Das Chiemgau: Kurvige Landstraßen, ein paar Autobahnabschnitte ohne Tempolimit und die perfekte Spielwiese für den stärksten Golf, den man aktuell haben kann. Der kompakte Wolfsburger in „Lapiz Blue Metallic“ ist für eine Spritztour im Alpenvorland genau der richtige Kandidat. Er genehmigt sich zwar dabei rund 11 Liter Super, hat aber dafür andere Talente, die ehrlicherweise viel mehr wert sind.

VW, Golf, R
Foto: Simninja

Das Herzstück mit 333 PS

Unter der Haube arbeitet der bekannte 2,0-Liter-TSI-Vierzylinder von VW. In dieser Ausbaustufe liefert er satte 245 kW (333 PS), die über ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) an alle vier Räder des 4MOTION-Allradantriebs geschickt werden. Das Ergebnis: Blitzschnelle Gangwechsel, eine souveräne Traktion und eine Beschleunigung, die auch jenseits der 200 km/h nicht nachlässt.

VW, Golf, R
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Fahrwerk auf Sportwagen-Niveau

Was sofort begeistert, ist das Chassis. Das R-Fahrwerk wirkt, als hätte es jemand direkt aus einem reinrassigen Sportwagen transplantiert. Auf der Autobahn bleibt der Golf selbst jenseits der 240 km/h stoisch stabil, auf der Landstraße klebt er an der Ideallinie, ohne dass man – zumindest legal – an Grenzen stößt. Ein Audi RS 3 beispielsweise muss sich hier warm anziehen.

VW, Golf, R
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Innenraum: Sport trifft Alltag

Die Sportsitze bieten (wie bei VW üblich) auch Langstreckenkomfort, das Carbon-Dekor lässt den Innenraum deutlich edler wirken als die üblichen Klavierlack-Spielereien, die VW sonst gerne verbaut. Die blauen Akzente im Cockpit sorgen für ein stimmiges Gesamtbild, das gefällt. Das Platzangebot? Klassenüblich okay, weder üppig noch beengend – eben das, was man sich auch sonst von einem Golf erwartet.

VW, Golf, R
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Kleine Schwächen im Detail

Das Sounddesign der Abgasanlage ist dezent und bleibt eher Geschmackssache. Obwohl sie mit dem Doppelendrohrpaar um Aufmerksamkeit hascht, könnte sie dennoch etwas mehr von sich geben. Weniger Geschmacksfrage: Die Bedienung der Klimaanlage über Touchflächen unter dem Display. Wer hier im Blindflug nachregeln will, wird fluchen.

VW, Golf, R
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Richtig altbacken wirkt die Rückfahrkamera: Pixelig, unscharf, nicht mehr zeitgemäß. Das ist nicht nur bei VW so, sondern kennt man auch von den Konzernschwestern. Die Lenkradgestaltung polarisiert ebenfalls: Kleine Erhöhungen am Kranz stören beim Lenken, die Sensortasten reagieren teils träge und fühlen sich bei längerer Fahrt sogar leicht warm an.

VW, Golf, R
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Fazit: Die eierlegende Wollmilchsau für Enthusiasten

Der Golf R bleibt die perfekte Wahl für alle, die kompromisslosen Fahrspaß wollen, ohne mit Spoiler und Krawall zu posieren. Er verbindet Alltagstauglichkeit mit einer Dynamik, die selbst höherpreisige Sportler ins Schwitzen bringt. Wer Performance sucht und gleichzeitig Wert auf Understatement legt, findet hier das richtige Auto. Los geht es ab 55.540 Euro.

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