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Formel 1 - Das neue Williams 2014: Schnell und sexy

Neue Ära eingeläutet

Williams ist der Geheimfavorit für 2014. Der Traditions-Rennstall hat einen geradezu unglaublichen Wandel durchlebt: von der grauen Maus zum Vorzeige-Team.
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Motorsport-Magazin.com - Die Stimmung in der Lounge mitten im angesagten London war ausgelassen. Zwischen Häppchen und Getränken in jeglichen Farben tummelten sich Promis, Journalisten und eine Menge Fotografen. Dann der Moment, auf den alle gewartet hatten. In der Mitte des Raumes fiel der große, halbdurchsichtige Vorhang, die Tropfen eines künstlichen Wasserfalls säumten die Silhouette des Stars an diesem Tag. Da stand er, der Williams FW36-Bolide. Verschwunden war das eintönige, blaue Lackkleid des neuen Autos. Der neue Williams erstrahlte in glänzendem Weiß, durchzogen vom legendären blau-roten Martini-Rennstreifen. Ein Sinnbild für 2014: Williams steht wieder im Fokus, Sexyness ersetzt das angestaubte Image.

Die Partnerschaft zwischen Williams und Martini war ein offenes Geheimnis, schon vorab waren im Internet zahlreiche Bilder des neuen Designs zu finden. Doch der Moment, als die Angelegenheit offiziell bestätigt wurde, war ein besonderer. Hinter dem Deal steckt weit mehr als nur das Comeback des Spirituosenherstellers in der Formel 1 und das wohl schönste Auto des gesamten Feldes. Es ist der neue Spirit, der seit einigen Wochen bei Williams vorherrscht. Da passt das neue Lackkleid des Boliden perfekt ins aktuelle Bild des Traditions-Rennstalls aus Grove.

Foto: Williams

Williams ist wieder eine Marke. "Es wäre genial, wenn das Team stark wäre", sagte jüngst Mark Webber über die Truppe, für die er zwei Jahre lang fuhr. "Das wäre wirklich gut für Frank und die anderen. Sie haben eine harte Zeit durchgemacht, aber sie sind ein gutes Team." Mit Schrecken erinnert sich Williams an die vergangenen Jahre in der Formel 1, als das einst so erfolgreiche Team ständig im hinteren Mittelfeld herumkrebste und zur grauen Maus verkam. Seit den goldenen Neunzigern ging es stetig bergab mit der Truppe, die zwischen 1980 und 1997 neunmal die Konstrukteurswertung gewann. Im vergangenen Jahr war der Tiefpunkt erreicht, als Pastor Maldonado und Valtteri Bottas gerade einmal fünf Punkte sammelten und Williams völlig abgeschlagen auf dem neunten Platz landete.

Frank Williams wusste: So kann es nicht weitergehen mit seinem Lebenswerk. Nur große Veränderungen konnten eine Wende bringen, um nicht völlig im Niemandsland der Formel 1 zu verschwinden. Da kamen die neuen Motorenregeln gerade recht und Williams bewies mit dem Wechsel von Renault zu Mercedes zumindest nach den Eindrücken der Testfahrten ein goldenes Händchen. "Das vergangene Jahr war für sie ein Alptraum", sagte Damon Hill, Weltmeister 1996 mit Williams. "Sie haben die richtige Entscheidung getroffen, zu Mercedes zu gehen. Zu Beginn der Saison machen sie auf jeden Fall einen starken Eindruck."

Martinis F1-Rückkehr mit Williams: (1:00 Min.)

Mit der Verpflichtung von Felipe Massa verfügt das Team nun auch wieder über ein prominentes Aushängeschild und gleichzeitig einen sehr schnellen Piloten. "Er ist noch immer sehr hungrig und seine Leidenschaft für das Racing hat mich sofort gefesselt, als wir uns letztes Jahr unterhalten haben", sagte Frank Williams. "Ich liebe es, mit puren Racern zu arbeiten und Felipe gehört definitiv zu dieser Kategorie." Valtteri Bottas dürfte sich über den neuen Teamkollegen freuen, der jahrelange Erfahrung mitbringt und ein guter Gradmesser für den jungen Finnen ist. Bottas' Talent ist unbestreitbar, doch das letztjährige Auto ließ keine besseren Ergebnisse zu.

"Es fühlt sich wie ein neuer Start für das Team an", sagte Bottas. "Die Partnerschaft mit Martini ist spannend und ich bin ein großer Fan des neuen Designs. Im Verlauf des vergangenen Jahres habe ich mich als Fahrer sehr weiterentwickelt und mit dem neuen Auto bin ich sicher, dass mir im Vergleich zum Vorjahr ein Schritt nach vorn gelingt." Der FW36 ist das Kernstück des Umbruchs bei Williams, zudem hat das Team ordentlich bei der Konkurrenz gewildert und sich mit talentierten Ingenieuren verstärkt. Das erste Ergebnis war bei den beiden Testfahrten in Bahrain zu sehen, als Massa und Bottas nicht nur die meisten Kilometer abspulten, sondern der Brasilianer auch noch die absolute Bestzeit erzielte.

Foto: Williams

Inzwischen ist klar: Williams ist der Geheimfavorit für die Saison 2014. Nicht nur auf den Schönheitspreis. "Ich liebe dieses Auto wirklich", sagte Massa. "Es sieht schnell aus und im Moment ist es wirklich schnell. Die Tests liefen gut und ich hoffe, dass wir mit diesem Auto um gute Positionen in der Meisterschaft kämpfen können." Bei all der Freude über den neuen Look und den bisherigen Speed des Autos ging schon fast die Tatsache unter, dass Williams auch finanziell wieder auf wesentlich stabileren Beinen stehen sollte. Martini wird für die mehrjährigen Rechte am Teamnamen einige Millionen auf den Tisch legen und zuletzt konnten Verträge mit wichtigen Langzeitpartnern verlängert werden. Das Team ist im Vergleich zu 2013 nicht mehr wiederzuerkennen: Eine gute Nachricht folgt auf die nächste.

"Wegen der Liebe zum Team, der Liebe zu den loyalen Fans und unserem Familienerbe mussten wir ein paar eindrückliche Veränderungen vornehmen", sagte die stellvertretende Teamchefin Claire Williams. "Martini bringt ein zusätzliches Lifestyle-Element mit, das uns zu einem der flottesten Teams in der Formel 1 macht - auf und abseits der Strecke." Reich und sexy, dazu eine Portion Speed - Williams ist in jeglicher Hinsicht im Jahr 2014 angekommen.


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