Formel 1 - Offiziell: Williams 2014 im Martini-Design

Legendäre Farben

Jetzt ist es offiziell: Williams gibt die Partnerschaft mit Martini bekannt und zeigt Bilder des FW36. Das Team startet dieses Jahr als Williams Martini Racing.
von

Motorsport-Magazin.com - Es war ein offenes Geheimnis, jetzt hat es Williams offiziell bestätigt: Der Traditionsstall aus Grove fährt 2014 im Design des Spirituosenherstellers Martini. Am Donnerstag zeigte das Team Bilder des FW36-Boliden im neuen Design für die anstehende Formel-1-Saison. Das Auto ist in weiß gehalten und erinnert mit seinem ikonischen rot-blauen Rennstreifen an die motorsportliche Vergangenheit von Martini. Der Rennstall startet künftig unter dem Namen Williams Martini Racing.

"Wir freuen uns sehr, Martini in der Williams-Geschichte willkommen zu heißen", so Frank Williams beim Launch des Autos in der Teamfabrik. "Williams und Martini verbindet eine reiche Vergangenheit in der Welt des Motorsports. Die Werte unserer beiden Unternehmen und unsere gemeinsame Leidenschaft für den Motorsport passen perfekt zu dieser Partnerschaft. Es wird toll sein zu sehen, wenn die Streifen von Martini Racing in Verbindung mit Williams in die Formel 1 zurückkehren." Beide Unternehmen haben sich auf eine mehrjährige Partnerschaft geeinigt.

So sieht der Williams FW36 aus - Foto: Williams

Bei den vergangenen Testfahrten präsentierte sich Williams' neues Turbo-Auto in schlichtem Blau mit kaum Sponsoren. In den vergangenen Wochen schloss die Truppe von Sir Frank Williams - nicht selten von finanziellen Engpässen geplagt - Verträge mit einigen Sponsoren und Partnern ab. Dieses Jahr startet Williams mit Neuzugang Felipe Massa sowie Valtteri Bottas in die Saison. Als Ersatzfahrer verpflichtete das Team den Brasilianer Felipe Nasr, Susie Wolff arbeitet als Entwicklungspilotin.

Martinis Geschichte in der Formel 1

1972 trat Martini in der Königsklasse zum ersten Mal in Erscheinung. Als Titelsponsor beim italienischen Tecno-Rennstall brachten es die Piloten Nanni Galli und Derek Bell bei gemeinsam zwölf Versuchen nur auf eine Zielankunft (P13 für Galli in Clermont-Ferrand) . Dem Team blieb der große Durchbruch aber auch im zweiten Jahr und mit Chris Amon als Solo-Piloten verwehrt. Mehr als ein WM-Punkt war nicht drin und so zog sich Martini Racing Ende 1973 vorerst zurück.

1975 war es Bernie Ecclestone, der die Alkoholmarke zurückholte. Als starker Mann beim Brabham-Rennstall angelte er sich die Italiener als Titelsponsor, sodass das ehemalige Konstrukteurs-Weltmeister-Team bis 1977 als Martini Racing unter britischer Flagge antrat. Carlos Pace holte in Sao Paulo 1975 den ersten Sieg, Carlos Reutemann auf der Nordschleife einen zweiten. Die Saison schloss man in der Teamwertung auf Platz zwei hinter Ferrari ab, in der Fahrer-WM holte man die Plätze drei (Reutemann) und sechs (Pace).

Carlos Pace in seinem Brabham - Foto: Phipps/Sutton

Martinis letzter Versuch mit Lotus

Mit dem Wechsel von Ford- auf Alfa-Motoren ging es allerdings sportlich bergab. 1976 blieb Martini Racing ohne Podiumsplatz und wurde nur Neunter in der Konstrukteurs-Wertung. Zwar gab es durch John Watson, Pace und dessen Ersatzmann Hans-Joachim Stuck im Folgejahr insgesamt vier Podiumsplätze und eine Verbesserung auf Platz fünf bei den Konstrukteuren, doch Martini zog sich mit Saisonende als Sponsor zurück.

1979 wagte man einen letzten Versuch bei Lotus, als dem britischen Traditionsteam John Player Special absprang. Als Martini Racing Team Lotus und mit Titelverteidiger Mario Andretti erhoffte man sich Großes, blieb aber bei fünf Podiumsplätzen durch den US-Amerikaner und seinen Teamkollegen Reutemann letztlich ohne Sieg. Die Alkoholmarke kehrte der Formel 1 damit endgültig den Rücken. 2006 engagierte man sich zwar erneut bei Ferrari, allerdings nur noch als kleiner Nebensponsor.

Redaktionskommentar

Motorsport-Magazin.com meint: Was haben wir uns schon über die hässlichen Turbo-Kisten mit ihren Pe...-Nasen aufgeregt. Da tut so ein Schluck Martini doch richtig gut! Glückwunsch an Williams zum Deal und dem richtig klasse aussehenden FW36! Im weißen Glanz hat auch die Nase des Grauens einen nicht mehr ganz so bitteren Beigeschmack. Die Martini-Streifen hätten einen Tick größer sein können, aber wir klagen auf hohem Niveau. Frank Williams freut sich sicherlich auch über das neue Design - aber genauso über die Kohle, die der Alk-Hersteller in die Kassen spült. Wenn Williams seine starken Eindrücke von den Testfahrten auch in den Rennen bestätigt, könnte das eine feucht-fröhliche Saison werden. Alain, Prost! (Robert Seiwert)


Weitere Inhalte:

Motorsport-Magazin.com fragt
Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x