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WEC und IMSA: Neue Details zum LMDh-Reglement ab 2022

Die Zusammenarbeit zwischen ACO und IMSA nimmt immer konkretere Formen an. Zahlreiche neue Details zur neuen Prototypen-Kategorie vorgestellt.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Ein wichtiger Bestandteil der Zukunft der Sportwagen nimmt weiter konkrete Züge an. Der Automobilclub ACO und die IMSA-Verantwortlichen haben an diesem Donnerstag einige Details zu den neuen LMDh (Le Mans Daytona h) Prototypen vorgestellt, die voraussichtlich ab 2022 sowohl in der WEC als auch in der US-Sportwagenserie IMSA antreten sollen.

Bei Regeln wurden in der vergangenen Woche laut einer Pressemitteilung mehr als einem Dutzend Hersteller sowie den nominierten Chassis-Bauern Dallara, Ligier, Multimatic und Oreca präsentiert. Zuletzt hatte unter anderem Porsche Interesse bekundet an einer möglichen Teilnahme an der Klasse, die künftig in der WEC sowie in Le Mans zusammen mit den neuen Hypercars die Top-Kategorie bilden soll.

"ACO und IMSA haben unsere Erwartungen erfüllt", teilte Fritz Enzinger, Leiter Porsche Motorsport, kurz nach der Veröffentlichung der neuen LMDh-Details mit. "Es wird möglich sein, mit einem Fahrzeug um Gesamtsiege in den wichtigsten Langstrecken-Serien zu kämpfen. Wir beginnen jetzt mit einer von unserem Vorstand in Auftrag gegebenen Konzeptstudie."

Die vorgestellten Details stellen ACO und IMSA im Folgenden vor. Das abschließende Reglement soll vor oder am Rande der diesjährigen 24 Stunden von Le Mans, die auf September 2020 verschoben worden sind, vorgestellt werden.

Die globale Beschreibung der LMDh-Plattform entspricht den folgenden Punkten:

  • LMDh ist ein allgemeines Auto, das von ACO-IMSA entwickelt wurde und sowohl in WEC als auch in IMSA fahren kann
  • LMDh basiert auf einem kostengünstigen Auto und hat die gleiche Basis (komplettes Auto ohne Karosserie, Motor, Hybrid) wie die nächste Generation des Le Mans Prototype 2 (LMP2)
  • Nur etablierte Automobilhersteller (die mit einem der vier Chassis-Konstrukteure verbunden sind) können ein LMDh-Auto homologieren

Die LMDh-Autos werden Folgendes bieten:

  • Eine vom Hersteller gebrandete und stilisierte Karosserie
  • Ein Hersteller-Markenmotor
  • Ein gängiges Single-Source-Hybridsystem mit Hinterradantrieb
  • Eine Homologationsdauer von mindestens fünf Jahren
  • Mindestgewicht des Fahrzeugs bei 1.030 kg
  • Spitzenleistung der kombinierten Leistung von 500 kW/680 PS (Summe der Leistung aus Verbrennungsmotor und Hybridsystem)
  • Ein Karosseriepaket mit identischer aerodynamischer Leistung
  • Einzelreifenlieferant
  • Globale BOP zur Harmonisierung der Gesamtleistung der Fahrzeuge LMDh und LMH

Fillon: Hersteller-Traum wird wahr

"Der Traum vieler Hersteller wird endlich wahr", sagt ACO-Präsident Pierre Fillon. "Le Mans Daytona h und Le Mans Hypercars werden die Top-Kategorie der Langstreckenrennen verkörpern. Dies ist ein historischer und entscheidender Moment für die Zukunft unserer Disziplin." Um die neuen Hypercars wurde es zuletzt etwas ruhiger. Nach dem Ausstieg von Aston Martin hat sich auch Toyota in Folge der veränderten Situation nicht final geäußert. Peugeot will 2022 auf die Langstrecke zurückkehren.

WEC-Chef Gerard Neveu: "Seit der Coronavirus-Pandemie ist die Art und Weise, wie über den Motorsport in Zukunft nachgedacht wird, zweifellos betroffen. Unsere Strategie für LMDh ist es, die beste Antwort auf die technischen und Wettbewerbswünsche der Hersteller zu finden und ihnen die weltweit größte Sichtbarkeit für ihre Marken zu bieten. Die Top-Kategorie des Wettbewerbs wird nun kostengünstige, leistungsstarke Autos umfassen, die auf die Bedürfnisse unserer beiden jeweiligen Meisterschaften eingehen."


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