Die Startplätze waren soeben vergeben, da ging es schon weiter: Nur eine Stunde nach dem Hyperpole-Qualifying stand das letzte Freie Training vor dem Rennstart zu den 24 Stunden von Le Mans 2024 (Samstag, 16:00 Uhr im Free-TV auf Nitro und Eurosport) auf dem Zeitplan. Ab 22:30 Uhr am Donnerstag hatten die Teams der Klassen Hypercar, LMGT3 und LMP2 ein einstündiges Training zur Verfügung, um sich weiter mit der Fahrt bei Nacht vertraut zu machen.

Dabei wurden die Fahrer zum ersten Mal in dieser Woche mit nassen Bedingungen konfrontiert. 13 Minute vor dem Sessionende wurden Regentropfen in den Porsche-Kurven und anschließend auf weiteren Teilen der 13,626 Kilometer langen Strecke gemeldet. Eine möglicherweise gute Fingerübung: Für den Rennsonntag ist nach aktuellem Stand eine 50-prozentige Regenwahrscheinlichkeit vorhergesagt. Bisher gingen alle Sessions trocken über die Bühne. Einige Teams zogen am Ende Regenreifen auf, um sie für einen möglichen Renneinsatz anzufahren.

Mit den ersten Regentropfen war die 'Jagd' auf Bestzeiten vorzeitig beendet. Bei noch trockenen Verhältnissen hatte Brendon Hartley im #8 Toyota GR010 Hybrid (Buemi, Hartley, Hirakawa) frühzeitig die Spitze der Zeitenliste übernommen und in der Folge nicht mehr abgegeben. Der frühere Formel-1-Fahrer umrundete den Kurs in 3:29.451 Minuten. Auf Platz zwei folgte der #50 Ferrari 499 P (Fuoco, Molina, Nielsen) mit 0,076 Sekunden Rückstand. Zum Vergleich: Im Mittags-Training lagen die Zeiten im 3:27er-Bereich.

BMW mischt nach Hypercar-Unfall wieder mit

Während der #20 BMW M Hybrid V8 (Sheldon van der Linde, Rast, Frijns) das immer nasser werdende Training an dritter Stelle beendete, konnte der #15 BMW M Hybrid V8 (Dries Vanthoor, Marciello, Wittmann) knapp eine Stunde nach seinem Unfall in der Hyperpole schon wieder ins Geschehen eingreifen. Dries Vanthoor hatte den Münchner Prototypen während der Zeitenjagd in die Leitplanken befördert, der Schaden hielt sich aber offenbar in Grenzen.

"Leider hat sich Dries verbremst und ist direkt in die Streckenbegrenzung gefahren", sagte BMW-Motorsportchef Andreas Roos. "Glücklicherweise geht es ihm gut, was mit Abstand die wichtigste Nachricht ist. Wir wollen, dass unsere Jungs alles geben, besonders in der Hyperpole. Es hat für uns nicht geklappt, aber wir nehmen das Positive mit, dass wir um die Spitze kämpfen konnten."

Pole-Porsche verzichtet auf schnelle Runde

Vanthoor ließ sich von seinem Hyperpole-Crash nicht beirren und führte den #15 BMW hinter dem #93 Peugeot 9X8 (Vergne, Jensen, Nico Müller) auf den fünften Platz. Der #35 Alpine (Habsburg, Milesi, Chatin), der #311 Cadillac (Derani, Aitken, Drugovich) und der #4 Porsche-Penske aus der IMSA (Jaminet, Nasr, Tandy) komplettierten die Top-8 des Klassements. Der #36 Alpine mit Le-Mans-Debütant Mick Schumacher folgte auf P9, wobei der Ex-F1-Fahrer fünf Runden bei der Bestzeit von Teamkollege Nicolas Lapierre zurücklegte.

Mit Ausnahme eines Kiesbett-Ausflugs von Sarah Bovy im Iron-Dames-Lamborghini und einem Technik-Problem beim Isotta Fraschini, ging das letzte Training vor dem Rennen ohne Dramen über die Bühne. Die frischgebackenen Pole-Setter aus dem #6 Penske-Porsche (Estre, Lotterer, Laurens Vanthoor) beließen es bei fünf Runden und verzichteten auf eine schnelle Runde.