Für europäische Hersteller ist China längst mehr als nur ein Absatzmarkt. Gerade bei Elektromobilität, Software und digitalen Fahrzeugfunktionen setzt die Entwicklung dort oft schneller ein als in Europa. Peugeot richtet seinen Blick deshalb zunehmend Richtung Osten – und nutzte die Automesse in Peking bewusst als internationales Schaufenster.

Die Franzosen wollen künftig nicht nur Fahrzeuge nach China verkaufen, sondern dort auch Technologien, Produktionsstrukturen und neue Modellideen entwickeln, die später weltweit eine Rolle spielen. Entsprechend selbstbewusst fiel der diesjährige Messeauftritt aus.

Concept 6: Zwischen Limousine und Shooting Brake

Peugeot, Concept 6
Foto: Peugeot

Besonders auffällig ist der neue Peugeot Concept 6. Die Studie bewegt sich irgendwo zwischen klassischer Reiselimousine, Fastback und Shooting Brake. Statt auf aggressive Linien oder überzeichnete Details zu setzen, wirkt das Konzept vergleichsweise klar und flach proportioniert.

Peugeot versucht damit offenbar, sich bewusst von der zunehmend austauschbaren SUV-Optik vieler Wettbewerber abzusetzen. Der Concept 6 erinnert in seiner Grundidee an große Gran-Turismo-Modelle früherer Jahrzehnte – allerdings übersetzt in eine moderne Elektro-Architektur.

Die lange Dachlinie und die gestreckte Seitenansicht sollen dabei nicht nur elegant wirken, sondern auch aerodynamische Vorteile bringen. Gerade bei Elektroautos wird dieser Punkt zunehmend wichtiger.

Der Concept 8 zeigt Peugeots SUV-Zukunft

Peugeot, Concept 8
Foto: Peugeot

Ganz anders positioniert sich dagegen der Concept 8. Hier bleibt Peugeot näher an den aktuellen Markttrends und zeigt ein großes SUV mit klar reduzierter Formensprache.

Auffällig ist vor allem der Verzicht auf überladene Designmerkmale. Viele neue SUV-Studien wirken derzeit möglichst futuristisch und kompliziert gestaltet. Peugeot geht beim Concept 8 einen anderen Weg: glatte Flächen, klare Lichtgrafiken und ein insgesamt ruhiger Auftritt.

Die neuen Modelle sollen nicht nur für China gebaut werden

Interessant ist vor allem die strategische Dimension hinter den beiden Studien. Peugeot bestätigt damit indirekt, dass künftige große Limousinen und SUV nicht mehr primär aus Europa heraus entwickelt werden.

Produziert werden sollen die späteren Serienmodelle gemeinsam mit Partner Dongfeng im chinesischen Wuhan. Von dort aus plant Peugeot offenbar nicht nur die Versorgung des lokalen Marktes, sondern auch den Export in andere Regionen.