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Superbike WSBK / Interview

Racing ist mein Leben - Leon Haslam

Leon Haslam sprach mit Motorsport-Magazin.com über die BMW S1000RR, die Fahrschule seines Vaters, Höhepunkte, den Rennsport selbst und die Zukunft.
von Maria Pohlmann

Motorsport-Magazin.com - Die BMW hat angeblich den stärksten Motor im ganzen Starterfeld. Findest du das auch?
Leon Haslam: Ja, sicherlich sie war das schnellste Bike in den letzten Jahren und ist besonders im Top-Speed stark. Außerdem sind wir dieses Jahr viel näher an der Spitze. Der größte Schritt, den wir mit der BMW aber gemacht haben ist, dass sie fahrbarer und konstanter ist und ich denke, das zeigt, dass wir an jedem Wochenende konkurrenzfähig sein können. Das zählt einfach am meisten.

Es ist eine gute Sache, den Leuten beizubringen, wie man Motorräder fährt
Leon Haslam

Was sind die Stärken und Schwächen des Motorrads?
Leon Haslam: Der Motor ist ziemlich aggressiv, was manchmal schwer zu fahren ist. Nun ist mit der neuen Elektronik und den neuen Strategien mit dem Bike alles möglich. Für mich liegt es also mehr am Setup, als an irgendwelchen Grundänderungen des Motorrads.

Dein Dad hat eine Fahrschule?
Leon Haslam: Ja, er betreibt eine Rennfahrschule in England, mittlerweile schon seit 13 Jahren. Er fährt auch selbst gerne und auch ich helfe immer mal ein bisschen. Es ist eine gute Sache, den Leuten beizubringen, wie man Motorräder fährt.

Was ist dein Höhepunkt während der Saison, der Start, die Saisonmitte oder das Ende?
Leon Haslam: In dieser Saison war ich mit einigen Rennen glücklich. Es hängt aber immer von der Situation ab. In Australien zum Beispiel war ich glücklich, dass ich mit einem gebrochenen Bein Fünfter werden konnte. Das war aber wahrscheinlich das härteste Rennen meines Lebens. Aber auch andere Rennen, in denen wir ein paar Podestplätze sammeln konnten. Dazu kamen aber viele unglückliche Situationen, wie Donington, wo ich mein Heimrennen bis zur letzten Kurve angeführt, dann aber einen Fehler gemacht habe. Für mich gab es einige Höhepunkte während der Saison, aber hoffentlich kommt das Beste noch.

Leon Haslam ist vor einem Rennen angespannt - Foto: BMW AG

Was bedeutet 'Racing' für dich?
Leon Haslam: Racing ist mein Leben. Ich bin schon mit sechs Jahren mit meinem Vater durch die Welt gereist und es ist einfach alles, was ich tue. Selbst wenn ich gerade nicht bei der Superbike bin, fahre ich in England oder Italien Motorrad. Ich mag es einfach, Motorräder und Rennen zu fahren, das ist mein Leben.

Bist du vor einem Rennstart nervös? Was machst du gegen diese Spannung?
Leon Haslam: Sicherlich ist man nervös, hat Druck und will gut sein. Alle halten mich für eine Bouncing-Maschine, das macht mich meist noch nervöser [lacht]. Aber für mich ist das normal und gehört einfach zum Siegeswillen dazu.

Was machst du normalerweise im Winter?
Leon Haslam: Ich habe immer ein sehr gutes Trainingsprogramm mit meinem Privattrainer, normalerweise drei Monate hartes Training im Fitnesscenter und andere Dinge. Ich fahre aber auch mal Offroad, dazu testen wir noch neue Teile für die kommende Saison.

Wie oft trainierst du während der Saison?
Leon Haslam: Während der Saison trainiere ich nur, wenn ich in England bin, dann aber fünf Tage die Woche. Das größte Problem während der Saison ist aber, überhaupt einmal nach Hause zu kommen, denn wir reisen viel, testen und fahren Rennen.

Ich hoffe, dass ich in fünf Jahren noch immer um die Meisterschaft kämpfen kann
Leon Haslam

Wie hart ist das Training zwischen den Rennen?
Leon Haslam: Natürlich trainiert man während der Saison nicht so hart, denn man muss für die Rennen komplett fit und nicht müde sein. Es geht für mich also darum, fit zu bleiben. Wenn ich dieses Jahr nicht trainiert hätte, dann hätte ich keine Rennen fahren können durch das gebrochene Bein in Australien, die Schulterverrenkung, meinen gebrochenen Fuß in Donington. Ohne spezielles Training hätte ich die Rennen vergessen können.

Was wirst du in fünf Jahren machen?
Leon Haslam: Ich hoffe, dass ich in fünf Jahren noch immer um die Meisterschaft kämpfen kann. Ich habe das Gefühl, dass ich alt werde, aber wenn ich mir Max Biaggi und Carlos Checa, also die beiden letzten Weltmeister ansehe: Sie sind jetzt beide 40. Mir bleiben also noch zehn Jahre, bevor ich ihr Alter erreiche. [lacht]


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