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WEC Silverstone 2018: Alonso-Toyota siegt, Button mit Ausfall

Fernando Alonso hat mit seiner Toyota-Crew das WEC-Rennen in Silverstone gewonnen. Ferrari setzt sich in der GTE-Pro-Klasse durch. LMP1-Chaos am Start.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Fernando Alonso hat zusammen mit seinen Toyota-Teamkollegen Sebastien Buemi und Kazuki Nakajima das WEC-Rennen in Silverstone 2018 gewonnen. Beim Rennen in Großbritannien über die Distanz von 6 Stunden setzten sich zudem Jackie Chan DC Racing (LMP2), Ferrari (GTE-Pro) und der Dempsey-Proton-Porsche #77 (GTE-Am) durch.

WEC Silverstone 2018: Das Rennen der LMP-Klassen

Toyota diktierte das Geschehen in der LMP1-Klasse wie erwartet von Beginn an. Die beiden TS050 Hybrid distanzierten die private Konkurrenz bereits im ersten Renndrittel um zwei Runden und spulten im Formationsflug ihre Kilometer ab. Dahinter schon am Start Chaos: Der SMP-BR1 #17 und der Rebellion #3 kollidierten in der ersten Kurve, auch der zweite Rebellion #1 musste weit gehen. Das Trio erholte sich jedoch wieder davon und kämpfte um die Verfolgerposition hinter den Toyota. Der zweite SMP-BR1 #11 mit Jenson Button am Steuer musste schon im ersten Renndrittel wegen eines Motorschadens die Segel streichen.

Im mittleren Renndrittel dirigierte das Toyota-Team den Alonso-Wagen #8 an die Spitze. DIese büßte man jedoch beim sechsten Stopp mit noch 2:15 Stunden auf der Uhr wieder ein. Im Verfolgerduell um Platz drei hatte in dieser Phase des Rennens Rebellion Racing die Nase vorn. Die beiden Autos lagen auf den Plätzen drei und fünf, dazwischen rangierte der verbliebene SMP-BR1. Alle drei anderen privaten LMP1 waren zu diesem Zeitpunkt schon ausgeschieden.

Auch in der Schlussphase umrundeten die Toyotas den Silverstone Circuit meist im Formationsflug. Die Vorentscheidung fiel gut 50 Minuten vor Schluss. Kamui Kobayashi verlor Abtrieb an der Vorderachse und konnte so die Pace des Schwesterautos nicht mehr gehen. Sebastien Buemi ging wenig später am Schwesterauto vorbei und fixierte damit den Sieg für ihn, Kazuki Nakajima und Fernando Alonso. Best of the rest wurde hinter den Toyotas der Rebellion-Oreca #3 von Mathias Beche, Thomas Laurent und Gustavo Menezes.

In der LMP2-Klasse konnte keiner Jackie Chan DC Racing das Wasser reichen - dabei machte es sich das Team selbst unnötig schwer. Die #38 erhielt eine Durchfahrtsstrafe wegen eines Frühstarts, zudem musste die #37 einen Reifenschaden hinnehmen. Dennoch gab es kein Vorbeikommen an das Team von Hollywood-Urgestein Jackie Chan. Die Konkurrenz kämpfte entweder selbst mit dem Defektteufel, oder hatte schlichtweg nicht die Pace der beiden DC-Orecas #37 und #38. Dritter wurde der Signatech-Alpine #36.

WEC Silverstone 2018 - Die Top-3 der LMP-Klassen im Rennen:

Kl. P Fahrer Team Runden Gap
LMP1 1. Buemi / Nakajima / Alonso Toyota #8 197
2. Conway / Kobayashi / Lopez Toyota #7 19.264
3. Beche / Laurent / Menezes Rebellion-Oreca #3 193
LMP2 1. Tung / Aubry / Richelmi DC-Oreca #38 185
2. Jaafar / Tan / Jeffri DC-Oreca #37 1.971
3. Lapierre / Negrao / Thiriet Signatech-Alpine #36 183

WEC Silverstone 2018: Das Rennen der GTE-Klassen

Das Startchaos in der LMP1-Klasse nutzte Kevin Estre im Porsche #92 aus und übernahm von P5 aus die Führung in der GTE-Pro-Klasse. Estre konnte sich eine kleine Lücke herausfahren, doch allzu lange war der Porsche nicht vorne. In der zweiten Stunde übernahm Ford das Kommando. Weiter hinten im Feld kollidierte Davide Rigon im Ferrari #71 kurz vor Halbzeit mit dem verbliebenen SMP-BR1. Die Folge war viel Kleinholz und eine Safety-Car-Phase. Das Ford-Duo kam mit Ende der SC-Phase herein und gab so P1 und P3 ab. Bei Halbzeit führte somit der Ferrari #51 vor dem Porsche #92 und dem Aston Martin #95.

Während sich Ford mit dieser missglückten Strategie-Entscheidung selbst aus dem Kampf um den Sieg nahm, entpuppte sich der Ferrari #51 immer mehr als das Auto, das es zu schlagen galt. Selbst die beiden Porsches konnten am Ende nichts mehr gegen den 488 GTE von James Calado und Alessandro Pier Guidi ausrichten. Das Ferrari-Duo fuhr den Sieg nach Hause, vor dem Porsche #91. In den Schlussminuten musste sich der zweite Porsche noch im Kampf um Platz drei gegen den Ford #67 geschlagen geben.

Bei den Amateuren bestimmten der Project-1-Porsche #56 und der Aston Martin #90 von TF Sport über weite Strecken das Geschehen. Gewonnen hat am Ende trotzdem ein anderes Team. Denn in der letzten Stunde mussten beide noch eine Stop-and-Go-Strafe von 75 Sekunden absitzen. Für beide Teams reichte es noch zu den Plätzen zwei und drei. Als Klassensieger wurde der Porsche #77 von Dempsey Proton Racing abgewunken.

WEC Silverstone 2018 - Die Top-3 der GTE-Klassen im Rennen:

Kl. P Fahrer Team Runden Gap
GTE-Pro 1. Pier Guidi / Calado Ferrari #51 172
2. Lietz / Bruni Porsche #91 14.351
3. Priaulx / Tincknell Ford #67 35.710
GTE-Am 1. Ried / Andlauer / Campbell Proton-Porsche #77 168
2. Yoluc / Adam / Eastwood TF-Aston #90 46.878
3. Bergmeister / Lindsey / Perfetti Project-1-Porsche #56 59.027

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