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DTM

Neue Regel: DRS soll nur zum Überholen eingesetzt werden - Gass: Audi will alle drei Titel

2015 dominierte Audi die Serie, holte aber keinen Titel. Knapp zwei Wochen vor Beginn der neuen Saison gibt sich Audis DTM-Leiter Dieter Gass angriffslustig.
von Matthias Schwerdtfeger

Motorsport-Magazin.com - Dass seine Fahrer im vergangenen Jahr die Rennserie dominierten, in allen drei Titelrennen aber leer ausgingen, nagt noch immer an Dieter Gass. Bei Fahrern und Teams gewann 2015 Mercedes, den Markenpokal holte sich BMW. "Der Audi RS 5 DTM war ohne Zweifel das schnellste Auto. Dass wir trotzdem keinen Titel geholt haben, war deshalb besonders ärgerlich", so der Leiter DTM beim Hersteller mit den vier Ringen.

Für Audi-Pilot Jamie Green gab es 2015 vier Rennsiege, aber keinen Titel - Foto: DTM

Gass erklärt sich diesen Umstand mit den Regeln für die Verteilung der Performance-Gewichte, wie sie 2015 in Kraft waren. "Aufgrund unserer Erfolge bei den ersten Rennen hatten wir früh im Jahr sehr viel Gewicht in unseren Autos. Das System rund um die Gewichte war leider generell nicht perfekt abgestimmt und hat stark in die Rennergebnisse eingegriffen", kritisiert der 53-Jährige.

Die gute Nachricht für Audi: Das Reglement für die Zuladungen wurde für die kommende Saison geändert. Ab dem Saisonauftakt in Hockenheim, der vom 6. bis 8. Mai stattfindet, wird das Qualifying für die Vergabe des Zusatz-Ballasts ausschlaggebend sein. Doch Gass sieht damit noch nicht alle Probleme seiner Marke gelöst. "Auf einigen Strecken haben wir [2015] einfach nicht das Maximum herausgeholt und zu oft Punkte liegenlassen", sagt er selbstkritisch. Am Auto selbst konnte Audi nur Details ändern, da die Entwicklung der Technik laut Reglement eingefroren ist.

Audi begrüßt Regeländerung beim DRS

Auch beim Thema DRS gab es eine Veränderung im Regelwerk. In dieser Saison ist die Anzahl der Nutzungen pro Runde und Rennen begrenzt. Diese Neuerung trifft bei Audi auf Zustimmung. "Prinzipiell führt das DRS zu mehr Überholmanövern. Aber es soll noch gezielter zum Überholen genutzt werden und nicht dazu, hinter einem schnelleren Auto herfahren zu können", erklärt Gass.

Mit Esteban Ocon, der bei Mercedes in diesem Jahr den in die Formel 1 abgewanderten DTM-Champion Pascal Wehrlein ersetzt, gibt es 2016 nur einen einzigen Rookie in der Rennserie. Doch Gass glaubt nicht, dass dieser Umstand die Leistungsdichte erhöht: "Das ist in der DTM kaum noch möglich. Wir gehen davon aus, dass das gesamte Feld wieder extrem eng zusammenliegt, auch weil technisch niemand einen großen Sprung machen konnte."

Der einzig unsichere Faktor in dieser Rechnung sei Mercedes, da das Team mit einem neuen Auto an den Start geht. "Das steht bei uns für 2017 an", ergänzt Gass. Die Zielsetzung für 2016 ist beim Hersteller aus Ingolstadt nach einer enttäuschenden vergangenen Saison jedenfalls klar. "Wir wollen in diesem Jahr alle drei Titel holen – die Fahrer-, die Hersteller- und die Teamwertung", betont Gass. Mithilfe von Teamorder, die 2015 Mercedes vorgeworfen wurde, will er dieses Ziel jedoch nicht erreichen: "Stallregie ist im Motorsport ein legitimes Element der Rennstrategie, aber es darf nicht in eine Wettbewerbsverzerrung ausarten."


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