MotoGP

Bergauf, Geraden: Streckenlayout unbarmherzig - Suzuki hechelt in Brünn deutlich hinterher

Mit den Tagesrängen 9 und 13 hängt das Suzuki-Duo Aleix Espargaro und Maverick Vinales den eigenen Ambitionen hinterher. Letzterer versucht den "Reifen-Trick".
von Samy Abdel Aal

Motorsport-Magazin.com - Schwieriger Auftakt für Suzuki ins Brünn-Wochenende. Am Trainingsfreitag zum Tschechien-GP belegten Aleix Espargaro und Top-Rookie Maverick Vinales die Plätze neun und dreizehn. Während Espargaro mit dem extraweichen Hinterreifen für die Open-Klasse immerhin auf 0,7 Sekunden an die Bestzeit von Yamaha-Star Jorge Lorenzo (1:56.499) herankam, häufte Vinales als 13. bereits einen Rückstand von 1,1 Sekunden an.

Mein Rückstand auf Platz eins darf so nie passieren
Aleix Espargaro

Allerdings sind die Zeiten der beiden Teamkollegen kaum zu vergleichen. Da die bergige Strecke in Brünn ob der enormen Hitze vor allem am Nachmittag zu einem Reifen-mordenden Low-Grip-Monster wurde, zog Vinales auf der Front nur die härtere Mischung auf (38). Espargaro hingegen verschliss einen Satz der weicheren Medium-Mischung, die mehr Grip und Geschwindigkeit brachte.

Espargaro führt Hitze-Problem ad absurdum

Espargaro sah seinen harten Arbeitstag im "Glutofen" mit reichlich Licht und Schatten: "Wir haben heute viel Gutes gesehen, aber auch einige Probleme gehabt. Trotz meines Reifen-Vorteils bin ich 0,7 Sekunden von der Spitze weg, was auf eine schnelle Runde nicht passieren darf. Allerdings leiden wir sehr und den Geradeausstücke und der langen Bergauf-Geraden. Andererseits bin ich nicht unzufrieden, denn wir haben uns nach dem Horror-Wochenende in Indianapolis deutlich gesteigert, zudem unsere Zeit auf den harten Reifen am heißen Nachmittag bei schlechterer Strecke deutlich verbessert."

Maverick Vinales will mit Reifenpoker in Q2 aufsteigen - Foto: Suzuki

Änderungen an der Elektronik und der Geometrie brachten Espargaro in FP2 merkliche Vorteile gegenüber dem von den Bedingungen her doch deutlich angenehmeren ersten Freien Training. "Es klingt fast paradox, aber wir hatten am Nachmittag deutlich besseren Grip als am Morgen. Vor allem bei Beschleunigen und durch die Kurven hindurch hat uns das merklich geholfen. Dass wir uns um über 0,5 Sekunden auf den gleichen Reifen steigern konnten, zeigt, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben für den Rest des Wochenendes", berichtete der Katalane auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com.

Glückt Vinales' Reifenpoker?

Teamkollege Vinales kam mit dem bis zu 50 Grad heißen Streckenbelag weniger gut zurecht. Allerdings kalkulierte der Rookie, stieg groß in den Reifenpoker ein. "Meine Taktik war heute, keinen der weicheren Vorderreifen zu verbrauchen. Ich habe nur die härteren aufgezogen, wollte mich Stück für Stück steigern, und gegen Ende der Sessions dann konkurrenzfähig sein", verriet der Spanier.

Ich werde FP3 wie ein Qualifying angehen
Maverick Vinales

Sein Plan dahinter ist eindeutig: "Ich werde FP3 mit den beiden weicheren Vorderreifen wie ein Qualifying angehen und dort Vollgas geben. Dort ist es wieder kühler und der weichere Vorderreifen Gold wert. Hoffentlich gelingt dann die Qualifikation für Q2."

Sein Hauptproblem der Beschleunigung ist allerdings nicht auf die Vorreifen zurückzuführen: "Ich habe unheimlichen Wheelspin am Heck und kann einfach nicht beschleunigen. Es kommt mir vor, als würde ich auf der Stelle stehen bleiben. So kann ich meine Rundenzeiten natürlich nicht groß verbessern, selbst mit weichen Vorderreifen nicht. Wir müssen uns also voll reinknien und über Nacht eine Lösung finden."


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