DTM

Audi: Starke Mannschaftsleistung im regnerischen Spa

Obwohl sich vier Audi unter den ersten Sechs qualifizieren konnten, wird morgen kein Ingolstädter Auto von der Pole Position starten.
von Stephan Heublein

Motorsport-Magazin.com - Bei strömendem Regen haben sich die Audi Piloten eine gute Ausgangsposition für das DTM-Rennen in Spa-Francorchamps (Belgien) erarbeitet. Vier Audi A4 DTM starten am Sonntag um 14 Uhr aus den ersten drei Reihen. Schnellster Audi Pilot im Super Pole-Qualifying der besten Zehn war der amtierende DTM-Champion Mattias Ekström (Audi Sport Team Abt Sportsline), der sich den zweiten Startplatz sicherte. Christian Abt und Pierre Kaffer sorgten mit den Plätzen drei und fünf für das bisher beste Qualifying-Ergebnis des Audi Sport Team Joest in der DTM. Die beiden Deutschen waren die einzigen Piloten, die sich mit Vorjahresfahrzeugen für die Super Pole qualifizierten.

Tom Kristensen sicherte sich bei den extrem schwierigen Verhältnissen den sechsten Startplatz. Allan McNish, Martin Tomczyk, Rinaldo Capello und Frank Stippler gehen von den Positionen 13, 14, 18 und 20 ins Rennen.

Mattias Ekström (Audi Sport Team Abt Sportsline #1):
Bei meinem ersten Renneinsatz in Spa gleich in der ersten Startreihe zu stehen, freut mich sehr. Ich bin mit diesem zweiten Platz mehr als zufrieden, denn wenn es regnet, sind die Voraussetzungen nie für alle gleich. Ich habe in meiner Super Pole-Runde keinen Fehler gemacht und hatte nirgendwo das Gefühl, zu langsam zu sein. Es war nur die Frage, wie viel man in den schnellen Kurven riskiert. Und ich wollte nicht zu viel riskieren.

Christian Abt (Audi Sport Team Joest Racing #14):
Dieser dritte Startplatz ist ein kleines Geschenk für die ganze Mannschaft, die nach dem gestrigen Feuerunfall bis spät in die Nacht arbeiten musste, um mein Auto zu reparieren. Im Regen war es heute absolut perfekt. Im Trockenen fehlen mir natürlich die Erfahrungswerte vom verlorenen Freitag.

Pierre Kaffer (Audi Sport Team Joest Racing #15):
Heute Morgen war ich im Freien Training Letzter – zum Glück haben wir rechtzeitig vor dem Qualifying herausgefunden, was am Auto nicht stimmte. Ich muss dem Audi Sport Team Joest danken, dass sie nicht locker gelassen haben. Im Qualifying war mein A4 wieder so gut wie bei den Testfahrten vor Saisonbeginn. Trotzdem war ich eigentlich nur damit beschäftigt, das Auto auf der Strecke zu halten. Die Bedingungen waren sehr kritisch, deshalb wünsche ich mir morgen ein trockenes Rennen.

Tom Kristensen (Audi Sport Team Abt #5):
Meine Runde begann nicht gut: In der Bus-Stop-Schikane lag Dreck, in der ersten Kurve bin ich auf die Randsteine gerutscht und konnte nicht richtig beschleunigen. Das hat bis zur Eau Rouge Zeit gekostet. Nach Platz drei im Qualifying ist Startplatz sechs kein ideales Ergebnis. Ich hatte in der Super Pole jedoch einfach nicht denselben Grip wie im Qualifying.

Allan McNish (Audi Sport Team Abt #6):
Das Qualifying verlief für mich enttäuschend, nachdem ich heute Morgen im Freien Training konstant schnell war. In meiner dritten Qualifying-Runde schwamm das Auto auf, das hat über eine Sekunde gekostet. Anschließend stand einfach zuviel Wasser auf der Strecke, es ging nicht mehr schneller, ich hatte nur noch Aquaplaning.

Martin Tomczyk (Audi Sport Team Abt Sportsline #2):
Ich habe das Qualifying schlicht und ergreifend zu vorsichtig begonnen. Ich habe nicht damit gerechnet, dass der Regen stärker wird. Aber er wurde stärker, daher ging nichts mehr. Das war ganz klar mein Fehler, ich hätte von Anfang an mehr pushen müssen.

Rinaldo Capello (Audi Sport Team Joest #18):
In meinen ersten beiden Runden bin ich auf andere Autos aufgelaufen, anschließend beschlug plötzlich die Windschutzscheibe. Ich musste an die Boxen kommen, um sie putzen zu lassen. Als ich wieder raus gefahren bin, waren die Bedingungen einfach zu schlecht, um sich noch zu verbessern.

Frank Stippler (Audi Sport Team Joest #19):
Im Qualifying ist so ziemlich alles schief gelaufen. Gleich zu Beginn musste ich die Boxen aufsuchen, weil ich kaum Sicht hatte. Dann wurden dreimal gelbe Flaggen gezeigt. Außerdem glaube ich, dass wir zu neue Reifen gefahren sind. Sie haben einfach nicht das Gripniveau erreicht, das ich vom Freien Training her kannte.

Hans-Jürgen Abt (Teamchef Audi Sport Team Abt Sportsline):
Das war heute ein ziemliches Lotteriespiel. Unter diesen Umständen ist es gut für Audi gelaufen. Mattias steht in der ersten Startreihe, Tom in Reihe drei – das lässt für Sonntag hoffen. Die Fans können sich trotz des kalten Wetters auf ein heißes Rennen auf einer tollen Rennstrecke freuen.

Ralf Jüttner (Technischer Direktor Audi Sport Team Joest):
Ein großes Lob an Christian und Pierre, die tolle Runden gefahren sind, aber auch an die ganze Mannschaft: Sie hat Christians Auto, das gestern doch ziemlich angekokelt war, wieder hinbekommen. Auch den Fehler in Pierres Auto haben wir rechtzeitig zum Qualifying gefunden. Jetzt sind wir in einer Position, in der wir Mattias und Tom im Rennen helfen und selbst möglichst viele Punkte holen können. ‚Dindo´ (Capello) und Frank hatten etwas Pech, aber vielleicht ist es angesichts der engen ersten Kurve gar nicht so schlecht, hier nicht im Mittelfeld zu starten.

Dr. Wolfgang Ullrich (Audi Motorsportchef):
Vier Audi unter den ersten Sechs – das ist eine starke Mannschaftsleistung und eine sehr gute Ausgangsposition für das Rennen. Die skandinavischen Fahrer mit Rallye-Erfahrung kommen mit solchen Bedingungen offenbar am besten zurecht. Aber auch der dritte Startplatz von Christian Abt im Vorjahresauto ist ein tolles Ergebnis. Jetzt sind wir sehr gespannt, welche Witterungsbedingungen uns morgen im Rennen erwarten.


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