Am Freitag startet die MotoGP um 12:45 Uhr MEZ mit dem 1. Freien Training in den drittletzten Grand Prix der Saison 2026. Es wird in Katar gefahren, und das mit ziemlich ausgedünntem Starterfeld. Aufgrund der angespannten politischen Lage im Nahen Osten boykottiert Yamaha das Rennen, weshalb beide Werksfahrer und auch beide Pramac-Piloten fehlen. Zudem sind in Losail zwei weitere MotoGP-Stars mit körperlichen Gebrechen abwesend - und nochmal zwei könnten im Verlauf des Wochenendes noch dazukommen.
Personalrochade bei Gresini: Alex Marquez fehlt, Fermin Aldeguer zurück
Zunächst aber zu den beiden Piloten, die den Katar-Grand-Prix mit Sicherheit verpassen werden. Das ist einerseits Alex Marquez. Der 30-Jährige aus Cervera hatte schon am vergangenen Samstag in Sepang verraten, dass er mit dem Gedanken spiele, das Rennen in der Wüste im Sinne einer vorgezogenen Schulteroperation auszulassen. Das Gewebe im rechten Schlüsselbein, das sich Marquez bei seinem Horrorcrash in Barcelona gebrochen hatte, hatte sich entzündet.
Wie erwartet entschied sich Marquez am letzten Sonntag tatsächlich zu diesem operativen Eingriff und ließ sich am Montag in Madrid eine Platte aus der rechten Schulter entfernen. Die Operation verlief ohne Komplikationen, Ziel ist ein Comeback in Portimao (20. - 22. November). In Katar wird der jüngere Bruder von Marc Marquez nun aber erstmal von Iker Lecuona vertreten, der bei Gresini zuletzt schon zwei Mal in Folge als Ersatzmann von Fermin Aldeguer eingesprungen war. Das ist deshalb möglich, weil Aldeguer in Katar selbst wieder ins Geschehen eingreifen wird. Seine Handverletzung aus Indonesien ist auskuriert, er hat am Donnerstag das Grüne Licht von den MotoGP-Ärzten erhalten.
Joan Mir muss Katar-GP auslassen, Superbike-Pilot springt ein
Wer ist also dann der zweite Pilot neben Alex Marquez, der den Katar-GP aus gesundheitlichen Gründen verpasst, wenn nicht Aldeguer? Nun, es ist Joan Mir. Der Weltmeister von 2020 war am letzten Wochenende in Malaysia erst wieder aus einer längeren Auszeit zurückgekehrt, erlitt am Sonntag im Rennen aber einen Rückfall. Die Symptome seiner mysteriösen Erkrankung traten erneut auf, weshalb er nach neun Runden die weiße Flagge hissen musste. Mir hatte daraufhin durchklingen lassen, dennoch in Katar an den Start zu gehen, doch nun erfolgte die Rolle rückwärts.
Wie Honda am Donnerstag bekanntgab, wird Mir im Katar-GP von Jake Dixon ersetzt werden. Der 30-jährige Brite ist ein altbekanntes Gesicht in der Motorrad-WM, fuhr zwischen 2019 und 2025 insgesamt sieben Jahre lang in der Moto2 und gewann dort sieben Grands Prix. Seit diesem Jahr ist er Werksfahrer im Superbike-Team von Honda, wodurch sich auch seine Berufung als Mir-Ersatz erklären lässt. Die eigentlichen Ersatzfahrer Aleix Espargaro (Armpump-OP) und Takaaki Nakagami (Schulterverletzung) sind weiterhin außer Gefecht. Kurios: Für Dixon wird es eine Rückkehr in die MotoGP und kein Debüt. 2021 kam er bei Petronas-SRT nämlich schonmal für zwei Rennen als Ersatz für Cal Crutchlow zum Zug, der nach dem Rauswurf von Maverick Vinales im Werksteam gebraucht wurde, um dort den beförderten, aber verletzten Franco Morbidelli zu vertreten.

Aprilia zittert vor Katar-GP: Raul Fernandez und Jorge Martin wackeln
Dank Dixon und Lecuona werden am Freitag im 1. Freien Training also zumindest einmal 18 Motorräder auf die Strecke gehen. Bis zum Rennen am Sonntag so bleiben muss das aber nicht. Denn hinter Raul Fernandez steht ein dickes Fragezeichen. Der Trackhouse-Pilot leidet noch immer unter den Folgen seiner Fingerfraktur in Mandalika, musste zuletzt aufgrund einer Entzündung im umliegenden Weichteilgewebe sowohl den Australien-GP als auch den Malaysia-GP vorzeitig beenden. Für den Katar-GP wurde er am Donnerstag wieder für 'rennfit' befunden, aber ausgeschlossen ist ein weiterer Rückzug nicht. "Ich fühle mich besser, aber ich weiß nicht, wo ich stehe", ordnete er selbst ein.
Ähnlich sieht es bei Jorge Martin aus. Der WM-Zweite wagt an diesem Wochenende den nächsten Comeback-Versuch, nachdem Nummer eins vergangene Woche in Malaysia nach dem FP2 vorzeitig gescheitert war. Nur zwei Wochen nach dem Handbruch auf Phillip Island sieht er sich aber nur bei "50 Prozent", womit es auch bei ihm jederzeit wieder zu einem Rückzug kommen könnte. Sollte die Aprilia-Mannschaft im schlimmsten Fall tatsächlich erneut um die Hälfte reduziert werden, würden im Katar-GP am Sonntag nur 16 Piloten an den Start gehen. So wenig wie zuletzt beim Valencia-GP 2011.
Immerhin: Jorge Martin zeigte sich am Donnerstag recht optimistisch, beim zweiten Comeback-Versuch gut abschneiden zu können. Mehr dazu in diesem Artikel:



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