NASCAR

Ricky Stenhouse Junior siegt beim Demolition Derby in Daytona nach Verlängerung

Der 17. Lauf endete mit einem verrückten Ergebnis. Stenhouse gewann nach Talladega auch auf dem Superspeedway in Daytona. Viele Überraschungen in den Top-10.
von Stephan Vornbäumen

Motorsport-Magazin.com - Ricky Stenhouse Junior gewann im 'World Center of Racing' auf dem Daytona International Speedway den 17. Saisonlauf der Preseason nach Verlängerung. Für Stenhouse war es nach Talladega der zweite Restrictor-Plate-Sieg in dieser Saison. Nur 23 Fahrer erreichten nach der Rekordzahl von 14 Gelbphasen das Ziel beim dritten Nachtrennen der Saison. Da viele Favoriten in Unfälle verwickelt waren, gab es eine ungewöhnliche Top-10 nach Rennende.

Vor dem Start

Night Race auf dem Daytona International Speedway - Foto: NASCAR

Nach Kansas und Charlotte folgt das dritte Night Race der laufenden Saison auf dem Daytona International Speedway. Ob das Rennen wie vorgesehen in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 01:50 Uhr MESZ gestartet werden kann, hängt von den Wetterverhältnissen ab. Die amerikanischen Wetterfrösche rechnen stark mit einem Gewitter zur Rennzeit.

Bei seinem letzten Daytona-Auftritt als wird Publikumsliebling Dale Earnhardt Junior von der Pole Position starten. Er gewann das Qualifying vor seinem Teamkollegen Chase Elliott. Für den vierfachen Daytona-Rekordsieger Earnhardt war es der erste Pole Award in dieser Saison und der zweite auf dem Superspeedway. Der letzte Sieger des letzten Nachtrennens Brad Keselowski und Kasey Kahne starten aus der zweiten Reihe. Damit stehen drei Hendrick-Piloten in den ersten beiden Startreihen.

Start/Stage 1: Dritter Stage-Sieg für Keselowski

Wegen vorheriger Regenschauer wurde für Runde 20 eine Competition Caution angesetzt. Beim Start war es leicht bewölkt. Zum Ärger der Zuschauer konnte Earnhardt seine Startposition nicht verteidigen und lag nach einer Runde unter Flutlicht hinter Elliott auf Rang zwei. Der nächste Spitzenreiter war Keselowski ab Runde fünf. Vier Runden später gab es die erste Caution. Cole Whitt und Ryan Sieg mussten ihre Garage aufsuchen. Denny Hamlin machte als einziger Fahrer einen Reifenwechsel und lag nun auf Position 38. D.J. Kennington sorgte in Runde 15 nach Motorschaden und Dreher für die zweite Rennunterbrechung. Damit wurde die Competition Caution vorgezogen und die meisten Fahrer machten einen Boxenstopp.

Polesetter Dale Earnhardt Junior (#88) und Chase Elliott (#24) beim Start - Foto: NASCAR

Keselowski führte nach dem Restart weiterhin vor Ryan Blaney, Elliott und Kevin Harvick. Nach 29 Runden gab es mit Harvick kurzfristig den dritten Leader, bevor Keselowski die Führung wieder übernahm. Drei Runden vor Stage-Ende ging Earnhardt unter dem Jubel der Zuschauer in Front. Es gab Lackaustausch mit Keselowski in Reihe eins. Nach 40 Runden gewann Keselowski mit 0.131 Sekunden Vorsprung und 32 Führungsrunden seine dritte Stage in dieser Saison vor Earnhardt. Die weiteren Bonuspunkte gingen an Blaney, Clint Bowyer, Joey Logano, Michael McDowell, Jamie McMurray, Matt Kenseth, David Ragan und Kurt Busch.

Stage 2: Big One und Stage-Sieg für Kenseth

Nach den Boxenstopps ging es mit Stage zwei über weitere 40 Runden weiter. Rookie Erik Jones führte jetzt beim Restart vor Hamlin. Ausgerechnet Earnhardt landete nach Kontakt mit Paul Menard in Runde 52 leicht in der Mauer und musste seine Crew aufsuchen, während das Rennen ohne Unterbrechung fortgesetzt wurde. Hamlin hatte inzwischen Platz eins übernommen, während Kyle Larson einen vorzeitigen Boxenstopp machte. Caution vier wurde in Runde 58 durch Jeffrey Earnhardt ausgelöst. Einige Fahrer bogen zum Service in die Boxengasse ab und Larson erhielt den Lucky Dog, während Earnhardt weiterhin Rundenrückstand hatte.

Hamlin führte beim Restart vor Kasey Kahne, Kenseth und Kyle Busch. In der 71. Runde gab es einen 'Big One' mit prominenten Opfern. Martin Truex Junior, Logano, Larson, Kyle Busch und Austin Dillon waren involviert. Kurt Busch vermutete über Funk einen Reifenschaden bei seinem Bruder als Auslöser für den Dreher. Earnhardt erhielt den Lucky Dog und lag jetzt nur noch eine Runde zurück.

Nach dem Restart waren noch vier Runden zu fahren. Die Gibbs-Piloten Kenseth und Hamlin führten vor den Hendrick-Piloten Jimmie Johnson und Kahne. Kenseth setzte sich in der letzten Runde ab und gewann mit 0.390 Sekunden Vorsprung seine zweite Stage in dieser Saison vor Hamlin, Johnson, Kurt Busch, Ragan, Harvick, Kahne, Ty Dillon, Darrell Wallace Junior und dem Zehnten Blaney.

Caution-Rekord in zweiter Rennhälfte

Beim Start zur letzten Stage über 80 Runden führte Harvick vor Ricky Stenhouse Junior, die mit 13 weiteren Fahrern keinem Boxenstopp absolviert hatten. Hamlin folgte als schnellster Stopper auf Rang 16. Dann übernahm Stenhouse, der das letzte Restrictor-Plate-Rennen in Talladega gewonnen hatte, die Führung. Die siebte Gelbphase wurde durch Brendan Gaughan ausgelöst und Earnhardt war dadurch wieder in der Führungsrunde. Jetzt lag Kyle Busch in Lucky-Dog-Position auf Platz 32, allerdings mit zwei Runden Rückstand. Nun kamen die Fahrer zum Service, die zuvor darauf verzichtet hatten.

Dadurch führte Rookie Daniel Suarez vor Jamie McMurray mit Kaltverformungen, Kenseth und dem starken Michel McDowell. Dann erwischte es Elliott und Trevor Bayne in Runde 99, die von der Strecke flogen und damit war die achte Caution perfekt. Bein Restart lag Earnhardt schon wieder in den Top-10. Johnson ging in Runde 103 zum ersten Mal in Führung. Dann knallte es erneut in Runde 105 und wieder waren Top-Fahrer unter den Opfern. Harvick drehte sich und Earnhardt, Keselowski, und Kahne konnten nicht ausweichen. Nach den Boxenstopps führte Bowyer vor Stenhouse, Brendan Gaughan und Kenseth. Kyle Busch erhielt den zweiten Lucky Dog in Folge und war damit zurück im Rennen mit 29 Fahrern in der Führungsrunde.

Nach Bowyer war Stenhouse der nächste Leader und Freundin Danica Patrick lag in den Top-10. Keselowski, der nur noch langsam unterwegs war, beendete das Rennen in Runde 117 nach erneutem Reifenschaden. Nach der zehnten Caution gab es erneut Boxenstopps und unterschiedliche Strategien beim Reifenwechsel. Elf Fahrer füllten inzwischen die Garagen der Teams. Eine Runde nach dem Restart flog Kahne von der Strecke. Nach der elften Caution führte ab Runde 125 Kenseth vor Rookie Jones, Ty Dillon und Wallace. Dann übernahm Blaney zum ersten Mal Platz eins während dahinter teilweise in vier Reihen gefahren wurde. Drei Runden später musste das Rennen nach Reifenschaden bei Matt DiBenedetto erneut unterbrochen werden.

Big One: Larson hebt ab

Kyle Larson fliegt aus dem Rennen - Foto: NASCAR

Kahne schoss in Runde 136 plötzlich an die Spitze vor Suarez. Langsam positionierten sich die Fahrer für den Endspurt. Nach zwölf Führungsrunden musste Kahne die Führung an Stenhouse abgeben und Larson hatte sich unbemerkt Richtung Top-5 vorgearbeitet. Zehn Runden vor Rennende tauchte Ty Dillon an der Spitze auf und Larson lag auf Platz zwei. Dann wollte Larson Ragan ausweichen, zog nach oben und hatte dadurch einen Kontakt mit Stenhouse. Larson hob einige Meter ab und landete in der Mauer. Er riss Blaney, Wallace, Kurt Busch, Blaney, Kenseth, Patrick und DiBenedetto mit ins Verderben.

Die 13. Caution bedeute Rekord für ein Sommer-Rennen in Daytona. Wegen Aufräumarbeiten wurde das Rennen in Runde 154 unterbrochen. Nach den Restart waren noch drei Runden zu fahren. Ty Dillon verteidigte die Führung, doch nach einer halben Runde flogen Jones und Hamlin ab. Damit musste die Entscheidung in der Overtime fallen. Es führte Ragan vor Ty Dillon, Stenhouse. A.J. Allmendinger und McDowell. Ein übersichtliches Feld von 22 Fahrern suchte einen Sieger.

Stenhouse gewinnt zweites Saisonrennen

Ragan überquerte als Erster die Overtime-Linie. Dann ging Stenhouse in Front vor Menard. Nach 163 Runden siegte Stenhouse zum zweiten Mal in dieser Saison. Bowyer kam von Position acht und wurde noch Zweiter vor Menard, McDowell, Ryan Newman, Ragan, Gaughan, Allmendinger, dem besten Rookie Jones und dem Zehnten Buescher. Bowyer belegte zum dritten Mal in dieser Saison Platz drei. Bis auf Newman, Allmendinger und Jones erzielten fünf Fahrer in den Top-10 ihr bestes Saisonresultat. Gaughan holte dabei mit Platz sieben für Bread Motorsports das beste Ergebnis für ein Open-Team in dieser Saison.

17. Lauf: 59th Annual Coke Zero 400 Powered by Coca-Cola

Daytona International Speedway, Daytona Beach, FL
Ergebnis: Top-10, 160+3 Runden (Stages: 40/40/80+3)

1. #17 Ricky Stenhouse Jr. (Ford) Roush Fenway Racing, 40/- Punkte
2. #14 Clint Bowyer (Ford) Stewart-Haas Racing, 42/7 Punkte
3. #27 Paul Menard (Chevrolet) Richard Childress Racing, 34/- Punkte
4. #95 Michael McDowell (Chevrolet) Leavine Family Racing, 38/5 Punkte
5. #31 Ryan Newman (Chevrolet) Richard Childress Racing, 32/- Punkte
6. #38 David Ragan (Ford), Front Row Motorsports, 38/7 Punkte
7. #175 Brendan Gaughan (Chevrolet) Beard Motorsports, 0/- Punkte
8. #47 A.J. Allmendinger (Chevrolet) JTG Daugherty Racing, 29/- Punkte
9. #77 Erik Jones (Toyota) Furniture Row Racing, 28/- Punkte
10. #37 Chris Buescher (Chevrolet), JTG Daugherty Racing, 27/- Punkte

Gesamtstand Top-16: Rennen 17/36 (Punkte/Bonus Playoffs)

1. (1) #48 Jimmie Johnson (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 3 Siege, 516/16 Punkte
2. (2) #42 Kyle Larson (Chevrolet) Chip Ganassi Racing, 2 Siege, 667/13 Punkte
3. (3) #78 Martin Truex Jr. (Toyota) Furniture Row Racing, 2 Siege, 649/21 Punkte
4. (4) #2 Brad Keselowski (Ford) Team Penske, 2 Siege, 535/13 Punkte
5. (9) #17 Ricky Stenhouse Jr. (Ford) Roush Fenway Racing, 2 Siege, 395/10 Punkte
6. (5) #4 Kevin Harvick (Ford) Stewart-Haas Racing, 1 Sieg, 557/8 Punkte
7. (6) #21 Ryan Blaney (Ford) Wood Brothers Racing, 1 Sieg, 435/8 Punkte
8. (7) #41 Kurt Busch (Ford) Stewart-Haas Racing, 1 Sieg, 408/5 Punkte
9. (8) #31 Ryan Newman (Chevrolet) Richard Childress Racing, 1 Sieg, 399/5 Punkte
10. (10) #3 Austin Dillon (Chevrolet) Richard Childress Racing, 1 Sieg, 323/5 Punkte
11. (11) #18 Kyle Busch (Toyota) Joe Gibbs Racing, 559/4 Punkte
12. (12) #24 Chase Elliott (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 524/2 Punkte
13. (13) #1 Jamie McMurray (Chevrolet) Chip Ganassi Racing, 504/- Punkte
14. (14) #11 Denny Hamlin (Toyota) Joe Gibbs Racing, 498/2 Punkte
15. (16) #14 Clint Bowyer (Ford) Stewart-Haas Racing, 469/- Punkte
16. (17) #22 Matt Kenseth (Toyota) Joe Gibbs Racing, 445/2 Punkte
*Logano (Richmond): Sieg und Bonuspunkte für Playoffs wurden aberkannt


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