Moto3

Moto3 Mugello 2018: Martin siegt in Herzschlagfinale

Mugello und Moto3 stehen für Spannung total. In diesem Jahr konnte sich Jorge Martin haarscharf im Italien GP durchsetzen. Philipp Öttl wurde 19.
von Sophie Riga

Motorsport-Magazin.com - Das Moto3-Rennen in Mugello lieferte wieder einmal Spannung total. Nach 20 Runden konnte sich Jorge Martin haarscharf gegen die harte Konkurrenz durchsetzen. Er überquerte als Erster die Ziellinie und ließ Marco Bezzecchi und Fabio Di Giannantonio hinter sich. Philipp Öttl wurde 19.

Die Schlüsselszene

In der letzten Runde will Bezzecchi auf der Zielgeraden in Führung gehen, verbremst sich aber in Kurve eins und lässt damit Martin und Di Giannantonio vorbei. Martin führt daraufhin für den Rest der Runde das Rennen an und hat so viel Drive aus der letzten Kurve, dass er seinen Vorsprung über die Ziellinie halten kann, wenn auch nur um 0.019 Sekunden.

Der Rennfilm

Start: Sasaki startet hervorragend, aber Martin macht es besser. Er holt sich den Holeshot und kann sich sogar eine kleine Lücke auffahren.

1. Runde: Martin kann seine Lücke in der ersten Runde immer weiter ausbauen. Bezzecchi liegt auf zwei und hat ebenfalls einen soliden Vorsprung vor Di Giannantonio auf Platz drei. Öttl ist nach einer Runde nur noch 29.

2. Runde: Martin hält seinen Vorsprung nach wie vor, Di Giannantonio hat sich jedoch Bezzecchi gekrallt und ist neuer Zweiter. Martins Vorsprung auf den Italiener beträgt 0.793 Sekunden.

3. Runde: Auf der Zielgeraden nutzt Bezzecchi den Windschatten und geht an Di Giannantonio vorbei. Er macht zwar einen Fehler in Kurve eins, kann seine Position aber halten. Adam Norrodin geht in Kurve fünf zu Boden. Er ist unverletzt, aber sein Bike ist komplett zerstört. An der Spitze haben Martin, Bezzecchi und Di Giannantonio die Verfolger weit hinter sich gelassen, aber Martins Vorsprung ist dahin.

4. Runde: Nur vier Runden nach Rennstart ist Martins Vorsprung Geschichte, Bezzecchi führt kurzzeitig das Rennen an, bis der Spanier zurückschlägt. Bezzecchi hat keine Zeit mehr zu kontern, denn Di Giannantonio zieht mit einem tollen Manöver an ihm vorbei und ist neuer Zweiter.

5. Runde: Ein weiteres Mal wechselt die Führung im Windschatten auf der Zielgeraden. In Kurve eins ist Martin jedoch der stärkste Pilot auf den Bremsen und holt sich seine Führung zurück. Auf die Verfolgergruppe haben die drei Führenden fast drei Sekunden Vorsprung.

6. Runde: Windschatten-Duelle auf der Zielgeraden, aber diesmal hat Bezzecchi dazugelernt. Er wählt eine andere Linie als vorher und hält damit Martin auf den Bremsen hinter sich. Dabei geht er aber weit, sodass Di Giannantonio an ihm vorbeigeht und damit das Rennen anführt.

7. Runde: In der ersten Kurve schlägt Martin zurück und nutzt seine Stärke auf der Bremse ein weiteres Mal. Er holt sich die Führung zurück, Bezzecchi und Di Giannantonio sind machtlos. Wildcard-Pilot Nepa crasht unverletzt aus dem Rennen.

8. Runde Auf der Zielgeraden nutzen Bezzecchi und Di Giannantonio einmal mehr den Windschatten und gehen an Martin vorbei. Di Giannantonio führt eigentlich, macht in Kurve eins aber einen Fehler und muss die Führung an Bezzecchi abgeben. Hinter den ersten drei wechseln die Plätze im Minutentakt, der Rückstand auf das Führungs-Trio beträgt etwas sechs Sekunden.

9. Runde: Martin nutzt auf Rang drei den Windschatten auf der Zielgeraden einmal mehr, ist der stärkste Pilot auf der Bremse und geht wieder in Führung. Bezzecchi ist Zweiter vor Di Giannantonio.

10. Runde: Neue Runde, gleiches Spiel: Martin liegt auf Rang drei, drückt sich an der Bremse in Kurve eins an Di Giannantonio vorbei, der neuer Zweiter ist. Ihn kriegt er, aber Bezzecchi an der Spitze nicht. Ein paar Kurven später gelingt es Martin allerdings doch und er führt wieder. Bezzecchi muss sich derweil gegen Di Giannantonio geschlagen geben. Am Ende der Runde hat Bezzecchi einen großen Wackler, der ihn ordentlich durchschüttelt. Er kann aber sitzen bleiben und verliert nicht mal allzu viel Zeit.

11. Runde: In der ersten Kurve hängt er dann schon wieder an Martins Hinterrad, der als Zweiter hinter Di Giannantonio in Runde elf geht. Der Rückstand der Verfolger ist auf über sieben Sekunden angestiegen. Martin wagt in der Mitte der Runde ein mutiges Manöver und geht erneut in Führung.

12. Runde: Windschatten-Duelle auch am Beginn von Runde zwölf. Diesmal gewinnt Martin, Di Giannantonio wird Zweiter. Bezzecchi muss ein wenig abreißen lassen und verliert langsam den Anschluss an die beiden Führenden.

13. Runde: Auch im nächsten Duell auf der Ziellinie kann sich Martin durchsetzen, er bleibt vor seinem italienischen Konkurrenten. Bezzecchi hält sich nach wie vor auf Rang drei, kann aber die Pace nicht mehr mitgehen. In der Verfolgergruppe hat sich Bastianini auf Rang vier von den drei Piloten hinter sich freigefahren.

14. Runde: Einmal mehr hat Di Giannantonio keine Chance an Martin vorbeizukommen, auch zu Beginn von Runde 14 führt der Spanier. Bezzecchi auf Rang drei verliert immer mehr Boden. Am Ende der Runde rennt ein Hase über die Strecke, Martin muss sich aufsetzen, um ihn nicht zu überfahren. Seine Position hält er aber.

15. Runde: Di Giannantonio geht in der ersten Kurve an Martin vorbei, er kann seinen Vorsprung aber nicht halten. Im Rest der Runde wechseln Di Giannantonio und Martin mehrfach die Führung.

16. Runde: Auf den Bremsen in Kurve eins kann sich dann Martin ein weiteres Mal durchsetzen.

17. Runde: Auf der Zielgeraden holt sich Di Giannantonio Martin einmal mehr, nur wenige Kurven später schlägt der Spanier zurück. Bezzecchi hingegen fällt immer weiter zurück. Jaume Masia stürzt unverletzt in Kurve drei.

18. Runde: Di Giannantonio und Bezzecchi holen sich Martin auf der Zielgeraden, aber auf der Bremse haben sie einfach keine Antworten für Martin. Nach Kurve eins ist es wieder Martin, der führt. Im ersten Sektor fällt Bezzecchi dann wieder zurück, auf der Zielgeraden ist er nur aufgrund vom Windschatten der beiden Bikes vor ihm so weit vorgefahren.

19. Runde: Auf der Ziellinie mit dem Windschatten und KTM-Power zieht Bezzecchi wieder vor und lässt Di Giannantonio hinter sich. Martin bleibt Führender. In Kurve sieben holt sich Di Giannantonio Platz zwei zurück. Nach dem Manöver ist Bezzecchi aber wieder näher an der Spitze als vorher. Suzuki muss sich einen Platz zurückfallenlassen, weil er in Kurve elf die Streckenbegrenzung überfahren hat.

20. Runde und Ziel: Bezzecchi fährt seine Taktik zu Beginn der letzten Runde einmal mehr, verbremst sich aber in Kurve eins und lässt damit Martin und Di Giannantonio vorbei. Er hält seine Führung für den Rest des Rennens und hat so viel Drive aus der letzten Kurve, dass seine Konkurrenten nicht mal mit Windschatten an ihm vorbeikommen. Er wird allerdings nur knapp Erster vor Bezzecchi, der die Stärke seiner KTM nutzt und an Di Giannantonio vorbeizieht, der Dritter wird.

So lief es für Philipp Öttl

Philipp Öttl startete von Rang 20 in den Mugello GP. In der Startphase verlor der Deutsche viel Boden und beendete die erste Runde nur als 29. von insgesamt 30 Piloten. Für den Rest des Rennens machte Öttl so viele Plätze wie möglich gut und beendete das Rennen schließlich als 19.

Die Stimmen vom Podium

Jorge Martin (Erster): "Es war ein sehr hartes Rennen. Ich wollte von Beginn an die Gruppe aufbrechen, denn letztes Jahr war es ein Desaster. Di Giannantonio war sehr schnell, dass hat er mir nicht leicht gemacht. Ich habe immer darauf gewartet, dass er mich überholt, aber am Ende habe ich es geschafft. Ich freue mich sehr. Jetzt gehen wir nach Barcelona, das ist eine Strecke, die mir sehr gut liegt."

Marco Bezzecchi (Zweiter): "Ich habe Probleme gehabt, überall. Meine Front hat sich sehr viel bewegt und ich hatte Probleme. In dem ersten Teil der Strecke waren Martin und Di Giannantonio sehr schnell. Ich wollte aber unbedingt das Podium in Italien haben, also bin ich einfach drangeblieben. Es ist toll, jetzt wieder auf dem Podium zu stehen, nach dem Erfolg in Le Mans. Auch für die Fans an der Strecke ist es toll."

Fabio Di Giannantonio (Dritter): "Ich habe versucht, alles zu geben. Unser Rhythmus war hervorragend, wir waren vor allem am Anfang des Rennens sehr schnell. Meine Reifen waren sehr gut. Ich habe versucht so gut wie möglich mit ihnen zu haushalten, vor allem mit dem Hinterreifen. Es ist ein Podium in Mugello, als feiern wir jetzt."

Die Lehren aus dem Rennen

  • Mugello ist ein Garant für spannende Rennen
  • Windschatten-Duelle gehören zu einem Moto3-Rennen in Mugello dazu
  • Jorge Martin ist auf der Bremse unschlagbar

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