Moto2

Moto2 Jerez 2019: Baldassarri holt 3. Sieg nach Massencrash

Lorenzo Baldassarri ist nach der Nullnummer in Austin zurück auf dem obersten Treppchen der Moto2. Tom Lüthi verpasst das Podest in Jerez knapp.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Lorenzo Baldassarri gewinnt das Moto2-Rennen in Jerez. Der Italiener setzt sich vor Polesitter Jorge Navarro und seinem Teamkollegen Augusto Fernandez durch und baut mit seinem dritten Sieg im vierten Saisonrennen die WM-Führung auf 17 Punkte aus. Tom Lüthi verpasst das Podest als Vierter um etwas mehr als eine Sekunde, Domi Aegerter und Marcel Schrötter landen in den hinteren Punkterängen. Überschattet wird das Rennen allerdings von einem Massencrash in den ersten Kurven, der für eine lange Unterbrechung nach Roter Flagge sorgt.

Die Schlüsselszene

Lorenzo Baldassarri legt den Grundstein zu seinem Sieg schon am Start, als er sich in die erste Kurve vom 6. Startplatz an die 2. Position setzte. Im Anschluss managt er das Rennen am besten, das siegbringende Überholmanöver gegen seinen Teamkollegen Augusto Fernandez ist nur noch ein Formalakt.

Der Moto2-Rennfilm aus Jerez

Start: Augusto Fernandez kommt am besten weg und geht in Führung, dahinter biegt Tom Lüthi als Zweiter in die erste Kurve. Polesitter Jorge Navarro hat nur Rang 4 inne.

1. Runde: Massensturz zwischen Kurve 1 und 2! Remy Gardner unterläuft ein Highsider, Alex Marquez stürzt über dessen Bike. Dahinter kommen auch Dimas Ekky Pratama und Marco Bezzecchi zu Sturz. Die Rennleitung lässt die Rote Flagge schwenken.

Unterbrechung: Das Rennen wird für 15 Minuten unterbrochen und von 23 Runden auf 15 Runden verkürzt. Pratama muss sich zum Check in das Medical Center begeben und kann nicht mehr starten. Die Motorräder von Gardner und Marquez sind so kaputt, dass sie nicht rechtzeitig bis zum Restart fertig werden. Marquez kann immerhin aus der Boxengasse ins Rennen gehen, für Gardner ist der Tag zu Ende.

Restart: Augusto Fernandez geht vor Lorenzo Baldassarri und Tom Lüthi in die ersten Kurven. Jorge Navarro hat den Start erneut versemmelt.

1. Runde: Fernandez und Baldassarri führen das Feld in die 2. Runde. Dahinter folgen Lüthi, Vierge und Navarro. Marcel Schrötter kommt als 12. über Start/Ziel, nachdem er wieder einmal einen kleinen Rempler von Brad Binder mitbekommen hat.

2. Runde: Fernandez setzt sich mit der schnellsten Rennrunde eine halbe Sekunde vom Verfolgerfeld ab. Lüthi hält sich in einer Gruppe mit Baldassarri, Vierge, Navarro und Di Giannantonio im Kampf um Platz 2.

3. Runde: Baldassarri kontert mit der schnellsten Runde und fährt den Rückstand auf drei Zehntelsekunden zu. Die Gruppe um Lüthi droht abzureißen.

4. Runde: Simone Coorsi stürzt in Turn 2. Domi Aegerter kämpft in einer großen Gruppe ab Rang 15 um den letzten Punkt. Tulovic und Öttl finden sich nur im letzten Viertel des Feldes wieder.

5. Runde: Lüthi kann sich als 3. Bereits um 1,2 Sekunden von seinen Verfolgern absetzen und auf die Spitzenfahrer ein wenig aufholen.

6. Runde: Baldassarri setzt Fernandez allmählich unter Druck, Lüthi lässt nach und fällt wieder in das große Verfolgerfeld zurück. Für Mattia Pasini ist das Rennen in Kurve 10 zu Ende.

7. Runde: Sam Lowes geht zu Boden. Baldassarri übernimmt die Spitze in der letzten Kurve, während sich Lüthi wieder stabilisiert hat und die Verfolgergruppe ab Rang 3 anführt.

8. Runde: Navarro schnappt sich Lüthi und übernimmt dessen Podestplatz. Jorge Martin beendet sein Rennen im Kiesbett.

9. Runde: Aegerter hat sich an Schrötter herangekämpft und hält nun vor dem Deutschen P13. Lüthi kann sich vorerst im Windschatten von Navarro halten, an der Spitze drehen die Teamkollegen Fernandez und Baldassarri mit 1,5 Sekunden Vorsprung ihre Runden.

11. Runde: Die Doppelspitze des Pons-Teams lässt ein wenig nach. Navarro ist nun unter einer Sekunde an Fernandez dran, der wiederum nur wenige Zehntel hinter Baldassarri liegt. Lüthi kann sich von den Verfolgern um eineinhalb Sekunden absetzen und bleibt an Navarro dran.

13. Runde: Zwei Runden vor Schluss baut Baldassarri seinen Vorsprung auf 0,6 Sekunden aus, Navarro ist auf 0,2 Sekunden an Fernandez dran. Lüthi kann dieses Tempo nicht mehr ganz mitgehen, hat aber ein Polster auf Rang 5.

14. Runde: Navarros Attacke geht auf! Der Polesitter schnappt sich Fernandez im zweiten Sektor und kann sich sofort absetzen. Baldassarri wird er sich aber nicht mehr holen.

15. und letzte Runde: Baldassarri lässt nicht mehr anbrennen, Navarro pusht zwar so richtig, aber es reicht nicht mehr.

Zieleinlauf: Der WM-Leader gewinnt in Jerez! Lorenzo Baldassarri setzt sich 0,359 Sekundn vor Jorge Navarro und 1,091 Sekunden vor Augusto Fernandez durch. Tom Lüthi verpasst als 4. das Podest um 1,3 Sekunden. Für Marcel Schrötter reicht es nur zu einem WM-Punkt, Domi Aegerter holt als 13. drei Zähler. Lukas Tulovic (19.) verpasst die Puntkeränge um neun Sekunden, Philipp Öttl (23.) gar um 13 Sekunden.

Die Stimmen vom Moto2-Podium in Jerez

Lorenzo Baldassarri (Sieger, Pons Racing): "Wir haben dieses Wochenende einen super Job gemacht. Wir sind mit einem Elektronik-Problem gestartet und danach bin ich auch noch mehrfach gestürzt. Wir haben aber nicht aufgegeben und am Ende haben wir gewonnen. Dieser Sieg ist nicht nur meiner, sondern auch einer für mein Team."

Jorge Navarro (Zweiter, Speed Up): "Der Plan war eigentlich, zu gewinnen. Wir haben das ganze Wochenende an der Rennpace gearbeitet. Auf den letzten Runden war ich sehr stark. Aber am Ende sind Rennen nun mal so. Ich muss meine Starts verbessern. Ich möchte mich bei meinem Team entschuldigen, wir hatten heute alle Möglichkeiten, um zu siegen. Aber ich freue mich, bei meinem Heimrennen auf dem Podium zu stehen."

Augusto Fernandez (Dritter, Pons Racing): "Das Rennen war sehr hart. Ich möchte meiner Familie und meinem Team danken. Es ist ein unglaubliches Gefühl."


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