Mehr Leistung als viele Hypercars: Mit dem neuen vollelektrischen GT 4-Türer Coupé schlägt Mercedes-AMG ein neues Kapitel auf. Statt klassischer V8-Motoren arbeitet im neuen Topmodell ein komplexes Elektro-Antriebssystem mit drei sogenannten Axial-Fluss-Motoren. Diese gelten als kompakter und leistungsdichter als herkömmliche E-Maschinen und kommen erstmals in einem Serienfahrzeug dieser Größenordnung zum Einsatz.
In der stärksten Ausführung liefert das Fahrzeug bis zu 860 kW beziehungsweise 1.169 PS Systemleistung. Die Beschleunigung fällt entsprechend extrem aus: Der Sprint auf 100 km/h soll in 2,1 Sekunden erledigt sein, Tempo 200 wird nach 6,4 Sekunden erreicht. Mit optionalem Driver’s Package endet der Vortrieb erst bei 300 km/h.
Fokus auf Dauerleistung statt nur Spitzenwerte
Im Mittelpunkt steht jedoch nicht allein die maximale Leistung, sondern deren dauerhafte Abrufbarkeit. Mercedes-AMG setzt dafür auf eine neu entwickelte 800-Volt-Batterie mit direkt gekühlten Rundzellen. Die Technik orientiert sich laut Hersteller stark an Entwicklungen aus der Formel 1.

Durch die direkte Zellkühlung soll die Batterie auch unter hoher Belastung konstant leistungsfähig bleiben – etwa bei wiederholten Beschleunigungen oder längeren Rennstreckenfahrten. Ergänzt wird das System durch eine leistungsfähige Rekuperation sowie ein vollvariables Torque Vectoring zur präzisen Verteilung der Antriebskraft.
Neue Maßstäbe beim Schnellladen
Auch beim Laden setzt das Modell neue Bestwerte. Die maximale Ladeleistung liegt bei bis zu 600 kW. Unter optimalen Bedingungen sollen sich innerhalb von zehn Minuten bis zu 460 Kilometer Reichweite nachladen lassen. Der Bereich von zehn auf 80 Prozent Ladezustand soll in rund elf Minuten erreicht werden.

Interessant ist zudem die breite Kompatibilität des Systems: Unterstützt werden CCS2, CCS1, GB/T, CHAdeMO und NACS. Damit wäre das Fahrzeug weltweit an nahezu allen wichtigen Schnellladenetzwerken nutzbar.
Fahrwerk mit aktiver Wankstabilisierung
Für die Fahrdynamik entwickelt AMG ein komplett neues Fahrwerkskonzept. Das System namens „AMG ACTIVE RIDE CONTROL“ kombiniert Luftfederung, variable Dämpfer und eine semi-aktive Wankstabilisierung. Ergänzt wird dies durch eine aktive Hinterachslenkung mit bis zu sechs Grad Lenkwinkel.

Der variable Allradantrieb AMG Performance 4MATIC+ verteilt die Kräfte permanent zwischen Vorder- und Hinterachse. Dazu kommt eine Hochleistungsbremsanlage mit Carbon-Keramik-Bremsen an der Vorderachse.
Aktive Aerodynamik für mehr Reichweite und Stabilität
Auch die Aerodynamik spielt eine zentrale Rolle. Unter dem Begriff „AEROKINETICS“ bündelt Mercedes-AMG mehrere aktive Systeme, darunter einen variablen Heckspoiler, einen aktiven Heckdiffusor und bewegliche Venturi-Elemente im Unterboden.
Hinzu kommen weiterentwickelte Airpanels im Frontbereich sowie aerodynamisch optimierte Räder mit bis zu 21 Zoll Durchmesser. Allein durch die Radkonstruktion soll sich die Reichweite um bis zu 30 Kilometer erhöhen lassen.
Digitaler V8-Sound und KI-gestütztes Betriebssystem
Trotz Elektroantrieb verzichtet AMG nicht auf akustische Inszenierung. Das neue Soundsystem „AMGFORCE S+“ simuliert ein V8-ähnliches Klangbild, das auf realen Messungen eines AMG GT R basiert. Dazu gehören Schaltimpulse, Fehlzündungs-ähnliche Geräusche sowie spezielle Lade- und Startsequenzen.

Im Innenraum arbeitet erstmals die neue MB.OS-Softwareplattform mit integrierter KI-Technologie. Unterstützt werden unter anderem ChatGPT, Microsoft Bing und Google Gemini. Spezifische AMG-Anwendungen liefern zusätzliche Daten zu Energiefluss, Temperaturen, Aerodynamik oder Rundenzeiten. Für Track-Day-Fahrer integriert Mercedes außerdem ein erweitertes „Track Pace“-System mit Telemetrie und Augmented-Reality-Rennlinie.

Zwei Modellvarianten geplant
Zum Marktstart sind zwei Varianten vorgesehen. Das AMG GT 55 4-Türer Coupé kommt auf bis zu 600 kW Leistung, darüber rangiert der GT 63 mit bis zu 860 kW.

Mit dem neuen Modell zeigt Mercedes-AMG deutlich, wohin sich die Marke entwickeln will: weg vom klassischen Muscle-Car-Charakter, hin zu einer technologisch extrem aufgeladenen Interpretation elektrischer Performance.

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