Nach dem Testtag am Donnerstag folgte am Freitag das Training der DTM auf dem neu eröffneten Red-Bull-Ring. Für die Piloten waren die wechselhaften Bedingungen dabei nicht so einfach. "Es war heute wirklich schwierig, denn wenn es richtig regnete, war es zu viel. Wenn es so regnet wie vorhin, müssen wir auf Grund von Aquaplaning und der mangelnden Sicht aufhören", erklärte Mercedes-Pilot David Coulthard, der für den Rest des Wochenendes hinzufügte: "Ich hoffe, dass das nicht der Fall sein wird."

"Ich mag die Strecke und Österreich sehr. Wir sollten also ein sauberes Rennen für die Fans abliefern", so der Schotte. Der Test gestern war normal. Alle waren auf Zeitenjagd, denn es geht hier sehr eng zu", so der Ex-Formel-1-Star. "Das alte Auto ist im ersten Sektor schneller, weil der Top-Speed mit dem Gewicht besser ist. Aber diese Zeit verlieren wir dafür wieder im zweiten und dritten Sektor", erklärte Coulthard. "Es ist nur eine kurze Runde, also könnte es eventuell eine Überraschung geben, aber ehrlich gesagt glaube ich nicht daran", meinte der Mercedes-Fahrer.

"Die Strecke selbst ist immer noch wie zu meiner Formel-1-Zeit, aber man fährt sie anders, denn in der Formel 1 benützt man die Kerbs nicht so. Für mich ist es manchmal ein bisschen schwierig, die Kurven absichtlich so zu scheiden, denn meine 20 Rennfahrer-Jahre davor ging es immer nur darum, besonders präzise zu sein und nun ist das nicht mehr der Fall", sagte Coulthard. "Es macht natürlich Spaß diese Autos zu fahren, aber ich bin mit Sicherheit nicht der Experte um diese Art Auto zu bewegen", gab der Schotte zu.

Erwartungen sind hoch

Sein Grund DTM zu fahren sei ein anderer. "Für mich geht es um die Herausforderung und den Spaß. Ich bin glücklich wieder mit Mercedes zusammenzuarbeiten. Das ist immerhin die Firma, für die ich in der Formel 1 am meisten gefahren bin. Es ist eine Herausforderung, zu sehen, ob ich mich hier verbessern kann", sagte der 40-Jährige, der erklärte: "Auch wenn es schwieriger ist, wenn man aus der Formel 1 kommt, denn dann sind die Erwartungen sehr hoch. Kommt man aus der Formel 3, ist das schon einfacher.

Trotz des Sieges kam auf dem Podium keine Freude auf - Coulthard und McLaren-Mercedes trauerten 2001 in Spielberg um Paul Morgan, Foto: Sutton
Trotz des Sieges kam auf dem Podium keine Freude auf - Coulthard und McLaren-Mercedes trauerten 2001 in Spielberg um Paul Morgan, Foto: Sutton

Angesprochen auf seine Erinnerungen an den Kurs in Spielberg schilderte Coulthard gemischte Gefühle. "Als ich noch bei Mercedes war, bin ich hier in der zweiten Kurve einmal in meinen Teamkollegen Mika Häkkinen gekracht", nannte der Schotte eine eher unschöne Erfahrung. Anders als man meinen sollte, war jedoch auch sein Sieg 2001 kein Grund zur Freude. Am Vortag des Triumphs verstarb Paul Morgen, der zusammen mit Mario Illien die Motoren für McLaren-Mercedes baute. Der Brite war bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen und die Feierlichkeiten in Österreich entfielen aus Respekt vor den Angehörigen natürlich.

Insgesamt gefiel es Coulthard aber immer in der Alpenrepublik. "Ich habe es immer genossen, in Österreich zu sein. Mein erster Fitnesstrainer in der Formel 1 war Jo Leberer und stammte aus Salzburg. Dort bin ich auch noch oft mit Red Bull und für 'Wings for Life', für die ich als Vorsitzender agiere", erklärte der Ex-Red-Bull-Pilot und fügte an: "Ich bin glücklich hier zu sein und gerne an dieser Strecke."

"Für mich geht es hier darum ein nettes Wochenende zu haben und mich aus allem Ärger herauszuhalten", beschrieb er die Zielsetzung. "Wenn ich Glück habe, kann ich einen Punkt holen, aber wenn nicht, ist das auch kein Problem", sagte Coulthard, der sich in Spielberg zudem über ganz besondere Unterstützung freuen darf. "Ich habe meinen kleinen Sohn Dayton mit hier dabei. Das ist wirklich toll, denn er sieht seinen Vater fahren. Als ich in der Formel 1 aufgehört habe, war er noch zu jung, aber nun sieht er das", so der Schotte der lachend anfügte: "Ich erzähle ihm dann immer, dass ich alle Rennen hier gewinne, denn er weiß das nicht."