Es war vor ungefähr einem Jahr, als Valentino Rossi in Le Mans weit in Führung lag und auf einmal seine Maschine den Dienst verweigerte. Statt 25 Punkten standen am Ende Null auf dem Konto, was angesichts des knappen WM-Ausgangs nach wie vor eine der schwärzeren Stunden in der Saison 2006 für Rossi war. "Ich habe in Le Mans definitiv eine Rechnung zu begleichen, nach dem was voriges Jahr passiert ist, als ich das Rennen hätte gewinnen sollen", sagte der Italiener.
In diesem Jahr sind die Voraussetzungen aber auch andere, denn die Maschine hat bislang, abgesehen vom Top Speed, gute Leistungen gebracht und "bis zu unserem Problem im Vorjahr ist sie dort [in Le Mans] wirklich geflogen." Zudem genießt es Rossi, nach dem Abstecher nach Asien wieder in Europa zu sein, wo einige seiner Lieblingsstrecken auf ihn warten. "Dort weiß ich, dass ich immer stark bin. Es ist aber eine sehr arbeitsreiche Zeit mit sieben Rennen in etwas mehr als zwei Monaten, aber es ist auch ein wichtiger Teil der Meisterschaft und ich bin bereit, 100 Prozent zu geben", erklärte Rossi. Trotz der Unterlegenheit auf den Geraden ist der siebenfache Weltmeister auch mit dem Rennen in China zufrieden, da es im Qualifying und auch im Rennen, wo er mit mehr Problemen gerechnet hatte, gut lief. "Ich denke, wir sind in einer guten Verfassung."
Die Erinnerungen von Colin Edwards an das vergangene Rennwochenende sind etwas anders. Nach einem guten Qualifying hatte er im Rennen den falschen Reifen erwischt und kam nur als Elfter ins Ziel. "China war wirklich schlimm für mich - so wie meine Maschine am Samstag funktioniert hatte, waren meine Hoffnungen wirklich groß und es war niederschmetternd, mein Potential nicht ausschöpfen zu können", sagte er. Denn der Texaner ist der Meinung, dass die Yamaha im Moment die beste Maschine im Feld ist und das will er auch zeigen.

Nach Le Mans kommt Edwards zumindest mit dem Wissen, dass das Motorrad dort gut funktioniert und da man außerdem das Heimrennen von Reifenlieferant Michelin bestreitet, geht er auch davon aus, dass es mit den Reifen dort keine Probleme geben wird. "Wir haben dort in den vergangenen Jahren viel getestet, das wird hoffentlich helfen." Auch er sieht nun den wichtigsten Teil der Saison auf sich zukommen, vor allem auch deswegen, weil er Ende Juli bei seinem Heimrennen in Laguna Seca einige Podestplätze und eine gute WM-Position vorweisen will.
Was Team Direktor Davide Brivio für das kommende Rennen zuversichtlich macht, ist das Layout des Bugatti Circuit in Le Mans, auf dem es nicht so lange Geraden gibt wie in Katar, der Türkei oder China. "Trotzdem wissen wir, dass unsere Konkurrenten stark sein werden." Generell erlebt Brivio bislang eine eigenartige Saison, da es aufgrund der neuen Motorräder und des starken Wettkampfes zwischen den Reifenherstellern beinahe unmöglich ist, Vorhersagen zu treffen. "Unser Ziel für Le Mans und die Rennen danach ist, so nahe wie möglich an der Spitze zu bleiben, regelmäßig auf dem Podium zu stehen und die Chancen auf Rennsiege wahrzunehmen, wenn sie sich ergeben."

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