Moto2

Moto2: Alex Marquez holt mit Sieg in Barcelona WM-Führung

Alex Marquez siegt in Barcelona und ist mit seinem dritten Sieg in Folge der neue Moto2-Dominator. Tom Lüthi schafft es auf das Podest.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Alex Marquez holt in Barcelona seinen dritten Moto2-Sieg in Folge und übernimmt damit die Führung in der WM-Wertung. Der Spanier setzt sich nach einem langen Kampf vor Tom Lüthi durch, der sich in der Weltmeisterschaft auf den zweiten Rang verbessert. Für Lorenzo Baldassarri, der seit Saisonstart das Gesamtklassement anführte, endet das Rennen im Kies.

Marcel Schrötter belegt den 7. Rang, Jonas Folger belegt bei seinem Comeback den 19. Platz und kommt 39 Sekunden hinter Sieger Marquez ins Ziel. Lukas Tulovic (24.) und Domi Aegerter (16.) bleiben wie Folger ohne WM-Punkte. Philipp Öttl verzichtete aufgrund einer Gehirnerschütterung auf einen Start.

Die Schlüsselszene

Alex Marquez machte in der 14. Runde den Sack zu. Zuvor hatte er sich einige Male neben Leader Tom Lüthi gezeigt, doch der Schweizer konnte jedes Mal dicht machen. Am Ende von Start/Ziel hatte er Marquez nichts mehr entgegen zu setzen, als dieser aus dem Windschatten stach und die Führung übernahm. Danach konnte er nur noch wenige Runden die Zeiten von Sieger Marquez halten.

Der Moto2-Rennfilm aus Barcelona

Start: Tom Lüthi kommt von Startplatz zwei am besten weg und biegt als Erster in die erste Kurve, dahinter folgen Augusto Fernandez und Sam Lowes.

1. Runde: Remy Gardner geht nach wenige Kurven nach einer Berührung mit Lorenzo Baldassarri zu Boden. Lüthi liegt am Ende der Runde vor Fernandez, dahinter geht schon eine kleine Lücke zu Lowes auf.

2. Runde: Lüthi und Fernandez ziehen dem Feld um eine Sekunde davon, Lowes muss seine Verfolgerposition an Alex Marquez abgeben. Marcel Schrötter liegt nach zwei Runden auf P14, Domi Aegerter ist 21., Lukas Tulovic hält P25 und Jonas Folger liegt an der 29. Position.

3. Runde: Alex Marquez fährt die schnellste Rennrunde und bleibt damit als erster Fahrer unter 1:44 Minuten. Das ist schneller als die Trainingsbestzeit und die Pole Position.

5. Runde: Fernandez setzt sich im dritten Sektor mit Vollkontakt an Lüthi vorbei und übernimmt damit die Führung. Marquez ist auf eine halbe Sekunde an das Top-Duo herangekommen, auch Fabio Di Giannantonio liegt nur eine Sekunde dahinter.

7. Runde: Lüthi kann sich im Windschatten in die erste Kurve hinein Fernandez schnappen. Am Ende der Runde geht auch Marquez an Fernandez vorbei. WM-Leader Lorenzo Baldassarri stürzt in Kurve 10 auf P9 liegend ohne Feindkontakt! Damit ist er wohl seine Führung zum ersten Mal in diesem Jahr los.

10. Runde: Di Giannantonio kassiert auf der Bremse in der ersten Kurve Fernandez und übernimmt damit den letzten Podestplatz. Auf das Top-Duo fehlen ihm rund eineinhalb Sekunden. Lüthi und Marquez duellieren sich aufgrund des Baldassarri-Ausfalls um die WM-Führung.

11. Runde: In Kurve 10 erwischt es diesmal Di Giannantonio! Der Italiener wirft somit einen möglichen Podestplatz weg. Um diesen duellieren sich nun Fernandez und Navarro. Marcel Schrötter hat sich bis auf den 6. Platz nach vorne gekämpft, auf die Top-4 fehlen aber rund fünf Sekunden.

13. Runde: Marquez klopft mehrfach bei Lüthi an. Über Start/Ziel sind sie beinahe nebeneinander.

14. Runde: Mit Windschatten geht in der ersten Kurve Marquez in Führung. Jonas Folger kommt immer besser in Fahrt und hat sich bereits auf den 19. Rang nach vorne gekämpft. Domi Aegerter klopft als 16. jetzt an den Punkterängen an.

18. Runde: Tom Lüthi kann das Tempo des führenden Alex Marquez nicht mehr ganz mitgehen. Vier Runden vor dem Ende hat der Schweizer schon fast eineinhalb Sekunden Rückstand. Auf Jorge Navarro hat er aber noch zwei Sekunden Guthaben. Schrötter muss seinen 6. Platz in der Schlussphase gegen Xavi Vierge und Luca Marini verteidigen.

20. Runde: Der Dreikampf zwischen Marini, Vierge und Schrötter spitzt sich nun zu. Tom Lüthi büßt auf Jorge Navarro ein, der eventuell noch den zweiten Platz angreifen kann.

22. und letzte Runde: Navarro kann Lüthi nicht mehr gefährden. Im Duell um den 6. Rang verschafft sich Luca Marini ein wenig Luft.

Zieleinlauf: Alex Marquez gewinnt in Barcelona und ist neuer Führender der Moto2-Gesamtwertung. Der Katalane setzt sich vor Tom Lüthi und Jorge Navarro durch. Dahinter landen Augusto Fernandez, Enea Bastianini, Luca Marini und Marcel Schrötter.

So lief Barcelona für Deutsche & Schweizer

Tom Lüthi kämpfte in den ersten beiden Dritteln des Rennens um den Sieg, musste sich letztlich aber deutlich mit Platz zwei zufrieden geben. Marcel Schrötter war zu Rennmitte bärenstark unterwegs und duellierte sich gegen Ende mit Luca Marini und Xavi Vierge um Platz 6 und belegte am Ende Platz 7. Für den Rest der Moto2-Fahrer aus Deutschland und der Schweiz gab es keine Punkte: Domi Aegerter (16.), Jonas Folger (19.) und Lukas Tulovic (24.) verpassten die Top-15. Philipp Öttl konnte aufgrund einer Gehirnerschütterung nicht antreten. Detailierte Infos zur Moto2-Performance der Deutschen und Schweizer findet ihr unter folgendem Link:

Reaktionen vom Podest

Alex Marquez (GP-Sieger, Marc VDS): "Ich hatte schon in den letzten vier Rennen eine sehr gute Form, denn auch in Jerez waren wir schon vorne dabei. Ich bin sehr glücklich über den Sieg hier vor diesen unglaublichen Fans. Mir fehlen die Worte. Das Rennen war so schwierig zu kontrollieren. Ich war nicht bei 100 Prozent aber ich konnte es durchziehen. Danke an alle!"

Tom Lüthi (Zweiter, Dynavolt Intact GP): "Zu Beginn war ich stark und dann immer schwächer. Aber es war ein großartiges Rennen, danke ans Team dafür. Sicher wollte ich gewinnen und vorne bleiben, aber Alex war sehr stark. Ich wollte mithalten und habe es versucht, aber als ich pushen wollte, bin ich in Schwierigkeiten geraten. Daher wollte ich dann nur noch P2 absichern. Das ist gut für die WM und wir werden weiter arbeiten."

Jorge Navarro (Dritter, SpeedUp): "Das war ein sehr gutes Bike. Aber mit meiner Getriebeübersetzung war es schwer zu überholen, denn ich war sehr langsam auf der Geraden. Mit vollem Tank hatte ich auch Probleme, aber als ich in meinen Rhythmus gekommen bin, ging es nach vorne. Da bin ich die gleichen Zeiten gefahren wie die Top-Fahrer. Schade um den Rennbeginn, aber P3 ist ein gutes Ergebnis."


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