Die AVL ist eines der bedeutendsten Hightech-Unternehmen in der Automobilbranche und auch im Motorsport. Im Mai eröffnete das global aktive Unternehmen mit Hauptsitz in Österreich an ihrem Standort in Ungarn eine neue Teststrecke für Automobile. Diese beeindruckt in ihren Dimensionen: Der Ovalkurs in dem 'ZalaZONE' genannten Technologie-Hub nahe der westungarischen Stadt Zalaegerszeg geht über eine Länge von 4,450 Kilometern und verfügt in den jeweils 1275 Meter langen Steilkurven über eine Überhöhung von sage und schreibe 47 Grad.
Nur zum besseren Vergleich: Das Banking auf dem berühmten Daytona International Speedway beträgt 31 Grad, die Steilkurven in Zandvoort bemessen 18 Grad. Nur die legendäre alte AVUS-Strecke in Berlin bewegte sich mit einer Überhöhung von 44 Grad auf einem vergleichbaren Niveau. Auch von der Länge her stellt das Testoval Rennstrecken wie Daytona oder Talladega in den Schatten, die 'nur' 4 bzw. 4,28 Kilometer lang sind.
Größer als Daytona und Co: Wozu dient das Mega-Oval?
Doch Rennen werden in Ungarn keine gefahren. Die 40 Millionen Euro teure Ovalstrecke, welche zum Teil vom ungarischen Staat mitfinanziert wurde, ist für Endurance-Tests an Straßenfahrzeugen ausgelegt und nicht für den Motorsport. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 270 Km/h in den Kurven erlaubt sie es, einen anhaltenden Hochgeschwindigkeits-Fahrbetrieb von Sportwagen im Dauerstress unter Realbedingungen zu simulieren. Deshalb ist auch die starke Überhöhung notwendig, da ansonsten der Kurvenradius entsprechend größer sein müsste, um eine durchgehende Vollgas-Fahrt zu ermöglichen.
Die Strecke weist vier Fahrspuren auf, verteilt über eine Breite von 22,5 Meter. Um die Straßenbedingungen bestmöglich zu simulieren, wurde klassischer Straßenasphalt verwendet. Circa 35.000 Tonnen davon wurden bei dem Bau der Strecke aufgewendet. Die Fertigstellung des Kurses erfolgte im April. Offiziell eröffnet wurde die Strecke am 14. Mai 2025, wo sich im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung auch Motorsport-Magazin.com ein Bild von der imposanten Anlage verschaffen konnte.
AVL ist an diesem Standort seit dem Jahr 2019 aktiv. Der Standort in der ZalaZONE hat sich darauf spezialisiert, dynamische und automatisierte Fahrlösungen zu entwickeln und zu erproben. Neben Automobilen können auch Motorräder und LKWs oder Busse dort in den Testbetrieb geschickt werden.

In diesem Zusammenhang verfügte das 250 Hektar große Areal auch schon vorher über Test-Infrastruktur. Elf Teststrecken-Elemente gab es bereits, darunter im Infield des neuen Ovals eine Handling-Strecke, sowie mehrere Testbahnen für weitere Straßenverkehrs-Simulationen, wie etwa steile Bergauf- oder Bergab-Passagen oder eine Smart-City-Zone. Die Handling-Strecke wird übrigens neben ihrer Hauptfunktion für den Automobil-Sektor auch im Motorsport genutzt, und zwar von lokalen ungarischen Rennserien.
AVL ZalaZONE Managing Director Zoltán Hamar gab sich bei der Eröffnungszeremonie überzeugt: "Mit dieser neuen Highspeed-Ovalstrecke stärken wir die Position der AVL ZalaZONE als führende Testanlage in Europa." Die Strecke ist strategisch günstig platziert. Vom Konzern-Hauptsitz in Graz ist sie innerhalb von weniger als zwei Stunden erreichbar, auch weitere Automobil-Standorte, wie zum Beispiel die Herstellungsstätte von Audi in Ungarn, liegen unweit der Anlage.
AVL-COO Lukas Walter sagte bei der Eröffnung: "Die Anlage bietet nicht nur ein einzigartiges Test-Umfeld, sondern leistet auch einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung von sicheren und effizienten Mobilitätslösungen."



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