MotoGP

MotoGP Jerez 2019: Marquez siegt, Drama um Quartararo

Marc Marquez setzt sich mit einem Sieg in Jerez wieder an die Spitze der MotoGP. Polesitter Fabio Quartararo muss bittere Tränen vergießen.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Marc Marquez feiert beim MotoGP-Rennen in Jerez einen ungefährdeten Sieg und setzt sich damit in der WM-Wertung wieder an die Spitze. Der Honda-Pilot übernimmt bereits am Start die Führung und bringt den zweiten Erfolg der Saison problemlos ins Ziel.

Hinter Marquez belegt Alex Rins, der nur aus der dritten Reihe gestartet war, nach einer Aufholjagd den zweiten Platz. In der WM-Wertung ist der Spanier nun einen Punkt hinter Marquez dessen erster Verfolger. Der traurige Held des Rennens war allerdings Fabio Quartararo, den ein Defekt auf seiner Fahrt zu einem Podestplatz stoppte.

Die Schlüsselszene

Die Schlüsselszene des MotoGP-Rennens in Jerez war eine traurige: 13 Runden lang lag Fabio Quartararo voll auf Podestkurs. Der Polesitter hatte sich hinter dem Führenden Marc Marquez bereits ein wenig vom Rest des Feldes abgesetzt, als seine Yamaha beim Beschleunigen plötzlich im dritten Gang hängen blieb. Er musste nach außen ziehen und zusehen, wie ein Fahrer nach dem anderen an ihm vorbeiflog. Der Traum vom ersten Podest platzte auf unglückliche Weise und Quartararo zerdrückte in seiner Box bittere Tränen.

Der MotoGP-Rennfilm aus Jerez

Start: Marc Marquez erwischt den besten Start und biegt vor Franco Morbidelli und Fabio Quartararo in die erste Kurve ein. Andrea Dovizioso attackiert Position zwei, muss aber zurückziehen und sich hinter Maverick Vinales auf P4 einreihen.

1. Runde: Marquez kommt vor Morbidelli, Quartararo, Vinales und Dovizioso über Start/Ziel. Rossi ist 11., Bradl liegt direkt hinter Lorenzo auf P14.

2. Runde: Rossi schnappt sich Nakagami, der kann aber am Ende der Runde kontern. Bradl geht an Lorenzo vorbei.

3. Runde: Dovizioso attackiert in die erste Kurve hinein Vinales, kann die Linie aber nicht halten und verliert das Duell. Bradl und Aleix Espargaro liefern sich ebenfalls ein packendes Duell.

4. Runde: Nakagami wird von Mir und Rossi geschluckt und fällt damit auf P12 zurück. Rins fährt als 6. die schnellste Rennrunde. Die Top-6 liegen innerhalb von zwei Sekunden.

6. Runde: Rins attackiert Dovizioso, doch der Zweikampf mit mehreren Überholmanövern kostet beide Piloten Zeit. Sie liegen jetzt bereits über eine Sekunde hinter den Top-4.

7. Runde: Francesco Bagnaia sorgt für den ersten Sturz des Rennens. Der Moto2-Weltmeister geht in Turn 2 zu Boden, lag aber ohnehin hinter den Punkterängen. An der Spitze dreht weiter Marquez vor Morbidelli und Quartararo seine Runden. Weniger als eine Sekunde trennt die Podestplätze voneinander. Rins fährt die schnellste Rennrunde und dürfte das Duell gegen Dovizioso nun gewonnen haben.

9. Runde: Rins holt weiter auf und liegt als 5. nur noch 2,3 Sekunden hinter Marquez und weniger als eine Sekunde hinter Rang drei.

10. Runde: Marquez macht vorne Ernst! Morbidelli musste nun binnen weniger Runden abreißen lassen und den Weltmeister bereits um 1,5 Sekunden ziehen lassen. Morbidelli bekommt nun sogar von Quartararo und Vinales Druck.

11. Runde: Quartararo übernimmt in Turn 6 den zweiten Platz. Morbidelli konnte sich nur wenige Kurven gegen die Attacken seines Teamkollegen wehren. Rins kassiert in der letzten Kurve Vinales und hat somit bereits das Podest im Visier.

12. Runde: Marquez fährt seine persönliche Bestzeit und baut seinen Vorsprung auf Quartararo auf fast zwei Sekunden aus. Das Duell um den dritten Rang zwischen Morbidelli, Rins und Vinales spitzt sich zu.

13. Runde: Rins setzt in der letzten Kurve die erste Attacke gegen Morbidelli, doch der kann sich noch verteidigen.

14. Runde: Fabio Quartararo ereilt ein Defekt! Mitten auf einer Geraden bleibt er im dritten Gang hängen und muss an die Seite ziehen. Während er ausrollt, geht Rins an Morbidelli vorbei. Eine schlimme Runde für das Petronas-Yamaha-Team. Marquez fährt indes die schnellste Rennrunde.

15. Runde: Marquez steigert die schnellste Rennrunde auf 1:38,051 Sekunden und liegt bereits fast vier Sekunden vor Rins, der sich wiederum auf Platz zwei von den Verfolgern absetzen konnte.

16. Runde: Vinales geht an Morbidelli vorbei und sorgt dafür, dass Petronas-Yamaha sich wohl endgültig vom Podest-Traum verabschieden muss.

17. Runde: Morbidelli fällt nun auch hinter Dovizioso zurück und wird wenig später auch von Petrucci geschnappt. Sein Reifen ist nun wohl durch.

20. Runde: Marquez kann wohl nicht mehr viel passieren, er liegt 3,7 Sekunden vor Rins, der wiederum 1,7 vor Vinales liegt. Crutchlow und Rossi schnappen sich Morbidelli, der weiterhin gnadenlos durchgereicht wird. Rossi kann am Ende der Runde sogar Crutchlow attackieren und P6 übernehmen.

21. Runde: Joan Mir verabschiedet sich aus dem Rennen. Er geht in der letzten Kurve zu Boden. Er steigt zwar wieder auf, kommt aber sofort an die Box und gibt auf.

23. Runde: Jack Miller geht nach Kontakt im Duell um Rang 10 mit Aleix Espargaro in der letzten Kurve zu Boden. Stefan Bradl nutzt die Szene ebenfalls, denn er kann sich Espargaro schnappen und liegt somit endlich in den Top-10.

25. und letzte Runde: Dovizioso hängt Vinales bis zuletzt im Nacken, kann aber keine Attacke mehr setzen.

Zieleinlauf: Marc Marquez gewinnt in Jerez klar vor Alex Rins und Maverick Vinales. Valentino Rossi beendet hinter den beiden Ducati-Fahrern Andrea Dovizioso und Danilo Petrucci das Rennen auf Rang 6. Franco Morbidelli, Cal Crutchlow, Taka Nakagami und Stefan Bradl komplettieren die Top-10.

So lief das Rennen für Stefan Bradl

Von P14 gestartet, reihte sich Stefan Bradl zu Beginn hinter seinem Markenkollegen Jorge Lorenzo ein, den er Mitte des Rennens aber stehen lassen konnte. Es entbrannte ein Duell mit Aleix Espargaro, das er für sich entscheiden konnte, als Espargaro mit Jack Miller aneinander geriet. Mit 13 Sekunden Rückstand reichte es letztlich zu Platz 10.

"Sensationell", eröffnete Bradl sein Fazit im Interview mit ServusTV. "Am Anfang habe ich ein bisschen Zeit verloren, weil ich zu defensiv agiert habe. Ich wollte aber nicht zu viel riskieren. Sonst hätte ich noch besser platziert sein können. Aber vor Jorge zu landen ist eine Sensation. Die Bosse haben mir schon gratuliert, das fühlt sich cool an."

Die Stimmen vom MotoGP-Podium in Jerez

Marc Marquez (Sieger, Repsol Honda): "Nach meinem Fehler in Austin war es nicht einfach, wieder ein Rennen an der Spitze zu fahren. Aber ich war überzeugt von meiner Leistung und von der Leistung, die mein Team erbracht hat. Sie haben tolle Arbeit geleistet und ich freue mich sehr über den Sieg hier in Austin."

Alex Rins (Zweiter, Suzuki): "Es sieht nicht nur nicht einfach aus, es war es auch nicht einfach, dieses Ergebnis zu erzielen. Ich bin sehr glücklich, den zweiten Platz hier in Jerez geholt zu haben."

Maverick Vinales (Dritter, Yamaha): "Wir haben am Start echt Probleme gehabt. Aber ich glaube, wir haben eine Methode gefunden, die uns beim Arbeiten hilft. Mir fehlt einfach Selbstvertrauen. Jerez war noch nie eine der besten Strecken für mich, aber dieses Wochenende lief es wirklich gut. Dieser dritte Platz fühlt sich für mich wie ein Sieg an."


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