Porsche geht, Genesis Magma Racing kommt: Die Luxustochter von Hyundai steigt zur Saison 2026 in die WEC ein und gibt ihr Debüt mit zwei LMDh-Prototypen. An diesem Dienstag haben die Koreaner die finalen Designs ihrer beiden GMR-001 enthüllt, die von einem 3,2-Liter-Turbo-V8-Motor angetrieben werden. Die Basis für den Verbrennungsmotor stammt von Hyundais Vierzylinder aus dem WRC-Rallyeboliden und lief erstmals im Februar 2025 auf dem Prüfstand.

Seit der Ankündigung im Dezember 2024, in die Langstrecken-WM einzusteigen, hat Genesis laut eigenen Angaben rund 25.000 Testkilometer auf unterschiedlichen Rennstrecken zurückgelegt. Viel Vorbereitungszeit hatte der Autobauer nicht, doch mit der Werkspower von Hyundai im Rücken trauen Branchenkenner dem Neueinsteiger schon im Debütjahr das eine oder andere Highlight zu.

Genesis Magma Racing präsentiert WEC-Auto
Willkommen in der WEC! Der neue GMR-001 von Genesis Magma Racing, Foto: Genesis Magma Racing

Genesis Magma Racing präsentiert neues WEC-Auto

Der GMR-001 trägt ein mattgraues Design mit orange-farbigen Schriftzügen, wobei relativ wenige Sponsoren-Logos auf der Außenhaut zu erkennen sind. Die zweigeteilten Frontscheinwerfer sollen die Serienautos der in Europa noch weitgehend unbekannten Edelmarke widerspiegeln.

Das Chassis stammt vom in Le Castellet beheimateten Unternehmen Oreca, wo auch Genesis Magma Racing einen Standort eröffnet hat. Die 75 Mitglieder des WEC-Projekts verteilen sich außerdem auf Offenbach, wo Hyundai Motorsport seinen Hauptsitz hat, sowie das nahegelegene Technical Centre in Fechenheim.

Genesis Magma Racing betreibt das WEC-Programm komplett in Eigenregie und hat dafür ein eigenes Einsatzteam aus dem Boden gestampft. Die Zusammenarbeit mit einem Privatteam, wie es bei BMW mit WRT oder Ferrari mit AF Corse der Fall ist, kam für Teamchef Cyril Abiteboul nicht in Frage. "Angesichts der langfristigen Ziele gab es absolut keine Alternative", sagte der frühere Formel-1-Mann. "Für uns war es zwingend notwendig, alles selbst zu machen, anstatt die Verantwortung an ein Partnerteam zu übertragen, was der einfachere Weg gewesen wäre."

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Der GMR-001 steht vor seinem WEC-Debüt in Imola, Foto: Genesis Magma Racing

Andre Lotterer: "Wir gehen mit Demut an die Sache heran"

Auch bei der Fahrerwahl hat sich Genesis Magma Racing nicht lumpen lassen: Die Entwicklungsfahrer Andre Lotterer und Pipo Derani führen das Team an und teilen sich den #17 GMR-001 mit Nachwuchstalent Mathys Jaubert. Im #19 Schwesterauto wechseln sich Ex-Porsche-Werksfahrer Mathieu Jaminet, der frühere Alpine-Fahrer Paul Loup Chatin sowie Daniel Juncadella - derzeit besser bekannt als Max Verstappens Teamkollege auf dem Nürburgring - am Steuer ab.

"Für die meisten von uns, die schon lange in diesem Sport sind, ist das ultimative Ziel der Sieg - und bis man gewinnt, ist man nicht wirklich zufrieden", sagt der dreimalige Le-Mans-Sieger und Ex-Porsche-Fahrer Lotterer. "Die Dynamik ist natürlich eine andere, wenn man als neuer Hersteller gegen Teams antritt, die schon seit Jahren Rennen fahren. Deshalb geht man mit Demut an die Sache heran."

Genesis Magma Racing präsentiert WEC-Auto
Die Heckansicht des neuen LMDh aus dem Hause Genesis, Foto: Genesis Magma Racing

Das erste Etappenziel bestehe laut Lotterer darin, die ersten Rennen der neuen Saison beginnend mit dem Auftakt in Imola (17.-19. April 2026) ohne Probleme und Zwischenfälle zu bewältigen. "Das Auto lief bei den Tests ohne Probleme, und bisher ist alles ziemlich gut gelaufen", sagt der 44-Jährige. "Aber im Rennszenario kann es anders aussehen. Wir werden definitiv mit Dingen konfrontiert werden, die wir versuchen zu simulieren und vorherzusehen - aber sie werden kommen. Und dann wird sich zeigen, wie wir damit umgehen und sie bewältigen."

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