DTM

Aerodynamik oder Zweikampfwonne - Aerodynamik und Co.: War früher alles besser?

In der heutigen DTM gibt es Überholmanöver beinahe nur noch auf Knopfdruck. Früher konnten die Piloten noch harte Rad-an-Rad-kämpfe führen.
von Haris Durakovic

Motorsport-Magazin.com - DRS, ob zwei- oder dreimal pro Runde, Zusatzgewichte oder unzählige Flügel und Flaps: Übersichtlich ist das für den DTM-Fan mit Sicherheit nicht mehr. Für den Fan zählt unter dem Strich Rennaction mit schönen Überholmanövern. Doch auf der Suche nach mehr Abtrieb, nach mehr Grip wird für die Piloten Windschattenfahren durch die verwirbelte Luft erheblich beeinträchtigt. Zudem nehmen immer weitläufigere Auslaufzonen zusätzliche Spannung aus den Rennen, auch wenn sie natürlich aus sicherheitstechnischen Aspekten wichtig sind.

Große Motoren, wenig Abtrieb

Mattias Ekström brachte es vor dem Rennwochenende am Norisring auf den Punkt: "Ich würde mir eine Rückkehr abtriebloser Autos mit großen Motoren wünschen." Auch Markenkollege Mike Rockenfeller sieht den Reiz daran. "Die Bremswege würden dadurch etwas länger, weil man mit höherer Geschwindigkeit ankommt. Das wäre schon schön", sagte er. Mehr Leistung, mehr Umdrehungen würde der Fan an der Strecke oder vor dem Fernseher natürlich allein durch den lauteren, aggressiveren Sound unmittelbar zu spüren bekommen. BMW-Pilot Bruno Spengler sieht das ähnlich: "Mehr Leistung ist immer besser."

Der Sound, DER Sound - Foto: Mercedes-Benz

Rockenfeller sehnt sich die Zeiten herbei, als es auf den Fahrer ankam, ob er am Vordermann vorbeikommt, und nicht an größeren oder kleineren Flügeln und Flaps. "Natürlich wünscht man sich als Fahrer ein Auto, in dem man hinterherfahren und auch dicht dran bleiben kann", so der Deutsche. Allerdings spielen auch die Klasse der Hersteller und Fahrer eine erhebliche Rolle, weshalb das Feld so nah beisammen ist. "Wenn man sich einmal die Formel 1 ansieht und die Abstände, die dort herrschen und vergleicht sie mit jenen im DTM-Qualifying in Moskau, in dem die ersten Zehn etwa zwei Zehntel auseinander lagen, dann ist das klar, dass es schwierig ist, im Rennen zu überholen", spielt Rockenfeller auf das hohe Niveau der Rennserie an.

Kompromiss aus Sicherheit und Spannung

Mit den weiten Auslaufzonen auf den modernen Rennstrecken hat WM-Leader Mattias Ekström ein großes Problem. "Als ich damals als Junge angefangen habe, kam man ins Kiesbett, in den Reifenstapel und dann war Feierabend. Mittlerweile kann man auf einigen Strecken fahren wie auf einem Parkplatz", sagte der Schwede. Grundsätzlich stimmt ihm Spengler zu, sieht aber auch die Vorteile der Auslaufzonen. "Wichtig ist ein guter Kompromiss aus Beidem. Auslaufzonen sind wichtig, um die größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten", so der Kanadier. "Aber man muss es schon auch zu spüren bekommen, wenn man von der Strecke kommt, dass man eben nicht einfach weiter Vollgas fahren darf." Ob gestrichene Bestzeiten oder Strafen seitens der Rennleitung dabei im Sinne des Motorsport-Fans, der Racing und Action sehen will, sei dahin gestellt.


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