MotoGP

Marc Marquez: Jerez-Sieg nicht durch Speed entschieden

Marc Marquez fuhr in Jerez ein kalkuliertes Rennen zum Sieg. Das musste er auch, denn der Sieg in Spanien führte nicht über Speed, sondern über Köpfchen.
von Sophie Riga

Motorsport-Magazin.com - Marc Marquez krönte sich auf heimischen Boden in Jerez zum zweiten Mal in der MotoGP-Saison 2018 zum Sieger. Der Repsol Honda-Pilot fuhr ein absolut kalkuliertes Rennen und überquerte fünf Sekunden vor Verfolger Johann Zarco die Ziellinie. Und zwar nicht mit Speed, sondern mit Grips.

Denn der entscheidende Faktor war für den amtierenden Weltmeister in Jerez nicht der Speed, sondern die Strategie. "Das Rennen heute wurde nicht durch Speed entschieden, sondern darüber, dass man präzise war und in jeder Runde die richtigen Entscheidungen getroffen hat", analysiert Marquez nach dem Rennen in der Pressekonferenz. Das hat er geschafft, wie sein souveräner Sieg beweist.

Die erste richtige Entscheidung traf Marquez schon am Start. "Ich war clever und habe zu Beginn des Rennens viele Fahrer überholt", so der Rennsieger. Von Platz fünf aus gestartet war Marquez nach einer Runde Dritter und in Runde drei auf den zweiten Platz hinter Jorge Lorenzo gefahren. Der Ducati-Pilot stellte dann die erste große Hürde für Marquez' Sieg-Ambitionen da, denn der Spanier fuhr bis zu seinem Ausfall ein starkes Rennen. "Es war heute fast unmöglich, an Jorge vorbeizukommen", erklärt der neue WM-Führende. " Er war so spät auf der Bremse und in den Kurven extrem stark."

Statt mit dem Vorschlaghammer um die Ecke zu kommen, entschied sich Marquez diesmal für eine andere Taktik: Abwarten. "Ich habe dann gewartet und gesehen, wann sein Reifen nachgelassen hat", rekapituliert Marquez. "Erst da habe ich die Führung übernommen und eine Lücke herausgefahren. Ich konnte alles Schritt für Schritt machen." Das Manöver gegen Lorenzo fuhr Marquez in Runde sieben.

Marc Marquez fuhr in Jerez zum Sieg - Foto: Tobias Linke

Ab da bestand das Rennen für Marquez eigentlich nur noch daraus, seinen Rhythmus zu halten und nicht zu stürzen. Sein Abstand auf die Verfolgergruppe war souverän, bis Jorge Lorenzo, Andrea Dovizioso und Dani Pedrosa sich ohne jegliches Verschulden aus dem Rennen kegelten. Auf der Strecke hat Marquez von dem Chaos gar nichts mitgekriegt. "Als ich auf dem Pitboard gesehen habe, dass meine Führung von zwei auf sechs Sekunden gewachsen ist, wusste ich, dass etwas passiert ist."

Danach konnte Marquez noch mehr durchatmen als es vorher bereits der Fall war. Mit über sechs Sekunden Vorsprung spulte der Repsol Honda-Pilot die letzten acht Runden des Rennens ab und hatte auf der Zielgeraden sogar noch Zeit, sich einen neuen Tanz auszudenken. "Die Kinder in Spanien tanzen jetzt alle so und weil ich auch ein Kind bin, fand ich die Idee gut", erklärt Marquez die spontane Aktion im Nachhinein.

Slide-Action nach Lüthi-Crash

Ganz ohne Schreckmomente konnte Marquez das Rennen in Jerez dann doch nicht hinter sich bringen. In der zwölften Runde ging Marc VDS-Pilot Tom Lüthi in Kurve elf zu Boden. Der Schweizer Pilot blieb unverletzt, wirbelte mit seinem Crash aber eine Menge Steine aus dem Kiesbett auf die Strecke. Eine Runde später passierte Marquez die Stelle und musste mit einem großen Slide kämpfen. "Ich weiß nicht, wie ich bei dem Slide auf dem Bike geblieben bin", gesteht er nach dem Rennen.

"Ich bin mit mehr oder weniger 240 km/h angekommen und als ich die Steine aus dem Kies auf der Strecke gesehen habe, war es schon zu spät", führt der WM-Leader weiter aus. Ihm blieb nichts anderes übrig, als draufzuhalten und das Beste zu hoffen. "Beide Räder sind gerutscht, aber ich bin sitzen geblieben. Danach habe ich mir nur gesagt, dass das Rennen jetzt eben so war und ich mich darauf konzentrieren muss zu gewinnen." Oder, wie er im Parc Ferme-Interview kurz zusammenfasste: "Marquez-Style!"


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