheiße!

Beim DTM-Rennen auf dem Norisring knallt es zwischen beiden Titelanwärtern von Audi. Nico Müller findet klare Worte, Rene Rast fühlt sich schlecht.
von Robert Seiwert
DTM Norisring 2019: Das Sonntags-Rennen in der Zusammenfassung: (02:40 Min.)

Es war der große Aufreger des DTM-Sonntagsrennens auf dem Norisring: Nico Müller erwischt Audi-Markenkollege Rene Rast schon in der ersten Runde am Heck, beide Titelkandidaten sind raus aus dem Kampf um den Sieg. Ein bitterer Rückschlag für beide Fahrer und den Autobauer aus Ingolstadt im Kampf um die Meisterschaft.

Die Rennleitung hatte den Schuldigen schnell gefunden: Müller, von Platz zwei hinter Pole-Setter Rast gestartet, kassierte für seinen Schubser eine Durchfahrtsstrafe. Rast seinerseits verlor die Kontrolle über seinen Rennwagen, drehte sich und fiel bis ans Ende des Feldes zurück. Dass die beiden Führenden der Gesamtwertung die Ziellinie auf den Plätzen sieben (Rast) und acht (Müller) überquerten, war nur ein schwacher Trost.

Rast, der nach dem Dreher direkt in die Boxengasse einbog und seinen Pflicht-Reifenwechsel absolvierte, regte sich am Teamfunk zunächst empört auf. Später schlug der amtierende Vize-Champion, der sich seit Sonntagmorgen körperlich nicht wohlfühlte, versöhnlichere Töne an. "Das ist unglücklich gelaufen, das haben wir nicht gebraucht", sagte er bei Sat.1. Und mit Blick auf Unfall- und Titelgegner Müller: "Wir sind Freunde abseits des Racing, deshalb passt das schon."

Doch der aus Audi-Sicht höchst ärgerliche Vorfall bedarf einer tieferen Analyse. Als das Schlimmste, was hätte passieren können, beschrieb Audi-Motorsportchef Dieter Gass den Vorfall in Kurve zwei. "Kontakte zwischen Audi-Fahrern wollen wir nicht sehen", sagte Gass. "Auf der anderen Seite: Wenn sie immer so viel Platz lassen, dass nichts passiert, würden wir ziemlich unspektakulären Rennsport sehen."

Müller fand offenere Worte für das Debakel: "Dass die beiden Meisterschaftsführenden in der ersten Runde ihr Rennen wegwerfen, ist scheiße!"

Der Schweizer wollte die Kollision allerdings nicht komplett auf die eigene Kappe nehmen. Auch Rast habe seinen Teil dazu beigetragen. "Wir tragen beide unseren Teil der Schuld", meinte Müller. "Ich glaube nicht, dass ich viel falsch gemacht habe. Ich hätte es verhindern können, das akzeptiere ich. Aber nur, wenn ich komplett zurückgesteckt und meinen Instinkt als Rennfahrer in den Keller geschickt hätte. Und das macht niemand, denke ich."

Müller vertrat die Ansicht, dass Rast in dieser Situation etwas zu optimistisch zu Werke gegangen sei. Möglicherweise habe dieser beim Kampf um die Kurve erwartet, dass sich sein Markenkollege zurückhalten würde. "Er ist ein hohes Risiko gegangen, zu denken, dass er vorne ist und weit ausholen kann", so Müller weiter. "Ich hätte vielleicht die Handbremse ziehen können. Ich konnte mich aber nicht in Luft auflösen."

Motorsportchef Gass kurz nach dem Rennen: "Nico hat sehr spät gebremst, vielleicht ein bisschen zu spät. Aber Rene hat schon ziemlich stark eingelenkt. Ich weiß nicht, ob Nico das hätte verhindern können." Der Kontakt war nur leicht (Müller: "Habe ich kaum gespürt"), reichte aber aus, um Rasts Audi RS 5 DTM herumzudrehen. Dafür kassierte Müller wie im Reglement vorgesehen eine Durchfahrtsstrafe.

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Nach den beiden Rennen am Norisring führt Rast die Meisterschaft mit 127 Punkten vor Müller an, der bislang 102 Zähler sammeln konnte.

Müller versicherte, dass es kein böses Blut zwischen beiden Fahrern gäbe, machte gleichzeitig aber seine eigenen Ansprüche klar: "Wir sind alle Rennfahrer und versuchen, unsere Position zu verbessern. Und ich stecke nicht einfach jedes Mal zurück. Wenn du das jedes Mal machst, bist du in der Meisterschaft irgendwann Zehnter. Und dafür bin ich nicht hier."


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