WRX

WRX-Kracher am Estering: Ekström gewinnt Chaos-Rennen

Mattias Ekström beendet die Siegesserie von VW in der Rallycross-WM. Petter Solberg feiert ein tolles WRX-Comeback nach seiner Verletzung:
von Michael Höller
WRX 2017: Die Rallycross-Rennen am Estering in Buxtehude: (99:00 Min.)

Volkswagen ist in der Rallycross-WM wieder geschlagen. Nach zuletzt sieben WRX-Siegen in Folge setzte sich am Estering in Buxtehude Mattias Ekström durch. Petter Solberg dominierte nur zwei Wochen nach seinem Schlüsselbeinbruch zwar über weite Strecken das Wochenende, verpasste das Podest letztlich aber. Enttäuschend endete das Wochenende für das deutsche Quartett.

Die Qualifikationsläufe

Im ersten Lauf waren alle Augen auf Petter Solberg gerichtet, der nur zwei Wochen nach seinem Schlüsselbeinbruch sein Comeback gab. Zum Q1 wurde er - was in der WRX eigentlich unüblich ist - bereits in seinem VW Polo sitzend in die Startaufstellung geschoben. An ein rasches Einsteigen in den Boliden war aufgrund der Verletzung nämlich nicht zu denken.

Auf der Strecke steigerte sich Solberg aber rasch und ging am Ende sogar als Sieger der Qualifikation hervor. Er belegte in Q1 Platz 5, in Q2 bereits Rang 3 und gewann am Sonntag die letzten beiden Qualifikationsläufe. Damit fing er nach Q4 noch Mattias Ekström ab, der zuvor eine Laufsieg und zwei zweite Plätze geholt hatte. Im letzten Heat leistete er sich aber einen Frühstart und musste als Strafe zwei Jokerlaps absolvieren. Das warf ihn auf Platz 8 in Q4 zurück und kostete ihn den Quali-Sieg.

Hinter Ekström landete Peugeots Timmy Hansen und der frischgebackene Weltmeister Johan Kristoffersson in den Top-4. Ebenfalls in das Semifinale schafften es Andreas Bakkerud, Kevin Hansen, Toomas Heikkinen, Kevin Eriksson, Janis Baumanis, Sebastien Loeb, Reinis Nitiss und Niclas Grönholm, der sich mit einem zweiten Rang in Q4 seinen Platz im Halbfinale sicherte.

Für die deutschen Piloten endete die WRX-Veranstaltung am Estering wenig erfreulich: Timo Scheider schied als 15. der Vorläufe aus, war damit aber sogar noch erfolgreichster Lokalmatador. VW-Wildcard Dieter Depping (16.), Rene Münnich (19.) und Andreas Steffen (21.) landeten hinter Scheider.

Die Top-3 der Qualifikationsläufe:

Quali 1Quali 2Quali 3Quali 4Gesamt
1. Ekström (Audi S1) 1. T.Hansen (Peugeot 208) 1. Solberg (VW Polo) 1. Solberg (VW Polo)1. Solberg (VW Polo)
2. Bakkerud (Ford Focus) 2. Ekström (Audi S1)2. Ekström (Audi S1)2. Grönholm (Ford Fiesta) 2. Ekström (Audi S1)
3. S.Eriksson (Ford Fiesta)3. Solberg (VW Polo)3. Bakkerud (Ford Focus)3. Kristoffersson (VW Polo)3. T.Hansen (Peugeot 208)

Die Semifinali

Im ersten Semifinale verteidigte Solberg souverän seine Pole Position und fuhr einen ungefährdeten Sieg ein. Hinter dem Norweger krachte es in der ersten Kurve, als Timmy Hansen, Bakkerud und Nitiss aneinander gerieten. Das Trio fiel an das Ende des Feldes zurück. Hansen schaffte es aber noch ins Finale, da er bereits in der vierten Runde auf seine Jokerlap ging, während Janis Baumanis die Extrameter erst im letzten Umlauf einlegte und somit knapp hinter den Schweden zurückfiel. Hinter Solberg und vor Hansen führ Toomas Heikkinen einen sicheren zweiten Platz ein.

Das zweite Semifinale begann verzögert: Die Frühstart-Anlage hatte ein Vergehen von Kevin Hansen angezeigt, gegen den Peugeot aber erfolgreich protestierte. Ein technischer Fehler hatte den Jump Start fälschlicherweise angezeigt. Die Hektik nahm im zweiten Semifinale aber nach dem zweiten Erlöschen der Ampel nicht ab.

An der Spitze fuhren Mattias Ekström und Kevin Hansen zwar ein einsames Rennen, doch um den letzten Platz wurde hart gekämpft. Schon in der ersten Kurve schob sich Kevin Eriksson zunächst auf Platz zwei nach vorne, nur um wenig später seinen Platz wieder an Hansen zu verlieren. In der zweiten Runde krachte es dann zwischen Loeb und Eriksson im Kampf um Rang drei. Das Resultat: Dreher von Eriksson, beschädigte Kotflügel vorne und hinten rechts bei Loeb und eine lädierte Frontpartie bei Weltmeister Johan Kristoffersson, der in Erikssons Ford gekracht war.

So rollte Niclas Grönholm, der bereits in der ersten Runde seine Jokerlap absolviert hatte, das Feld von hinten auf. Am Ende setzte er sich nur um eine Viertelsekunde vor Loeb durch. Grönholm fixierte damit den ersten Finaleinzug seiner noch jungen Karriere, während für Loeb, Kristoffersson und Eriksson Endstation war.

Ergebnis der Semifinali:

FahrerAutoZeit FahrerAutoZeit
1. Petter Solberg VW Polo3:45,054 1. Mattias EkströmAudi S13:42,822
2. Toomas HeikkinenAudi S13:47,432 2. Kevin HansenPeugeot 2083:45,028
3. Timmy HansenPeugeot 2083:48,692 3. Niclas GrönholmFord Fiesta3:48,118
4. Janis BaumanisFord Fiesta3:48,941 4. Sebastien LoebPeugeot 2083:48,377
5. Andreas BakkerudFord Focus3:49,891 5. Johan KristofferssonVW Polo3:51,573
6. Reinis NitissAudi S13:54,904 6. Kevin ErikssonFord Fiesta4:02,874

Das Finale

WRX am Estering: So lief das irre Rallycross-Finale: (06:15 Min.)

Im Finale sah es für Solberg zunächst gut aus: Er setzte sich am Start durch und driftete vor Ekström in die erste Kurve. Der Schwede konterte allerdings ausgangs der ersten Kurve und übernahm die Führung. Toomas Heikkinen verschätzte sich mit einer Attacke auf der Außenbahn und fiel an das Ende des Feldes zurück.

Dann wurde es wieder chaotisch: In der zweiten Runde zogen beide Hansen-Brüder in der ersten Kurve an Solberg vorbei, der sofort auf die Jokerrunde ging und somit als Letzter auf die Strecke zurückkam. Kevin Hansen hatte sich hinten rechts einen Schaden zugezogen und konnte seinen vierten Platz im Ziel-S der dritten Runde nicht gegen Heikkinen verteidigen.

Von hinten rasten die bereits gejokerten Grönholm und Solberg heran, die mehr als eine Runde lang hinter dem langsamen Kevin Hansen hingen. Erst in der letzten Runde drehte sich der Schwede in seinem Peugeot und gab somit den Weg für seine Gegner frei. Solberg übernahm Rang vier, da er kurz zuvor Grönholm überholt hatte. Vorne fuhr Ekström vor Timmy Hansen und Heikkinen im letzten Umlauf auf die Jokerrunde. Das Trio schaffte es somit ungefährdet auf das Podium. Solbergs Comeback wurde letztlich nur von Platz vier gekrönt.

Ergebnis im Finale:

Pos.FahrerAutoZeit
1.Mattias EkströmAudi S13:41,663
2.Timmy Hansen Peugeot 2083:44,292
3.Toomas HeikkinenAudi S13:45,380
4.Petter SolbergVW Polo3:48,531
5.Niclas GrönholmFord Fiesta3:49,752
6.Kevin Hansen Peugeot 2084:29,902

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