Moto3

Moto3 Assen 2018: Martin entscheidet Fünfkampf für sich

Jorge Martin feiert in Assen seinen fünften Saisonsieg in der Moto3 und übernimmt die WM-Führung von Marco Bezzecchi, der in der letzten Runde stürzt.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Ganz wichtiges Rennen für die Moto3-Weltmeisterschaft in Assen! Marco Bezzecchi wirft in der letzten Runde seine KTM in den Kies und geht leer aus. Jorge Martin gewinnt und übernimmt die WM-Führung. Aron Canet und Enea Bastianini fahren auf das Podium.

Die Schlüsselszene

In Runde 20 verbremst sich Bezzecchi in Führung liegend in Kurve eins. Martin nimmt die Einladung an, sieht seine Chance und fährt sofort eine Lücke von gut einer halben Sekunde auf seine Verfolger heraus, die er sich in den letzten Umläufen nicht mehr nehmen lässt.

Moto3 Assen 2018: Der Rennfilm

Start: Jorge Martin und Enea Bastianini kommen gut weg und behalten ihre Startpositionen eins und zwei bei. Nicolo Bulega vermasselt den Start völlig und fällt von P3 aus den Top-Ten. Als Dritter biegt Lorenzo Dalla Porta in Kurve eins ein, vor Marco Bezzecchi, Fabio di Giannantonio und Aron Canet.

1. Runde: Der nur von Platz acht gestartete Bezzechi macht weiter rasch Boden gut. Er schnappt sich Dalla Porta und Bastianini, ist bereits Zweiter.

3. Runde: Martin hat einen kleinen Vorsprung auf eine drei Mann starke Verfolgergruppe mit Bezzecchi, Canet und Bastianini.

5. Runde: Canet ist an Bezzecchi vorbei und hat die Lücke zu Martin geschlossen. Direkt dahinter liegen Bezzecchi, Bastianini und McPhee. Im letzten Sektor übernimmt Canet problemlos die Führung von Martin.

6. Runde: Martin muss auch Bezzecchi vorbeilassen, holt sich P2 aber direkt wieder zurück. Wenige Kurven später ist es wieder Bezzecchi, der Platz zwei einnimmt. Die fünf Mann starke Spitzengruppe mit Canet, Bezzecchi, Bastianini, McPhee und Martin hat sich bereits deutlich vom Rest des Feldes abgesetzt. Dieses Quintett wird sich den Sieg untereinander ausmachen.

8. Runde: Bezzecchi geht erstmals in Führung. Canet wird direkt auf P5 durchgereicht.

10. Runde: Bezzechi kommt am Ausgang von Kurve fünf von der Strecke ab und fällt auf Platz vier zurück. Martin übernimmt die Führung.

12. Runde: McPhee überholt im letzten Sektor Martin und führt das Rennen an.

13. Runde: McPhees Führung hält nicht lange. In Kurve eins muss er Martin wieder durchlassen.

14. Runde: McPhee wiederholt sein Manöver aus Runde zwölf und liegt wieder an der Spitze. Dahinter: Martin, Bastianini, Bezzecchi, Canet.

15. Runde: Martin holt sich die Führung zurück. McPhee wird innerhalb weniger Kurven auf P4 durchgereicht.

17. Runde: Bezzecchi ist zurück an der Spitze. Er führt nun vor Canet, Bastianini, Martin und McPhee.

18. Runde: Jetzt liegt Canet an der Spitze. Kurz darauf geht aber Bezzecchi wieder vorbei. Die Führung wechselt nun beinahe in jeder Kurve.

19. Runde: Martin holt sich Platz zwei von Canet.

20. Runde: Bezzecchi verbremst sich in Kurve ein, muss Martin durchlassen und wird in den nächsten Kurven auch noch von seinen weiteren drei Rivalen in der Gruppe überholt. Er ist nur noch Fünfter. Martin zieht an der Spitze das Tempo an und kommt mit über sechs Zehntelsekunden Vorsprung auf Canet über Start und Ziel.

21. Runde: McPhee stürzt auf Rang fünf liegend in Kurve neun. Die Spitzengruppe ist auf vier Mann geschrumpft.

22. Runde: Auch Bezzecchi crasht. Er rutscht in Kurve zehn weg, lag auf Rang vier. Canet überholt in der letzten Schikane Bastianini und nimmt P2 ein.

Ziel: Martin fährt den Sieg trocken nach Hause. Rang zwei geht an Canet vor Bastianini. Jaume Masia wird Vierter, P5 schnappt sich Jakub Kornfeil.

So lief das Moto3-Rennen von Assen für Philipp Öttl

Ein weiteres Rennen zum Vergessen für Philipp Öttl. Zunächst hält er seinen 14. Startplatz einige Runden, fällt dann aber bald aus den Punkten. Im letzten Renndrittel erhält er auch noch eine 1,8 Sekunden Zeitstrafe für Abkürzen und beendet das Rennen in Assen schließlich nur als 17.

Die Stimmen vom Podium

Jorge Martin (Sieger, Honda): "Ich freue mich über den Sieg. Er ist sehr wichtig. Im Rennen hatte ich Probleme mit der Bremse, sie war zu weich eingestellt. Vor allem in den letzten Runden war es schwierig. Ich habe es dann aber doch irgendwie geschafft, am Ende eine kleine Lücke aufzufahren. Jetzt werde ich versuchen, das am Sachsenring zu wiederholen."

Aron Canet (Zweiter, Honda): "Ich bin nicht so zufrieden, denn ich denke, ich hätte gewinnen können. Aber das war am Ende unmöglich, denn Martins Vorsprung war zu gut. Während des Rennens ist es einfacher, nicht zu führen, sondern in der Gruppe zu bleiben. Mit drei Runden auf der Uhr hat Martin sehr gepusht und hat eine große Lücke aufgefahren. Ich habe ihn dann nicht mehr einholen können, er war zu weit weg."

Enea Bastianini (Dritter, Honda): "Ich freue mich über das Podium. Der Sieg war nah dran, aber Martin hat in den letzten drei Runden sehr hart gepusht. Am Ende war es für mich unmöglich, ihn zu schlagen. Ich habe Canet in der letzten Kurve angegriffen, aber er hat mich geschlagen. Trotzdem freue ich mich über dieses Podium."

Die Lehren aus dem Rennen

  • Martin übernimmt die WM-Führung von Bezzecchi
  • Öttls Krise geht weiter
  • Bastianini ist endgültig zurück in der Moto3-Spitze

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