Aragon scheint ein gutes Pflaster für ein MotoGP-Comeback zu sein. Gleich zwei verletzte Piloten kehrten im Motorland auf die Strecke zurück, und fuhren im Training gleich sensationell ins Q2. Besonders die Leistung von Johann Zarco sorgte für Begeisterung, doch herrschte bereits zuvor große Zuversicht.
LCR-Boss nach Zarco-Comeback bewegt: Zeigt, wozu MotoGP-Fahrer im Stande sind!
Erstmals in seiner mittlerweile 17 Jahre andauernden Karriere hatte sich Zarco beim Unfall in Barcelona schwerer am Knie verletzt und musste mehrere Monate zusehen. Jeder hätte einem langsamen Herantasten Verständnis entgegengebracht, doch davon war am Freitag in Aragon keine Spur. Der LCR-Pilot fuhr direkt starke Zeiten und qualifizierte sich zur Krönung des Tages dann auch noch als einziger Honda-Pilot direkt für Q2 mit Rang 10.
"Das ist eine weitere sehr schöne Geschichte, die zeigt, wozu MotoGP-Fahrer im Stande sind. Was Menschen erreichen können, wenn sie ein Ziel und Motivation haben, um noch stärker zurückzukommen und wieder mitzukämpfen. Ich habe keine Worte, ich bin sehr berührt", war LCR-Teamchef Lucio Cecchinello bewegt.
Johann Zarco gab Versprechen ab: Beim Comeback bereit für Spitzenleistungen
Auch die Stimmung im Team war diese heroische Leistung Gold wert: "Wir gingen durch sehr harte Zeiten. Wir haben uns Sorgen um ihn gemacht. Ich kann auch nicht verleugnen, dass wir Druck auf seine Ärzte gemacht haben, dass er möglichst schnell zurückkehrt, weil wir und Honda ihn wirklich brauchen. Und auch die MotoGP braucht ihn. Zu sehen, was er heute erreicht hat...es ist nur Freitag, aber das ist bereits eine große Erleichterung für uns."

Mit nur einem Test auf einem einer Honda CBR als Vorbereitung wollte der 36-jährige Franzose unbedingt auf die Strecke zurückkehren. Und er hielt sein Versprechen gegenüber seinem Boss. "Er lag richtig, denn er sagte uns: Wenn ich zurück bin, dann bin ich auch bereit, um wieder um Spitzenplätze mitzukämpfen. Wir haben das nicht geglaubt, aber was ihm heute gelungen ist, war wirklich bemerkenswert", berichtete Cecchinello.
Von Anfang an schnell: Nur eines könnte Johann Zarco noch aufhalten
Sein Pilot bestätigte ihn nur wenig später in der Medienrunde. "Es war von der ersten Runde an ein guter Tag. Ich war überrascht, dass ich sogar als erster rausfuhr. Vielleicht wollte ich es einfach zu sehr und fuhr zu früh aus der Box, aber trotzdem war der Speed sofort da. Das war wirklich cool", berichtete Zarco. Doch hatte der Veteran tatsächlich damit gerechnet: "Es war keine Überraschung, denn ich hatte schon auf dem Training mit der CBR gespürt, dass der Speed da ist." Außerdem war es von Anfang an der Plan, gleich richtig Gas zu geben: "Ich kenne die MotoGP und ich weiß: Wenn du auf dem rechten Fuß beginnen willst, dann fahr am besten gleich schnell. Manchmal kommst du sonst nie auf Speed."
Zarco ist dies auf Anhieb gelungen. Einem erfolgreichen Wochenende steht wohl nur noch eines im Weg. Bei aller Freude über die Rückkehr gibt es doch noch eine Komplikation. "Ich habe keine Schmerzen im Bein, aber die Muskeln müssen sich noch etwas an diese Position gewöhnen. Da bekomme ich Krämpfe, um die sich dann gleich nach der Session gekümmert wird. Auch in der Nacht werde ich mir nochmal die Beine massieren lassen, um sie zu entspannen. Diese Krämpfe könnten noch ein Problem werden", gab der LCR-Pilot zu. Die Stimmung trübte das aber keineswegs. Hochzufrieden stellte Zarco fest: "Die Pace war sofort schnell, intensiv und ich fühlte mich zurück im Sport."
Ankündigungen wahrgemacht: Auch Fermin Aldeguer brilliert beim MotoGP-Comeback
Bei allem berechtigten Jubel um Zarco soll auch die Leistung des zweiten Comeback-Fahrers keineswegs unbeachtet bleiben. Fermin Aldeguer hatte bereits vor seinem ersten Rennwochenende seit dem Rippenbruch in Assen vollmundig einen Angriff auf die Spitze angekündigt. Und wie der Franzose hatte auch er keineswegs übertrieben. Sicherlich ist die Ducati von Gresini mit das konkurrenzfähigste Motorrad in Aragon, doch mit Rang fünf hatte der Pilot selbst trotz seiner Ankündigung nicht gerechnet.

"Natürlich hätte ich so ein Resultat nicht erwartet. Ich fühlte mich stark und mit einer Menge Kraft für meine Rückkehr, aber das Gefühl von der ersten Runde an war super. Als wäre nie etwas passiert. Damit müssen wir sehr zufrieden sein", strahlte der spanische Youngster. Trotz seines Optimismus war die Form dann sogar noch besser als gedacht: "Ich bin über meinen körperlichen Zustand überrascht. Natürlich muss man erst sehen, wie es morgen beim Aufstehen sein wird, aber ich konnte sechs oder sieben Runden lang pushen und fühlte mich sehr wohl dabei. Es gab keine Schmerzen, das ist mir sehr wichtig. Es geht mehr um das letzte bisschen an Muskeln, die du erst auf einem MotoGP-Bike entwickelst." Viele Rückkehrer im Motorradsport wären wohl froh, wenn es bei ihnen auch so läuft, wie bei Zarco und Aldeguer an diesem Freitag in Aragon.
Von einem Comeback noch entfernt ist nach seinem Trainingsunfall Titelkandidat Ai Ogura. Den aktuellen Stand beim Japaner nach der OP gibt es hier:



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