MotoGP

MotoGP Barcelona 2018: Die wichtigsten Faktoren im Rennen

Die MotoGP-Stars um Rossi, Marquez und Lorenzo rechnen mit einem schwierigen Barcelona-GP. Wir zeigen, welche Faktoren eine Rolle im Rennen spielen.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - "Ich erwarte ein komisches Rennen, so ähnlich wie im letzten Jahr", wagte sich Ducatis Andrea Dovizioso an eine Prognose für den Katalonien-GP 2018 in Barcelona. Mit dieser Vorhersage könnte der Italiener ins Schwarze treffen - denn mehrere Faktoren sprechen dafür, dass wir wieder mit einem ähnlichen Rennverlauf wie 2017 rechnen können.

Barcelona: Temperaturen für MotoGP zu hoch

Am morgigen Sonntag soll die Sonne wieder ungehindert vom Himmel knallen. Auch, wenn es mit vorhergesagten 26 Grad Lufttemperatur kühler sein soll als im Vorjahr (33 Grad) - der Asphalt auf der spanischen Strecke dürfte sich dann wieder ordentlich aufheizen. 2017 wurden 54 Grad gemessen, im MotoGP-Qualifying heute immerhin 48 Grad.

Damit bewegt sich die Strecke in Barcelona in jenem Temperaturfenster, in dem es für optimale Gripverhältnisse schon zu warm ist. "Heute Nachmittag war es schwieriger, vor allem mit der Streckentemperatur. Sie lag bei gut 50 Grad, und das macht den Unterschied. Daher hoffen wir für morgen auf ein paar Wolken", äußerte sich Valentino Rossi.

Die Temperaturen in Barcelona sind sehr hoch - Foto: Repsol

Das ist für das MotoGP-Feld jedoch nicht der einzige Faktor, der in Sachen Griplevel eine Rolle spielt. Schon seit Jahren vernimmt man immer wieder Klagen über den Zeitplan am Sonntag. Hintergrund: Während an den Trainingstagen die Moto2 erst nach den großen Jungs auf die Strecke geht, findet das Rennen der mittleren Klasse vor dem MotoGP-Lauf statt. "Vor allem wenn es sehr heiß ist, macht dieser Umstand die Strecke für uns sehr rutschig. Es sieht also nach einem unvorhersehbaren Rennen aus", befürchtet Rossi. Zumal durch die Hitze und den veränderten Zeitplan die Sturzgefahr steigt.

Michelin-Reifen spielen eine große Rolle in Katalonien

Rennentscheidend wird aber auch sein, wie schon im Vorjahr möglichst gut mit den Michelin-Reifen hauszuhalten. 2017 schon war die Reifenabnutzung die große Schwäche der Yamaha M1, und diese hat man immer noch nicht aus der Welt geschafft. Daher schlägt Rossi Alarm: "Die Tyre Allocation hier von Michelin ist nicht richtig. Der weiche Reifen ist zu weich und der Medium-Reifen hat überhaupt keinen Grip."

Der Doktor ist jedoch nicht der einzige Fahrer mit Bedenken in Sachen Reifen. Ausgerechnet sein Erzrivale Jorge Lorenzo stimmt ihm zumindest teilweise zu. "Der Vorderreifen hier ist problematisch, man hat da nicht viel Grip auf der Flanke. Das sollte für Michelin für nächstes Jahr der nächste Schritt sein", fordert Ducati-Pilot Lorenzo.

Dovizioso: Taktik ergibt sich erst im Rennen

Am Ende könnte im MotoGP-Rennen also wieder die Stunde der großen Taktiker und nicht der Draufgänger schlagen. Der Fahrer mit dem besten Kompromiss aus Tempo und Materialschonung hat die besten Karten. 2017 bewahrte Lorenzos Teamkollege Dovizioso in der Hitzeschlacht von Barcelona den kühlsten Kopf und setzte sich durch. Kein Wunder, dass der Vize-Weltmeister wieder als ein Kandidat für den Sieg gehandelt wird. Bei der Pressekonferenz am Samstag wurde Dovizioso zu seiner Taktik für das Rennen gefragt.

"Wenn man den Speed für den Sieg hat, dann kann man sich auch eine Strategie zurecht legen. Es gibt nicht die eine Strategie, sondern das entwickelt sich erst im Rennen. Man muss bereit sein, aber offen bleiben und sich der Situation anpassen", weicht Dovizioso der Frage allerdings aus. Fest steht aber: Nach dem Vorjahr weiß er genau, wie er im Glutofen von Barcelona zum Sieg fahren kann. Eine ähnliche Hitzeschlacht wird 2018 erwartet.


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