DTM / Rennbericht

Wittmann baut Meisterschaftsführung aus - Wickens feiert souveränen Sieg in Zandvoort

Robert Wickens meldet sich mit einem ungefährdeten Sieg in Zandvoort zurück. Der Kanadier schiebt sich auf Rang zwei in der Meisterschaft nach vorne.
von Chris Lugert

Motorsport-Magazin.com - Robert Wickens ist zurück. Der Kanadier meldet sich nach dem Albtraum-Wochenende vom Norisring eindrucksvoll zurück und gewinnt souverän das erste Rennen in Zandvoort. Dank Patzer der Konkurrenz schob er sich von Rang sechs auf Platz zwei in der Gesamtwertung vor. Zweiter wurde Marco Wittmann, der seine Führung in der Meisterschaft ausbaute. Christian Vietoris belegte Rang drei.

Die Startaufstellung: Neuntes Qualifying, neunter Polesetter: Robert Wickens setzte die Rekordmarke in dieser Saison fort vor und sicherte sich seine erste Pole Position seit Spielberg 2014. Auf Startplatz zwei reihte sich der Gesamtführende Marco Wittmann ein. Christian Vietoris und Gary Paffett reihten sich in Reihe zwei ein, gefolgt von Jamie Green, Edoardo Mortara und Esteban Ocon. Die Top 10 des Qualifyings komplettierten Antonio Felix da Costa, Mattias Ekström und Timo Glock.

Die Performance-Gewichte: Audi durfte vor dem Rennen fünf Kilo herausnehmen, wodurch die Boliden auf ein Gewicht von 1.122,5 Kilo kamen. Ebenso schwer gingen die Mercedes ins Rennen, hier jedoch nach einer Zuladung von fünf Kilogramm. Ebenso viel Gewicht draufpacken musste BMW, deren Boliden damit 2,5 Kilo leichter waren als die Konkurrenz.

Marco Wittmann durfte sich über weniegr Gewicht freuen - Foto: BMW AG

Der Start: Wickens verteidigte seine Führung erfolgreich gegen Wittmann. Christian Vietoris blieb Dritter, dahinter schob sich Jamie Green auf Rang vier nach vorne. Im Mittelfeld kam es zu einer Kollision zwischen Maximilian Götz und Adrien Tambay, beide mussten ihr Auto abstellen. Götz wurde zuvor leicht von Martin Tomczyk berührt und krachte Tambay direkt in die Front. Aufgrund von Trümmerteilen, die infolge des Aufeinandertreffens auf der Strecke verteilt waren, schickte die Rennleitung das Safety Car auf die Strecke.

Der Rennverlauf: Nach vier Runden holte die Rennleitung das Safety Car wieder in die Box. Im Gegensatz zum Rennstart zuvor verlief der Re-Start nun reibungslos. Robert Wickens führte die Meute durch die Kurven, gefolgt von Marco Wittmann und Christian Vietoris. Es folgten Gary Paffett, Jamie Green und Edoardo Mortara. Die Rennleitung sprach unterdessen gegen Martin Tomczyk eine Durchfahrtsstrafe aufgrund der Startkollision aus.

Wichens versuchte sich an der Spitze aus dem DRS-Fenster zu lösen, schaffte es aber vorerst nicht, Wittmann um mehr als eine Sekunde zu distanzieren. In Runde neun rutschte Augusto Farfus von der Strecke und landete in den Leitplanken. Er fuhr zu hart über den Kerb und verlor das Auto. Im entsprechenden Bereich galt vorübergehend eine Slow Zone. Hinter dem Spitzenreiter Wickens machte Vietoris Druck auf den Meisterschaftsführenden Wittmann, der den Klappflügel nicht mehr benutzen durfte.

Christian Vietoris belegte Rang drei in Zandvoort - Foto: DTM

Opfer diverser Überholmanöver wurde Timo Glock, der sichtbar Probleme hatte, das Tempo mitzugehen. Gute Nachrichten für Marco Wittmann gab es 16 Minuten vor dem Ende. Sein Konkurrent Edoardo Mortara erhielt wegen Missachtung der Slow Zone eine Durchfahrtsstrafe, ebenso Nico Müller. Der Italiener musste damit einen herben Rückschlag im Titelrennen hinnehmen. Die Rennsituation stellte sich zu diesem Zeitpunkt wenig spannend dar, das Feld war mehr oder weniger gleichmäßig auf der Strecke verteilt.

Felix da Costa und Ekström im Duell

Zu einem aufgrund der Vergangenheit interessanten Duell kam es im Kampf um Platz sechs zwischen Antonio Felix da Costa und Mattias Ekström. Der Portugiese war einer der "Clowns", denen Ekström vor einigen Wochen die DTM-Tauglichkeit absprach. Im Zweikampf aber wusste sich Felix da Costa zu wehren und hielt den Schweden lange hinter sich. Zu einer unerwarteten Wendung kam es auf Rang drei. Gary Paffett ging kurz vor Rennende noch an Christian Vietoris vorbei. Der Mücke-Pilot konterte jedoch in der letzten Runde.

Jamie Green belegte Rang fünf vor Antonio Felix da Costa, der sich trotz harter Versuche vor Mattias Ekström halten konnte. Daniel Juncadella und Esteban Ocon fuhren die ersten Punkte in dieser Saison ein, die Top-10 komplettierte Maxime Martin.

Esteban Ocon fuhr seine ersten DTM-Punkte ein - Foto: DTM

Die Zwischenfälle: Gleich am Start kam es zu einer Kollision zwischen Maximilian Götz und Adrien Tambay, ausgelöst durch eine leichte Berührung von Martin Tomczyk gegen den Mercedes-Piloten. Götz und Tambay schieden beide aus, eine Safety-Car-Phase folgte. Nach neun Runden krachte Augusto Farfus in die Leitplanke, nachdem er sein Auto zu hart über die Kerbs jagte.

Die Strafen: Martin Tomczyk erhielt für seine Berührung gegen Maximilian Götz am Start eine Durchfahrtsstrafe. Edoardo Mortara und Nico Müller hielten während der Slow Zone nach dem Farfus-Unfall die Geschwindigkeit nicht ein und mussten eine Durchfahrtsstrafe antreten.

Top-Facts zum Rennen

  • Robert Wickens feiert vierten DTM-Sieg
  • Marco Wittmann baut die Führung in der Meisterschaft aus
  • Edoardo Mortara kassiert eine Durchfahrtsstrafe
  • Erste Punkte für Esteban Ocon und Daniel Juncadella
  • Wickens schiebt sich auf Rang zwei in der Meisterschaft

Die Stimmen zum Rennen

Robert Wickens, Sieger: Früher hatte ich hier nicht viel Glück. Die Pole war unerwartet, aber das Team hat einen Mega-Job gemacht. Es war viel harte Arbeit. Wir wussten, dass es hart wird für uns, wir haben uns fokussiert. Das hat sich bezahlt gemacht. Man muss erwarten, dass sich alle weiter verbessern, dann müssen wir auch weitermachen.

Marco Wittmann, Platz 2: Die Mercedes waren heute schneller als wir. Besonders nach der Slow-Zone hatten wir Probleme Temperatur in die Reifen zu bekommen. War eigentlich eher im Rückspiegel am schauen. Platz zwei ist voll zufriedenstellend. Heute waren sie schneller, morgen können wir vielleicht drehen das Blatt.

Christian Vietoris, Platz 3: Danke, ich habe lange darauf gewartet. In der Lausitz waren wir schon stark, am Norisring genauso. Deshalb bin ich froh, dass wir die gute Startposition in Punkte umwandeln konnten. Wir haben versucht, BMW anzugreifen, haben es aber leider nicht geschafft. Aber der war extrem schnell auf der Geraden. In den Kurven war er extrem langsam. Ich habe keinen Weg dran vorbei gefunden. Die Strecke war neben der Ideallinie extrem sandig. Der Marco war in den Kurven nicht besonders schnell, daher konnte ich die Lücke wieder schließen. Aber die Gerade ist hier die einzige Möglichkeit, zu überholen. Wir müssen schauen, dass wir heute Abend noch ein bisschen Topspeeed finden.


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