Neben der Regelung bezüglich der Performance-Gewichte erhält auch die Nutzung des DRS-Flügels eine Überarbeitung für die DTM-Saison 2016. Hier wird es ähnlich kompliziert wie schon beim Erfolgsballast. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden DRS-Einsätze regelt sich in diesem Jahr nach der erwarteten Rundenzahl in einem Rennen. Denn: 2016 steht den Fahrern nur noch eine begrenzte Anzahl an Schüssen zur Verfügung. Damit verfolgen die Regelhüter den Plan, dass DRS wieder als wirkliche Überholhilfe dient - und nicht nur, um näher den Vordermann heranzufahren.

Ein Fahrer darf den Heckflügel flachstellen, wenn er sich beim Überqueren der Ziellinie innerhalb einer Sekunde zum Vordermann befindet. Das war schon 2015 der Fall. Tritt dieser Fall ein, darf er DRS dreimal pro Runde einsetzen; auch das war im Vorjahr gleich. Aber: 2016 werden einem Fahrer drei all seiner zur Verfügung stehenden Aktivierungen gestrichen, wenn er das DRS aktiviert. Das gilt auch, wenn er es nur ein- oder zweimal auf dieser Runde einsetzt.

Hilft die neue DRS-Regel wirklich beim Überholen? -
Hilft die neue DRS-Regel wirklich beim Überholen? -Foto: BMW Motorsport

Grund für komplizierte Regeln

Diese neu eingeführten Streichungen sollen für einen fairen Wettkampf auf der Strecke sorgen. Früher benötigte ein Fahrer im Schnitt drei Aktivierungen, um tatsächlich am vorausfahrenden Auto vorbeizukommen. Zur Abwehr des Überholversuches reichte jedoch zumeist der einmalige Einsatz des DRS-Flügels. Unter dem neuen Reglement würde somit ein Ungleichgewicht entstehen. Ob die veränderte Regel nun wirklich dazu führt, dass mittels des DRS mehr überholt wird, zweifeln einige Experten allerdings an.

Noch steht nicht öffentlich fest, wie häufig der DRS-Flügel auf den unterschiedlichen Strecken benutzt werden darf. Die DTM nutzte allerdings Hockenheim für ein Beispiel, anhand dessen sich eine Berechnungsformel ableiten lassen kann. Fest steht beim diesjährigen Saisonauftakt auf dem Hockenheimring: Im 40-minütigen Sprintrennen am Samstag darf der Flügel 39 Mal eingesetzt werden, beim 60-minütigen Lauf am Sonntag 57 Mal.

Daraus lässt sich folgende DRS-Formel für die Rennen errechnen: Erwartete Rundenanzahl mal 3, dann geteilt durch 2 = DRS-Aktivierungen pro Rennen

DTM hilft dem Zuschauer

Zumindest in einem Punkt werden die Regeln im Vergleich zur Vergangenheit vereinfacht. Der Einsatz des DRS-Flügels wird jetzt bereits ab der zweiten Runde freigegeben. Früher mussten die Fahrer vier Runden lang warten, bevor sie den Flügel flachstellen durften. Auch nach einer Safety-Car-Phase darf DRS künftig schneller zum Einsatz kommen; nämlich sofort nachdem das Safety Car von der Strecke abgebogen ist, und nicht mehr erst nach drei Runden.

Damit die Zuschauer ein wenig mehr Einblick erhalten als ins reine Action-Geschehen auf der Strecke, bietet die DTM dieses Jahr einen speziellen Info-Service an allen Autos an. Leuchtet eine Anzeige an der hinteren Seitenscheibe grün, darf der Fahrer DRS benutzen. Leuchtet sie rot, hat er seine Schüsse aufgebraucht. Sinnvoll bei all dem Regel-Wirrwarr: Eine zweite Anzeige am Auto zeigt die jeweilige Position des Fahrers im Rennen.

DRS 2016 in der Kurzversion

  • DRS-Einsatz erlaubt: Auf Start/Ziel weniger als 1 Sekunde Abstand zum Vordermann
  • Maximal 3 DRS-Schüsse pro Runde
  • Nutzt ein Fahrer DRS, verliert er immer 3 Aktivierungen - ob bei 1, 2 oder 3 Einsätzen
  • Gesamtzahl der DRS-Einsätze richtet sich nach Rundenzahl
  • DRS darf ab 2. Runde benutzt werden
  • DRS darf ab 1. Runde nach Safety Car-Phase benutzt werden
  • Rote/Grüne Leuchten am Auto zeigen, ob noch DRS-Schüsse übrig sind
  • Neue Regel soll Action fördern: Überholen statt ranfahren