Das letzte MotoGP-Rennwochenende in Silverstone hatte Marc Marquez schon Wochen zuvor als schweres Pflaster für sich ausgemacht. Auf einer seiner historisch schwächsten Strecken würde es nur wenig zu holen geben. So seine Befürchtung, die sich dann auch bewahrheitete: Mehr als die Plätze neun (Sprint) und sieben (Grand Prix) waren nicht drin, wodurch sich Jorge Martin in der Weltmeisterschaft wieder auf 40 Punkte absetzen konnte. Viel schlimmer aber: Die rechte Schulter machte wieder Probleme.
"Es fehlt mir noch an Kraft", gestand der amtierende Weltmeister schon unmittelbar nach dem Rennen in seiner Medienrunde. Im Rahmen der drei Tage später veröffentlichten nächsten Ausgabe der Dokumentationsreihe 'Inside Ducati Lenovo Team' wurde Marquez dann sogar noch deutlicher. "Ich war körperlich nicht auf der Höhe. Ich hatte keine Kontrolle über meinen rechten Arm", lauteten seine Worte in der Besprechung nach der Rückkehr an die Box. Da schreckte natürlich so mancher Fan auf. Sind die Probleme vom Saisonbeginn etwa zurück? Am Donnerstag gab es Entwarnung.
Schulterprobleme zwingen Marc Marquez zum Umdenken
"Nein", antwortete Marquez im Rahmen der offiziellen MotoGP-Pressekonferenz kurz und knapp auf die Frage, ob seine Probleme aus Silverstone mit jenen aus dem Frühling in Verbindung stehen würden. Vielmehr seien sie schlicht die Folge der zahlreichen Schulteroperationen, die der 33-jährige Spanier über die letzten Jahre über sich ergehen lassen musste, wie er leicht genervt feststellte. Allein seit Jerez 2020 sind es deren sechs. Da kann also nicht mehr alles so problemlos funktionieren wie bei einer nie verletzten Schulter. Und nicht auszuschließen, dass sich die Situation vielleicht nie mehr verbessern wird - weshalb für den Aragon-GP an diesem Wochenende ein Strategiewechsel angesagt ist.
"In Silverstone hatte ich gedacht, dass mein körperlicher Zustand besser sei, weil ich während der Sommerpause im Fitnessstudio Muskeln aufgebaut habe. Deshalb bin ich das Wochenende dann auf eine normale Art und Weise angegangen. Ich bin von FP1 an gut und aggressiv gefahren. Schon am Sonntagmorgen habe ich dann aber gemerkt, dass ich das [im Rennen, Anm.] nicht mehr tun könnte", blickte Marquez zurück. Er hatte sich also überschätzt, zu früh zu viel gewollt. Dafür zahlte er am Sonntag im Grand Prix mit fehlender Kraft dann den Preis.

Im Motorland ist die Taktik deshalb eine andere. "Ich werde am Freitag einfach nur ein paar Runden fahren, damit ich am Samstag und Sonntag in einer besseren Verfassung bin", kündigt der MotoGP-Superstar an. Kein unbekannter Ansatz, denn damit war Marquez in diesem Jahr beispielsweise auch in Ungarn oder am Sachsenring schon sehr erfolgreich unterwegs. Gerade erst von seiner erneuten Schulter-OP zurückgekehrt, drehte er am Freitag stets nur kurze Outings mit wenigen schnellen Runden, um das Limit zu finden und Energie für die restlichen Tage zu sparen. Mit Erfolg: Marquez gewann alle vier Rennen.
Marc Marquez: Attacke im Motorland Aragon - und dann?
Weil mit Aragon jetzt eine weitere Paradestrecke der Nummer 93 auf dem Programm steht, wird die Taktik also ein weiteres Mal zum Einsatz kommen. "Wenn ich um die Weltmeisterschaft kämpfen will, muss ich hier vor meinen Konkurrenten ins Ziel kommen. Das ist das Ziel", machte der Ducati-Pilot auch keinen Hehl aus seinen Ambitionen vor Heimpublikum. Wie aber wird es danach auf Strecken wie Misano oder Spielberg weitergehen, wenn Marquez über keinen solch natürlich großen Vorsprung auf seine Rivalen mehr verfügt wie im Motorland? "Ich wäre gern konkurrenzfähig, aber wir müssen sehen, was ich dort ausrichten kann", lässt er wissen. "Wenn ich es nicht bin, muss ich eben bestmöglich durchkommen."
Was meint ihr: Ist Marc Marquez mit der Rückkehr zur altbewährten Schonungsstrategie in Aragon zu schlagen? Und wie sieht es danach aus? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren! Einen neuen Landsmann bekommt Marquez derweil ab 2027 in der MotoGP. Izan Guevara steigt mit Pramac-Yamaha aus der Moto2 auf. Alle Infos dazu gibt es in diesem Artikel:



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