Moto2

Moto2-Titelkampf: So wird Alex Marquez in Sepang Weltmeister

Alex Marquez kann in Sepang seinen zweiten WM-Titel holen. In der Moto2 hat er mathematisch aber noch drei Gegner. Der WM-Kampf in der Analyse.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Zwei der drei Fahrer-Titel der Motorrad-WM sind bereits vergeben. Nur in der Moto2 ist der Kampf beim vorletzten Saisonrennen in Sepang noch offen. Alex Marquez, Tom Lüthi, Brad Binder und Jorge Navarro können sich noch zum Weltmeister krönen. Motorsport-Magazin.com analysiert das Titelduell:

Die Ausgangslage

Alex Marquez kommt mit einem komfortablen Vorsprung nach Sepang. Er liegt aktuell 28 Punkte vor Lüthi, 33 vor Binder und 43 vor Navarro. Somit könnte er schon am Sonntag aus eigener Kraft den Sack zumachen. Allerdings spricht das Momentum nicht unbedingt für Marquez: In den letzten drei Rennen kam er nie über Rang 5 hinaus, während Lüthi und Binder in diesen drei Rennen jeweils zweimal auf dem Podest standen.

So wird Alex Marquez in Sepang Weltmeister

Die Rechnung für Sepang ist einfach: Steht Alex Marquez auf dem Podest und kommt vor Tom Lüthi und maximal einen Rang hinter Binder ins Ziel, ist er bereits am Sonntag in Malaysia der neue Moto2-Weltmeister. Hinzu kommen viele weitere Rechenspielchen, die darauf hinauslaufen, dass Marquez auf Lüthi maximal drei Punkte einbüßen darf, während er gleichzeitig auf Binder maximal acht und auf Navarro höchstens 18 Punkte verlieren darf. Jedes andere Resultat verschiebt die Entscheidung auf Valencia.

Das benötigt Tom Lüthi zum Titel

In Sepang geht es für den Schweizer nur darum, den Titelkampf offen zu halten. Sollte Lüthi Weltmeister werden, kann das erst beim MotoGP-Finale in Valencia geschehen. Er müsste dazu in den letzten beiden Saisonrennen 29 Punkte mehr als Marquez machen, da er bei Punktegleichheit aufgrund der Siegbilanz (aktuell uneinholbar 1:5 in Rückstand) den Kürzeren ziehen würde.

Die Mindestanforderung an Lüthi für Sepang und Valencia ist somit ein 3. und 4. Platz bzw. ein 2. und 7. oder ein Sieg sowie ein 12. Rang. Diese Resultate würden genügen, falls Marquez in den letzten beiden Rennen null Punkte holt, Binder maximal vier Punkte mehr als Lüthi macht und Navarro maximal 14 Punkte aufholt. Im Klartext heißt das: Für eine realistische Titelchance muss der Schweizer in Sepang somit auf das Podest und in jedem Fall Marquez schlagen.

Binder & Navarro: Die Außenseiter

Mit der besten Formkurve kommt Brad Binder nach Sepang. Der Südafrikaner gewann zwei der letzten vier Rennen und holte in diesem Zeitraum die meisten Punkte aller Moto2-Fahrer. Um seine Titelchance bis Valencia zu wahren muss Binder in Malaysia entweder gewinnen und mindestens zwei Plätze vor Marquez landen oder anderweitig neun Punkte auf Marquez aufholen. Sollte er am Sonntag auf P8 oder schlechter ins Ziel kommen, ist der Titeltraum in jedem Fall ausgeträumt.

Im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com meinte Binder am Donnerstag in Sepang: "Ich werde es definitiv versuchen, aber ich kann eigentlich nicht viel mehr machen als die letzten beiden Rennen zu gewinnen. Wenn mir das gelingt, habe ich eine realistische Chance. Wenn mir das nicht gelingt, ist der Ofen aus."

Noch schwieriger ist die Situation für Navarro: 19 Punkte muss der Spanier in Sepang auf Alex Marquez aufholen, falls er in Valencia noch eine Chance haben will. Sieg oder Platz zwei sind die einzigen Optionen, die ihn mathematisch im Titelkampf überleben lassen. Für Valencia würde selbiges gelten, denn um seine aktuell 44 Punkte Rückstand auf Marquez bis Saisonende wettzumachen, sind ein Sieg und ein 2. Platz die Mindestanforderung. Der Haken: Navarro hat in drei Jahren in der Moto2 noch kein Rennen gewonnen, Hersteller SpeedUp ist seit Fabio Quartararos Triumph in Barcelona im Vorjahr ohne vollen Erfolg.


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