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DTM

Neben DTM-Comeback: Wehrlein 2018 auch im Formel-Cockpit

Großes Programm für Pascal Wehrlein 2018? Das DTM-Comeback bei Mercedes ist beschlossene Sache. Zudem bahnt sich das Renndebüt in Japan an.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Es scheint sich zu bestätigen, was Motorsport-Magazin.com schon vor drei Wochen exklusiv berichtet hatte: DTM-Rückkehrer Pascal Wehrlein geht 2018 in der japanischen Super Formula an den Start. Eine offizielle Bestätigung über das Doppelprogramm steht noch aus, doch die Zeichen verdichten sich.

Mit DTM, der japanischen Formelserie und einem vermuteten Engagement als Testfahrer für das Formel-1-Team von Mercedes hätte Wehrlein dieses Jahr einen gut gefüllten Kalender vor sich.

Am Mittwoch gab Mercedes erwartungsgemäß das Comeback von Wehrlein in der DTM bekannt. Auf die Frage von Motorsport-Magazin.com, ob es eine Alternative gab wie die Super Formula, antwortete er: "Ja, und die Möglichkeit gibt es immer noch. Es kann durchaus sein, dass es noch ein zusätzliches Programm (zur DTM;d.Red.) gibt.

Dass Wehrlein 2018 nicht mehr in der Formel 1 an den Start gehen wird, stand schon früh fest. Durch den Motoren-Deal seines ehemaligen Teams Sauber wurde ihm Ferrari-Junior Charles Leclerc vor die Nase gesetzt. Eine Alternative wäre Williams gewesen, der Traditionsrennstall entschied sich allerdings für den Russen Sergey Sirotkin, der rund 15 Millionen Euro an Sponsorengeldern mitbringt.

Entscheidung fiel Ende Januar

Der F1-Zug 2018 war für Wehrlein also schon recht früh abgefahren. Trotzdem benötigte er eine ganze Weile, um sich für die Aufstellung seines Motorsport-Programmes zu entscheiden. Erst vor etwa zwei Wochen einigte er sich bei einem Treffen mit Mercedes-DTM-Teamchef Uli Fritz auf die Details. Und die dürften neben dem Start in der DTM zusätzliche Einsätze in der Super Formula beinhalten.

Wehrlein zu Motorsport-Magazin.com: "Zuerst mal musste ich mir darüber klar werden, was ich machen möchte. Dann dauern die Gespräche einfach ein bisschen länger, bis man sich einigt. Dass eventuell ein, zwei Programm dazukommen, hat auch eine Rolle gespielt. Deshalb hat es ein bisschen gedauert, bis ich mit mir im Reinen war, was ich machen möchte."

Ein Jahr komplett ohne Rennfahren kam für Wehrlein nicht in Frage. "Mit 23 Jahren - das konnte ich mir nicht vorstellen", sagte er. Die DTM ist eine gute Alternative, aber mit der Super Formula würde er auch im Formelsport die Rennschärfe nicht verlieren. Abgesehen davon, dass Mercedes Ende 2018 wie angekündigt aus der DTM aussteigt, sucht Wehrlein schon jetzt den Weg zurück in die Formel 1.

Super Formula im Blickfeld der Formel 1

Da bietet sich die Super Formula als Präsentationsplattform an. Die ultraschnelle Formelserie ist spätestens seit den Engagements von Formel-1-Fahrern wie Stoffel Vandoorne und Pierre Gasly auch in Europa auf dem Schirm. In F1-Kreisen heißt es sogar, dass sie eine bessere Vorbereitung auf die Königsklasse sei als die Formel 2.

Zum Einsatz kommen rund 660 Kilo leichte Einheits-Chassis mit Motoren von Honda und Toyota, die mehr als 550 PS leisten. Günstiger als die frühere GP2-Serie ist die Super Formula allemal, die Budgets entsprechen einem Drittel von dem, was in der heutigen Formel 2 aufgerufen wird.

Die Japan-Serie bestreitet 2018 sieben Rennwochenenden auf Strecken wie Suzuka, Fuji und Twin Ring Motegi. Es gibt nur eine Überschneidung mit dem DTM-Rennkalender: Das Rennwochenende auf dem Nürburgring kollidiert mit dem vorletzten Lauf der Super Formula in Okayama.

Wehrlein: Zukunft ist nie sicher

Wehrlein weiß, dass er sich weiter gut präsentieren muss, um seine Chancen auf ein Comeback in der Formel 1 zu wahren. Die Konkurrenz schläft nicht - und verfügt in Wehrleins Fall auch oft über höhere Budgets. "Man fährt jedes Jahr um seine Zukunft", sagte Wehrlein. "Es gibt heute so viele gute Fahrer. Wenn man da ein oder zwei Jahre keine Leistung bringt, hat man ein Problem. Die DTM ist vielleicht ein bisschen anders als die Formel 1, weil es noch mehr Teamsport ist, wo es sein kann, dass man nach ein paar Rennen für zwei, drei Teamkollegen fahren muss. Aber jeder fährt auch für sich selbst und seine Zukunft. Und über die sollte man sich nie sicher sein."


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