WEC

Attraktive Plattform - Keine LMP1! BMW erwägt WEC-Einstieg in GTE-Klassen

Energieeffizienz und neue Regeln in der LMP1? BMW legt lieber sein Augenmerk auf den GT-Bereich! An einem GTE-Boliden für die WEC ist man interessiert.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Bei BMW geht momentan im GT-Sektor einiges voran. Zwei neue GT-Boliden aus München, die beide auf dem neuen M6 basieren, haben in diesem Jahr ihre Renn-Premiere gefeiert. Einerseits wäre da der M6 GTLM zu nennen, mit dem BMW die IMSA WeatherTech SportsCar Championship in den USA angreift. Dazu baute man auch eine GT3-Version des M6, der in diesem Jahr bereits in der Blancpain-GT-Serie und bei den 24h am Nürburgring sein Potenzial aufblitzen ließ. Nun plant BMW den nächsten GT-Boliden.

BMW zieht GTE-Einstieg in der WEC in Betracht

Der GT-Sport erfährt einen Boom – dies gilt auch für die GT-Klassen in der WEC. Die Wettbewerbsdichte ist hoch, das Umfeld attraktiv, der Kalender auch.
Jens Marquardt

Denn die Bayern werden mit einem Einstieg in die WEC ab 2018 oder 2019 in Verbindung gebracht. Dazu muss allerdings erst ein Fahrzeug nach den dann neuen GTE-Regeln ab 2017 gebaut werden. BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt lobt die Entwicklung in der Szene auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com jedenfalls in den höchsten Tönen: "Der GT-Sport erfährt auch weiterhin einen Boom – dies gilt auch für die GT-Klassements in der FIA World Endurance Championship. Die Wettbewerbsdichte in dieser Serie ist hoch, das Wettbewerbsumfeld attraktiv, der Rennkalender auch."

Kein Wunder bei Konkurrenten, die den Namen Ferrari, Aston Martin oder Ford tragen. Besonders das Comeback der Amerikaner mit dem neuen Ford GT hinterließ Eindruck, schließlich gewann man Le Mans gleich im ersten Anlauf. Wenn auch mit jeder Menge Politik im Hintergrund. Dennoch macht man sich bei BMW ernsthafte Gedanken um einen Einstieg: "Dieser Boom wird sicherlich eine Rolle spielen, wenn es um den Bewertungsprozess unserer zukünftigen Strategie im Motorsport geht. Derartige Entscheidungen treffen wir aber nicht über Nacht", so Marquardt weiter.

In Spa gewann BMW mit dem neuen M6 GT3 das 24-Stunden-Rennen - Foto: Günter Kortmann

BMW hofft auf glorreiche GT-Zukunft

Was die Gerüchte um ein BMW-Comeback in der Le-Mans-Szene zusätzlich befeuert, ist Marquardts Anwesenheit beim WEC-Rennen auf dem Nürburgring. Dort sollen aber auch die Konvergenzgespräche zur Wiederaufnahme einer FIA-GT-Weltmeisterschaft fortgeführt worden sein. "Ich habe große Hoffnungen, dass wir mit diesen Gesprächen nochmal neu beginnen können. Und ich denke, das passiert bereits", äußerte sich Marquardt bereits vor einigen Wochen gegenüber Sportscar365.

Wir waren schon immer Fans davon, Autos zu bauen, mit denen man mehrere Möglichkeiten hat.
Jens Marquardt

Fest steht, dass die Entwicklung der Sportwagen-Szene weltweit den Entscheidungsträgern bei BMW gefällt. "Man hat viele Möglichkeiten. Und wir waren schon immer Fans davon, Autos zu bauen, mit denen man mehrere Möglichkeiten hat", lobt Marquardt die GTE-Szene. Zuletzt war BMW mit einem Auto 2011 bei den 24 Stunden von Le Mans am Start. Damals setzte man auf den BMW M3 GT2. 1999 gewann BMW mit dem V12 LMR da Rennen.


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